Grisset (2721m) & Pfannenstock (2573m) ab Klöntal


Publiziert von Bergamotte Pro , 25. September 2011 um 19:11.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:24 September 2011
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SZ   Ortstockgruppe   Glärnischgruppe   CH-GL 
Zeitbedarf: 10:30
Aufstieg: 2400 m
Abstieg: 2400 m
Kartennummer:1153 (Klöntal) / 1173 (Linthal)

Seit Wochen habe ich Touren im Bereich von 1500 bis 2000Hm zurückgelegt. Bevor die Tage zu kurz werden, ist es höchste Zeit, wieder mal was richtig Saftiges zu erleben. So kombiniere ich kurzerhand zwei mächtige Schwyzer, die bereits alleine ganz schön was hergeben, zu einer grossen Rundtour.

Gipfel aus dem Tal zu besteigen, birgt einen ganz speziellen Reiz. So pfeife ich auf die Gumenbahn ab Braunwald und starte ab Klöntal Plätz (853m). Aber Bergsteigerehre hat seinen Preis – in diesem Fall sind’s über 1000Hm. Der Weg das Rossmatter Tal aufwärts über Chäseren (1272m) nach Wärben (1385m) ist weit und langweilig. Deshalb setz ich erneut auf Bike&Hike, wobei der Drahtesel seine Stärke vor allem auf dem Rückweg ausspielen kann. Auf die gleiche Strategie vertraut auch die charmante Wochenendverstärkung für die Glärnischhütte, so dass wir zu zweit kurzweilig bergwärts pedalen.

Etwas oberhalb von Wärben parkier ich das Bike und ziehe nach Zeinenstafel (1576m). Erst ab hier gewinnt der öde Weg zunehmend an Charakter. Vorbei an Dräcklochstafel (1698m) erreich ich das Dräckloch (1774m). Sollte ich die Tour unterschätzt haben, wird mir spätestens hier reiner Wein eingeschenkt: Vor mir türmt sich der Pfannenstock als mächtiger Koloss auf - und doch ist er nur Zugabe zum noch höheren Grisset.

Eine Stunde später erreich ich den Wegweiser bei "nördlich Brunalpelihöchi (2140m)" (nicht auf LK), wo man direkt in den Südwestgrat des Grisset blickt. Ich folge nun einige Minuten dem Wegweiser Richtung Braunwald, nur um wenig später Richtung Grissetgrat/-flanke zu ziehen. Wo und wie man genau den Grisset-Grat erreicht, spielt keine Rolle. Mich persönlich zieht's relativ früh auf den Grat, doch das ist kein Muss. Genausogut kann man bis kurz vor dem Gipfel alles in der Südost-Flanke bleiben.

Der Gipfelkopf des Grisset ist eindrücklich und mächtig. Um ihn zu erklimmen, weiche ich kurz in die Flanke aus, von wo ich zurück auf den Grat klettere (T5 / II), mögliche Routen gibt's viele. Wenig später erreich ich schliesslich nach 5:15 und 1870Hm ohne richtige Pause ziemlich erledigt den Gipfel des Grisset (2721m). Das Panorama ist eindrücklich, vor allem der Blick auf Ortstock, Höchturm, Pfannenstock und natürlich den nahen Bös Fulen.

Nach langer Pause steige ich zunächst über die Aufstiegsroute ab und ziehe dann - knapp an der Brunalpelihöchi vorbei - circa zu P. 2225, am Fuss der Südostflanke des Pfannenstocks. Von hier erblickt man R. 310 des Clubführers (Noch besser sieht man die Route allerdings beim Abstieg vom Grisset): Durch ein Geröllband zieht man horizontal durch die Südostflanke, bis man direkt unterhalb des Gipfels steht. Von hier zieht man über eine steile Schutthalde ostwärts zum Kamin hoch. Vorsicht bei der Routenwahl durch die Schutthalde, zweimal lös ich Steinlawinen aus.

Bis zu diesem Zeitpunkt kann ich die T4-Bewertung des Clubführers bestätigen, doch die Kletterei durch den Kamin ist m.E. eine T5+ / II. Denn in einem Abschnitt von ca. 4m finden sich nur kleinste Griffe. Bloss die subjektive Sicherheit, welche der Kamin vermittelt, verhindert bei mir den Knieschlotteri. Der Kamin endet direkt auf dem Grat vor dem Gipfelkopf. In mehr oder weniger direkter Linie erreich ich in wenigen Minuten den Pfannenstock (2342m), nun wieder T4. Von hier oben erkenne ich eine einfachere Variante zum heiklen Kamin: Steht man vor dem Kamin, kann der Grat über ein weiteres Geröllfeld linkerhand erreicht werden.

Die Bewölkung hat mittlerweile zugenommen, im Gegensatz zu meinen Wasserreserven. So pausiere ich dieses Mal nicht allzu lange und nehme den langen Abstieg nach Plätz in Angriff. Über den Normalweg (R. 308) steige ich Richtung Chratzerenfurggeli ab. Obschon nur noch mässig motiviert besuch ich unterwegs den Chli Pfannenstock (2342m). Von diesem steig ich ausserdem kurz auf den Leiterenstollen (2250m) ab. Wichtig: Möglichst auf der linken Seite des Grates bleiben! Da mir ein Abstieg durch die feuchte und äusserst steile Nordostflanke des Leiterenstollens wenig vernünftig erscheint, steige ich zurück auf den Chli Pfannenstock und quere von hier durch die Mulde zurück auf den Weg zum Chratzerenfurggeli (2141m).

Der weiss-rote Wanderweg zurück ins Dräckloch ist in einem erbärmlichen Zustand und bereitet wenig Freude. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreich ich schliesslich das Bike oberhalb von Wäbern und sause - bereits im Halbdunkeln - in 20 Minuten zurück ins Klöntal.


1:15  Wäbern (per Bike)
2:20  n. Brunalpelihöchi
1:40  Grisset
2:10  Pfannenstock
2:45  Wäbern
0:20  Plätz (per Bike)

Marschzeit: 10:30
Zeit unterwegs: 12:20
 

Tourengänger: Bergamotte


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Kommentare (3)


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TeamMoomin hat gesagt: Hui....
Gesendet am 26. September 2011 um 09:47
Da haben wir uns verpasst, war auch auf dem Grisset etwa um halb Eins (BEricht folgt). Habe aber nur eine Light Version gemacht von Braunwald as und ohne Pfannenstock, gratuliere zu dieser tollen Kombination und vorallem zu dieser LEistung, Respekt!

Grüsse

Oli und Moomin

Bergamotte Pro hat gesagt: RE:Hui....
Gesendet am 26. September 2011 um 09:52
Warst Du auch diesen Samstag oben? Weil ich war gerade gut 12:30 auf dem Gipfel. Warst Du da soeben abgestiegen?

TeamMoomin hat gesagt: RE Hui...
Gesendet am 26. September 2011 um 20:19
Ups Scheisse,sorry habe dein Publikationsdatum mit dem Tourendatum verwechselt, nein war am Sonntag oben.

Grüss

Oli und Moomin


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