Breithorn 4164m & Mittelgipfel 4159m


Published by Bombo Pro , 30 September 2011, 02h10.

Region: World » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike:26 September 2011
Mountaineering grading: PD
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Time: 2 days
Height gain: 500 m 1640 ft.
Height loss: 500 m 1640 ft.
Route:Klein Matterhorn - Breithorn 4164m - Breithorn Mittelgipfel 4159m - Klein Matterhorn - Lodge Klein Matterhorn - Trockener Steg - Furgg Gletscher - Hörnlihütte
Access to start point:Mit PW bis Täsch (am besten bei einem der zahlreichen Park-Unternehmen parkieren, z.B. Schaller (3 Tage, CHF 10.00) oder Alphubel, anschl. mit Bahn und Bergbahnen via Zermatt über Furi, Trockener Steg hoch zur Station Klein Matterhorn (Halbtax (Retour) Zermatt - Klein Matterhorn CHF 49.00)
Accommodation:Lodge Klein Matterhorn, CHF 50.00 pro Nacht (ohne Frühstück). Es gibt Strom mit Steckdosen, warmes Wasser mit Duschen (gegen Aufpreis), perfekt eingerichteter Speise- bzw. Küchensaal inkl. Mikrowellengerät und Heisswasser-Tank --> perfekt eingerichtet und alles sehr sauber.
Maps:LK 1:25'000, Bl 1348 "Zermatt"

Matterhorn-Aklimatisation 2 - Breithorn 4164m & 4159m


Nach einer angenehmen Daunen-Schlafsack-Nacht im Auto bei Randa, heisst es zuerst einmal das Fahrzeug günstig für die nächsten Tage in Täsch zu parkieren. Wer im grossen Matterhorn-Terminal sein Geld verschleudert ist selbst Schuld, schliesslich gibt es genug private Park- und Taxiunternehmen wenige Meter zuvor. Ich persönlich machte meine besten Erfahrungen mit Schaller und Alphubel - es lohnt sich.

Anschliessend mit der Bahn nach Zermatt und zu Fuss durch's Dorf bis zur Talstation der Gondelbahn, welche hoch nach Furi fährt. Wer die Übernachtung in der Klein Matterhorn Lodge gebucht hat, kann an der Talstation gleich bezahlen und bekommt dafür bereits schon den Zimmerschlüssel. 

In Furi heisst es in die Seilbahn umsteigen, welche hoch nach Trockener Steg fährt. Ein erneutes Umsteigen in eine weitere Seilbahn führt nun zur Station Klein Matterhorn, wo man sich als Lodge-Besucher am besten im Restaurant meldet. Formalitäten gibt es keine - die perfekte Organisation passt zur sauberen Mehrbett-Lodge, welche sofort ein Gefühl der Wärme und Erholung ausstrahlt. Die Duschen, modernen Toiletten, Küchenutensilien (Mikrowelle, Heisswasser-Tank, etc) tragen ebenso zum positiven Erscheinungsbild bei, wie auch das Personal, welches dort arbeitet (und abends dann die Station verlässt und einem so die "gesamte Seilbahnstation" zur Alleinunterhaltung überlässt :-)

Nach dem Bezug des Zimmers mache ich mich bereit für das Breithorn. Steigeisen und Anseilgurt gehören sicher auf Mensch (nebst Mann ist ja auch Frau am Berge steigen), ein Pickel kann für den Hauptgipfel gut durch einen Skistock ersetzt werden, wer jedoch zum Mittelgipfel rüber balanciert, sollte diesen vorsichtshalber mitnehmen.

Die Route ist gegeben, wer hier die Spur als erster anlegt, darf sich vermutlich "von" schreiben und bekommt eine Seilbahnfahrt inkl. Schwiizer-Örgeli-Jingle dazu geschenkt :-) Die Autobahn führt unter dem Skilift durch zum Breithorn-Plateau, anschliessend in einer langen Traverse durch die SW-Flanke um dann über den Westgrat den flachen Hauptgipfel des Breithorn 4164m zu erreichen. Ich stehe bereits nach 60min oben - man könnte den Aufstieg selbstverständlich auch gelassener nehmen. Über 1h verbringe ich auf dem Gipfel, geniesse das traumhafte Wetter und die Aussicht auf die Berge, von denen der eine oder andere noch auf meiner Wunschliste steht. Immer wieder schweift mein Blick Richtung Matterhorn und ich kann es kaum glauben, dass ich in 2 Tagen vermutlich selbst dort oben stehen werde.

Wer die nötige Trittsicherheit mitbringt und das Schwindelgefühl zu Hause lässt, kann nun vom Hauptgipfel hinüber zum Sattel bei P. 4076 balancieren (WS), um anschliessend dann wieder einfach den Breithorn-Mittelgipfel 4159m zu besuchen (L). Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass sich dieser Gipfel höchstens wegen dem Rückblick auf den Hauptgipfel lohnt, denn a) kann man infolge einer gefährlichen Wächte nicht auf den höchsten Punkt und b) siehe a)  :-) Ich erreiche den Mittelgipfel 20 Minuter nach meinem Aufbruch beim Hauptgipfel.

Nun steht ein rassiger und direkter Abstieg von P. 4076 hinunter auf's Breithorn Plateau bevor. In grossen Schritten bei perfektem, weichem "Abstiegsschnee" erreiche ich viel zu schnell wieder das flache Terrain und setze das Tempo gleich bis zur Station Klein Matterhorn fort -  40 Minuten benötige ich hierfür, wobei die meiste Zeit für den Latsch vom Plateau bis zur Station draufgeht.

