Segnespass - von Elm nach Flims - alles zu Fuß und ohne Bergbahn


Publiziert von dulac Pro , 12. September 2011 um 01:02.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 6 September 2011
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Segnas-Vorabgruppe   CH-GL 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1550 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Elm
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Flims-Dorf
Unterkunftmöglichkeiten:Mountain Lodge Segnespass
Kartennummer:SLK Nr. 247 Sardona 1:50.000

Nein - es lag nicht am starken Schweizer Franken, daß ich mir die Bergbahnen etwa nicht hätte leisten können oder wollen. Auch nicht, daß es mir um das Sammeln von Höhenmetern gegangen wäre. Nein, sondern ...., doch besser der Reihe nach:

Als Ortsunkundiger zum ersten Mal in Elm hatte ich eigentlich an der Haltestelle Post aussteigen wollen, doch ehe ich mich versah war ich an der Endhaltestelle „Sportbahnen“.
„Baustelle, Haltestelle im Ort temporär aufgehoben“ erklärte mir der Busfahrer auf meine Nachfrage.
Als Konsequenz für mich eine umfangreichere Ortsbegehung als ursprünglich vorgesehen. Am Ende, als ich dort erneut vorbeikam, war klar, daß der kürzeste Weg zu Tschingel-Schlucht und Tschingelbahn bereits die Haltestelle „Station“ gewesen wäre.
 
Da ich die Schlucht noch nicht kannte und mir die Netto-Zeitersparnis für die ersten gut 400 von insgesamt 1.700 Höhenmetern nicht so gewichtig erschien, ließ ich die Bahn links oder besser gesagt rechts liegen. Der Weg durch die enge Tschingel-Schlucht dann teils etwas ruppig, an einigen Stellen auch seilgesichert. Schwammegg auf Höhe der Bergstation war nach einer Stunde ab Talstation erreicht.
 
Danach weitete sich die Landschaft, über Wiesengelände ging es je weiter je steiler nach oben. Im letzten Teilstück, dem steilsten, dann nur noch Geröll und Steine. An einer windgeschützten Stelle gut 4 Stunden ab Start bei „Station“ dann Brotzeit.

Danach die letzten Höhenmeter bis zum Pass resp. der Mountain Lodge für den Kaffee danach auf der wunderbaren Aussichtsterrasse.

Die Mountain Lodge hat ihren eigenen Charme. Gut nachvollziehbar daher die Elogen anderer Hikr, die vor mir bereits hierher gekommen waren.

So blieb es nicht bei dem Kaffee, ein Bier hier oben wäre auch nicht schlecht. Viele Gäste waren außer mir nicht da, umso leichter kam man ins Gespräch. Es wurde ein kurzweiliger Nachmittag. Dann ein Blick auf die Uhr: Oh es ist ja schon Vier!
 
Die letzte Bahn von Fil de Cassons fährt kurz nach Fünf, der Weg dahin ist mit 2 Stunden angegeben. Also nicht mehr drin. Ebensowenig der Besuch des Martinslochs, der eigentlich auch noch auf der Agenda gestanden hatte. Doch dazu hätte man, egal von welcher Seite, ein gutes Stück ab- und dann wieder aufsteigen müssen, Zeitbedarf somit etwa 1 bis 1,5 Stunden zusätzlich.
 
Hier wird jetzt auch das Dilemma deutlich: Die Bergbahnen verkürzen einerseits den Zeitbedarf, andererseits aber auch das maximal verfügbare Zeitbudget, wenn sie schon früh am Nachmittag den Betrieb einstellen wie in diesem Fall am Cassons-Grat.
 
Wenn man mit öV anreist, kann man nicht beliebig früh starten. Für den Aufstieg auf den Pass müssen 4 bis 4,5 Stunden (ohne Pausen) veranschlagt werden. Die Mittagsrast läßt sich verkürzen, doch das wäre gerade in diesem Fall besonders schade. Der zusätzliche Besuch des Martinslochs wäre aber selbst in diesem Fall kaum möglich. Ebensowenig wie beim Abstieg nach Flims. Dann steht zwar mehr Zeit zur Verfügung, doch der Zeitbedarf wird um 1,5 Stunden größer als bei Benutzung der Bergbahn vom Cassons-Grat.
 
Wie auch immer, ich hatte heute ohnehin keine Wahl mehr: Abstieg nach Flims!
 
Nach der „Schlüsselstelle“ im Abstieg vom Pass mit einigen Bügeln ging es eher gemächlich über die weiten Ebenen von Las Palas und danach eine Etage tiefer Segnas-Sut. Danach über tendenziell breitere und angenehm zu begehende Wege bzw. Fahrsträßchen nach unten. Bei ausladenden Serpentinen häufig mit Abkürzungen durch die Wiesen.
 
Kurz vor Flims-Dorf der Wegweiser „Felsenweg“. Klar, den nehme ich! Ein kurzer Weg entlang und oberhalb einer Schlucht.
 
Dann war ich endlich in Flims, doch wo ist der Bushalt? Exakt um 19.30 war auch dieses Problem gelöst, der Bus nach Chur aber gerade erst 10 Minuten zuvor abgefahren. In diesem Moment kam auch schon der Bus in Gegenrichtung, der wie ich richtig vermutete in einer knappen Stunde hier wieder vorbeikommen mußte. Also eingestiegen und die Wartezeit mit einer kleinen Rundfahrt durch die diversen Teilorte von Flims verkürzt.
 
Fazit am Ende des Tages:

Eindrucksvolle Wanderung, persönliches Highlight die Mountain Lodge, hierher komme ich sicher wieder, auch wegen des Martinslochs, das ich leider nicht mehr besuchen konnte. Eindrucksvoll auch die Glarner Hauptüberschiebung und ins Auge fallend die Gegensätze zwischen der glarner und der bündner Seite der Wanderung:

 
Von Elm zum Pass: Elm selbst ein Ort überschaubarer Größe und mit gut erhaltener und gepflegter historischer Bausubstanz. Die Wege danach steil, die Landschaft wild und ursprünglich.

Das pure Gegenteil auf der Flimser Seite: Je weiter im Tal desto lieblicher die Landschaft, allerdings auch mit Wunden, die zugunsten der vielfältigen Wintersport-Installationen geschlagen wurden. Flims selbst vergleichsweise eher eine wuchernde Ansammlung von Hotels und Privathäusern überwiegend alpenländischen Stils. Aber nichtsdestotrotz offensichtlich sehr beliebt, denn sonst wäre es erst gar nicht in diesem Ausmaß gewachsen.

 

Tourengänger: dulac

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