Biberkopf (2599m), SSO-Grat


Publiziert von kardirk , 14. September 2011 um 10:25.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:13 September 2011
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:8,5km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von München über Füssen, Reute, Lechtal nach Warth, kurz vorher ab auf kurze Stichstrasse, 1km, nach Lechleiten, 1571m. Parkplatz am Ortsende, kostenlos.

Schöner, relativ kurzer knackiger Alternativanstieg, der mit dem Normalweg zu einer schönen Rundtour wird. Bin durch den AV-Führer darauf aufmerksam geworden, der die Route als interessante Tour für Individualisten charakterisiert.
Start ist in Lechleiten, Lechtal, 1571m, beim großen kostenfreien Parkplatz.
Zunächst gings über den bezeichneten Normalweg des Biberkopf zum sogenannten Hundskopf (2050m), einem grünen Grasbuckel mit hübschem kleinen See – schon mal recht steiler Anstieg auf gutem Steig. Bei der Wegkreuzung folgte ich nun dem kleinen Steig zur Mäuerleshütte, der die Süd-Wand des Biberkopf unterhalb quert, bis zur grünen Schulter, auf der der SSW-Grat fusst. Dies ist der flotte Grat, den man auf den meisten Bildern vom Biberkopf aus rechts sieht. Der SSO-Grat, über den der Anstieg läuft, liegt jedoch noch weiter östlich. Man sieht Ihn zum erstenmal erst von besagter Schulter. Hier geht’s nun links ab vom Steig und weglos über einen grasigen buckligen Kamm unterhalb des Geröllfeldes welches zwischen den beiden Graten liegt. Der Rücken biegt nach links und zielt genau auf die Basis des SSO-Grates. Es gibt  keinerlei Markierungen, Steinmännern oder Steigspuren, was darauf schließen lässt, dass die Tour nicht allzu häufig gemacht wird.
Der Einstieg erfolgt über steile, schuttbedeckte Schrofen, es folgen erste Felsen, dann wieder ein begrüntes Stück. Ich blieb zunächst immer rechts in der  Nähe des Gratrückens.
Es stellt sich nun eine kurze Steilstufe in den Weg. Für mich war das die Schlüsselstelle der Route. Ich querte knapp unterhalb auf steilen Bändern kurz gegen rechts, um dann an geeigneter Stelle über eine flache Wandstufe (II+) wieder den Gratfirst zu erreichen.
Von dort an bleibt man eigentlich immer direkt am Grat, der zunächst recht steil und abweisend ausschaut. Bei näherer Betrachtung jedoch präsentiert er sich gut kletterbar, relativ fester gutgriffiger Fels, allerdings teilweise recht ausgesetzt.
Einen scharfen Turm umkletterte ich unschwierig an seiner linken Flanke, ansonsten
blieb ich immer am First – die Flanken sind viel brüchiger und schuttbedeckt.
Dort wo SSW und SSO Grat sich immer mehr nähern wird der Grat flacher und breiter und stösst schließlich an der Bergkörper. Hier ist links eine Rinne durch die laut AV der weitere kurze Schlussanstieg erfolgen soll. Ich habe die Rinne aber nicht benutzt und bin stattdessen an ihrem rechten Rand über die steilen Schichtplatten, die den Grat zum Gipfel fortsetzten, geklettert – schöner fester Fels, hat richtig Spaß gemacht. Man kommt dann direkt am Kreuz unter den verdutzten Blicken der zahlreichen anderen Gipfelstürmer heraus – „Wo kommen Sie denn her?“
Belohnt wurde ich mit einer Superaussicht und 2 Stunden Gipfelrast bei bestem Wetter.
Abstieg über den nicht zu verachtenden Normalweg – hübsche Kraxelei, trotz vieler Begehungen gar nicht so abgespeckt, nur wenige Sicherungen, größtenteils „Naturbelassen“ – zurück nach Lechleiten.
 
Zeiten:
Lechleiten-Hundkopf (Abzweig) 1h
Bis zum Schulter 40min – zum Gratansatz 20min
Grat 1,15h – Gesamt 3,15h
Abstieg über Normalweg 2,15h
 
Schwierigkeiten:
SSO-Grat I-II, teilweise ausgesetzt, ganz guter relativ fester Fels
Normalweg, I, bez. teilweise Sicherungen, auch hier steil und teilweise ausgesetzt, sollte man nicht unterschätzten.
 
 
Wetter:
Absolut traumhaft, nicht zu warm, vollkommen klare Sicht
Am Nachmittag teilweise böiger kalter N-Wind, der einige Wolkenbänke vom Flachland anbranden ließ – tollen Lichtstimmungen.
 
Fazit:
Schöne, letztendlich doch relativ kurze Tour – würde auch als Vormittags-, oder Nachmittagstour gehen.
Normalweg wird  häufig gemacht, selbst am ersten „Schultag“ war der Gipfel doch  reichlich gut gefüllt, aber kein Wunder bei diesem Wetter und dem doch kurzen Zustieg.
Negativ ist für mich nur die leider sehr lange Anfahrt von München aus – unter 2,30h nicht zu schaffen.

Tourengänger: kardirk

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Kommentare (1)


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Grimpeur hat gesagt: Schöne Tour
Gesendet am 12. Juni 2015 um 18:15
Habe das ebenso diesen Montag gemacht. Bleibt eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer dass das Wetter für diese 1A Aussichtswarte etwas zu instabil war.

VG Grimpeur


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