Die restliche Zeit des sonnigen Nachmittages verbringe ich geniessend im Liegestuhl auf dem "Balkon" der Lodge - eigentlich nur für die Rettungskräfte der Station gedacht, aber für die Lodge-Besucher drücke man gerne die Augen zu. Mit dem Verschwinden der Sonne bzw. Aufkommen der Wolken wird es schnell kalt und so beziehe ich schon zu Feierabend-Zeiten mein Nachtlager und geniesse ein warmes Abendessen im perfekt eingerichteten Speisesaal.

Ich habe das Glück, dass ausser mir niemand sonst in der Lodge nächtigt, was einerseits in dieser Stille ein eigenartiges Gefühl hervor ruft, andererseits aber auch eine Art Abenteuerlust weckt - quasi alleine in der Wildnis, umgeben von Warmwasser, Duschen, Süssigkeitsautomaten und Daunendecken :-)

Natürlich kann ich es nicht lassen, eine abendliche Entdeckungstour zu machen - diese führt mich hoch zur Aussichtsplattform (Lift läuft abends nicht, laufen ist angesagt...), wo ich auf einen schönen Sonnenuntergang spekuliere, diese Hoffnung dann aber infolge aufziehenden Wolken schnell wieder verwerfe.  Dafür geniesse ich dann die frische Luft, die Aussicht und wäre das leise Surren des Wetterradars nicht gewesen, so könnte ich jetzt auch noch die Stille schreiben - beinahe, aber nicht ganz. Auch hier, es lohnt sich zu einem abendlichen Klein Matterhorn-Verdauungs-Rundgang aufzubrechen.

Die Nacht war der reinste Genuss, weshalb es mir nichts ausmacht, zeitig aufzustehen und erneut alleine auf der Aussichtsplattform den Sonnenaufgang zu geniessen. Die Wolken haben sich im Verlaufe der Nacht verzogen, das Spektakel konnte also beginnen. Aufgrund der geografischen Lage sieht man zwar nicht die Sonne aufsteigen, dafür aber darf man im Westen Mont Blanc, Gran Paradiso, Grand Combin, Matterhorn und Weisshorn beobachten, wie sie ihre Gipfelaugen öffnen und mit einem leuchtenden, ja fast brennenden Strahlen in den Tag hinein starten. 

Ein wenig erstaunt bin ich, als plötzlich pünktlich um 07.30 Uhr die Türen der Station aufgehen und innert Sekunden zahlreiche Skifahrer die hartgefrorenen Pisten stürmen. Diverse internationale Trainings-Anzüge rufen in Erinnerung, dass schon bald wieder die ersten Skirennen über die Bühne gehen - wie bin ich nur froh, dass ich wenige Minuten später zurück in mein Zimmer unter die Dauendecke schlüpfen kann und so bis 09.00 Uhr weiterschlummern darf.

Ausgeruht fahre ich mit der Seilbahn hinunter nach Trockener Steg und weil ich ab hier jetzt noch infolge meinem Retour-Ticket "Credits" für eine weitere Talfahrt habe (Trockener Steg - Furi - Zermatt), diese aber für morgen benötige (Schwarzsee - Furi - Zermatt, man darf das Ticket aufteilen wie man möchte), ziehe ich es vor, die Hörnlihütte via "Glacier-Pfad" zu erreichen. 

Dieser führt von der Station Trockener Steg den Seen entlang hinunter zum Furgg-Gletscher (nur Geröll und Schutt) und hoch zu P. 2775, wo der Wanderweg von Schwarzsee hoch zur Hörnlihütte führt. Unterwegs treffe ich meinen Bergführer Germi Steiner (www.germi.ch), mit welchem ich zur Hörnlihütte 3260m aufsteige. 3h werden für die Wanderung Trockener Steg - Hörnlihütte angegeben, ich benötigte hierfür 2 1/4h, Pausen inklusive.

Nach dem Einpuffern unserer Utensilien im primitiven und schmutzigen Winterraum der Hörnlihütte rekognoszieren wir noch den ersten Teil der Hörnligrat-Route und steigen bis ca. 3700m hoch. Dieses Vorgehen kann ich jedem Matterhorn-Aspirant nur wärmstens empfehlen - man bekommt einen guten Eindruck in die Matterhorn-Verhältnisse und weiss ungefähr, wo die nächtliche Route durchführt, welche lediglich im Lichte der Stirnlampen erhellt.

Nach einem vom Bergführer delikat gekochten Risotto verabschieden wir uns in eine unruhige und kurze Nacht - die Nordwand-Aspiranten aus Frankreich stehen bekanntlich früher auf, wissen aber scheinbar nicht, dass die Hörnligräter eigentlich noch am weiterschlafen sind und diskutieren lauthals diverse Schlüsselstellen miteinander. Bonne nuit!

Und hier geht's zum Matterhorn-Bericht.



Tourenzeiten: 

Klein Matterhorn - Breithorn 4164m: 1h
Breithorn 4164m - Mittelgipfel 4159m: 20min
Mittelgipfel 4159m - Klein Matterhorn: 40min
Trockener Steg - Hörnlihütte: 2 1/4h


Schwierigkeit: 

Die Tour auf den Hauptgipfel ist klar als "L" zu bewerten - aufgrund der ausgesetzten Grattraverse zum Mittelgipfel bzw. zu P. 4076 vergebe ich ein WS, welches jedoch nur für diese eine Passage gilt.


Tour im Alleingang.
 

Hike partners: Bombo

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