Hochalt (Monte Alto) 3265m


Publiziert von Cubemaster , 11. September 2011 um 22:10.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 1 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 1450 m

Nachdem ich von einigen Leuten gehört hatte, dass die Tour zum Upiakopf so schön sei, wollte ich auch einmal in diese Gegend. Nur ein etwas anspruchsvolleres Ziel musste her. So entschloss ich mich, die Tour bis auf den Gipfel des Hochalt zu verlängern.

Ich startete morgens am Glieshof und wanderte zuerst gemütlich an der Upialm vorbei bis zu dem großen See, an dem ich meine erste längere Pause machte. Von hier hat man auch schon eine gute Sicht auf die beiden Gipfel. Da ich die Steigspur in diesem Bereich verloren hatte, ging ich in direktem Weg zum Joch zwischen Upiakopf und Hochalt hinauf. Das war wohl keine besonders gute Idee, denn gegen Ende war es wegen des losen Gerölls sehr mühsam. Außerdem spart man kaum an Höhenmetern, denn vom Joch aus sind es keine 50m zum Upiakopf. Von hier geht es in leichter Kletterei und Gehgelände in Richtung des Gipfelaufbaus.

An diesem Stück Grat hatte ich eines meiner faszinierendsten Erlebnisse in den Bergen überhaupt. Als ich um einen größeren Felsen herumging (ich sah dabei natürlich auf den Boden), hörte ich kaum einen Meter vor mir ein schnaubendes Geräusch. Als ich aufschaute, blickte ich einem ziemlich großen Steinbock direkt in die Augen. Nach einem kurzen Moment, in dem wir uns beide nicht bewegten, wollte ich vorsichtig meine Kamera hervorholen, doch der Steinbock ergriff bei meiner ersten Bewegung die Flucht. Trotzdem ist mir dann noch ein ganz gutes Foto gelungen.

Nach diesem Erlebnis machte ich mich dann daran, den Gipfel zu erklimmen. Ich blieb zuerst am Grat, der zunehmend steiler wird. (Kletterei I mit ein paar leichten IIer Stellen dazwischen) Nach ca. zwei Dritteln stand ich aber vor einer Stelle, die mir nicht geheuer war. Die Gratschneide selbst ist dort sehr plattig und steil. Ich ging erstmal links davon durchs Geröllfeld, dieses wird aber nach oben hin auch immer steiler. Also entschloss ich mich den Hang  unterhalb von zwei kleineren Schneefeldern nach links, leicht ansteigend, zu queren. (Schlüsselstelle)

Die Querung selbst war ziemlich ätzend. Normalerweise stellt ein Gelände dieser Steilheit für mich kein Problem dar (es ist nicht so schlimm, wie es auf dem Foto aussieht), aber das Gestein dort ist leider Schiefer, also brüchig, rutschig und scharfkantig.
Trotzdem denke ich, dass die Querung eine gute Idee war, denn der Rest war sehr einfach. (Gehgelände und I). Auf dem Gipfel angekommen genoss ich die herrliche Aussicht. Diese umfasst nicht nur Tiefblicke in mehrere Täler und Fernsicht auf die großen Gipfel der Region, sondern auch zwei kleine, tiefblaue Seen direkt unterhalb des Gipfels.

Ich nahm die gleiche Route im Abstieg vom Gipfel bis zum Joch. Von dort aus bestieg ich dann aber doch noch (mit letzter Kraft) den Upiakopf und ging dann über den Steig hinunter.
Insgesamt eine sehr schöne Tour, besonders die Aussicht vom Gipfel ist sehr lohneswert.

Einige kurze Bemerkungen:
Zur Aufstiegsroute: Ich denke, die Wahl der Route an der Schlüsselstelle ist Geschmackssache. Ich komme mit Geröll in der Regel sehr gut zurecht, deshalb habe ich gar nicht versucht dort direkt aufzusteigen. Ich werde deshalb auch keine "Ferndiagnose" über die Schwierigkeit abgeben.
Zum Wetter: Ich hatte einen sehr sonnigen und warmen Tag mit stabilem Wetter. Ich möchte an dieser Stelle auch dringend davon abraten, bei unsicherem Wetter aufzusteigen, denn die Schieferplatten dürften sich bei Nässe in eine Art Wasserrutsche verwandeln.
Zur Ausrüstung: Ein Helm kann sicherlich nicht schaden, vor allem wenn wieder Steinböcke unterwegs sind.

Tourengänger: Cubemaster

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