Diavolezza-Panoramatour direkt über die Grate


Publiziert von schnafler , 6. September 2011 um 20:56.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Berninagebiet
Tour Datum:21 August 2011
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Zeitbedarf: 2 Tage 21:00
Aufstieg: 2400 m
Abstieg: 3500 m
Strecke:lang, dafür streng und schön
Unterkunftmöglichkeiten:Diavolezza, Marco e Rosa Hütte
Kartennummer:1277 Piz Bernina,1278 La Rösa

Wie wäre es zum Beispiel mit einer etwa neun Kilometer langen Wellness-Gratkletterei den südöstlichen Rändern der Schweiz entlang – knapp ein Drittel davon Fels, sonst Firn oder Schnee; grösstenteils moderates Gelände, wo man ziemlich aufs Gas drücken darf; durchschnittliche Höhenlage auf diesem Fitness-Parcours: geschätzte 3800 Meter über dem Meer, das so fern von hier gar nicht ist; Aufstieg am ersten Tag ca. 2000 HM, am zweiten 450 HM. Abstieg: insgesamt leider ein bisschen mehr; inbegriffen dafür ein östlich gelegener Viertausender, dazu der höchste hochoffizielle Nicht-Viertausender der Alpen; garantierte Dauer-Aussicht 3D durchs Band included - dafür praktisch keine anderen Touristen online. Tönt ja schon mal ganz und gar nicht schlecht, oder? So dachten wir - - und denken es noch immer, das heisst umso mehr, nachdem wir  tatsächlich da oben rübergemacht haben – auch wenn wir, Gott sei’s geklagt, scheiterten, was das Gesamtziel bzw. den Total-Umfang unseres ursprünglichen Projektes angeht. Immerhin und dennoch:

Alpin Rise hat über einen Teil dieser Tour schon im Juli 2010 berichtet, ich will also auch keineswegs Eulen nach Athen oder ins Engadin tragen - allerdings ging er die Sache in der umgekehrten Richtung an, wo die Höhenmeter sich deutlich humaner, sprich lockerer verteilt zusammenläppern, und er liess überhaupt die Cambrena-Gipfel und den Piz d’Arlas aus. Der von ihm gewählte Titel 'Super Bernina' scheint mir somit, mit Verlaub, nicht optimal passgerecht für eine Überschreitung, die doch diverse der ortsansässigen Erhebungen gar nicht beinhaltet. Egal: Da auch wir letztlich leider nicht - anders, als es unser konkretes Projekt war - alle Gipfel, welche man von der Diavolezza aus sieht, hintereinander und immer direkt über die Grate bestiegen haben, betitle ich unsere hiermit zu präsentierende Rumpf-Tour halt unvermeidlich zerknirscht und angebracht bescheiden mit "Diavolezza-Panorama-Tour". Wer dann aber echt wirklich alle von besagtem Plateau aus sichtbaren Gipfel aneinanderreiht, soll dieses Enchaînement z.B. doch mit DIAVOLEZZA TOTALE betiteln – oder, falls das Ganze dann sogar an einem einzigen Tag über die Bühne gegangen wäre (chapeau im voraus!), als HYPER SPEED BERNINA oder ähnlich; ich nehme selbstverständlich an, dass es unter den Hikr-Org-Addicts den einen und die andere geben dürfte, die zu sowas imstande sind. Als Wasserträger, Seil- und Müesliriegel-Sherpa und Teil-Routenkundiger würde ich mich für ein solches Event jedenfalls gerne zur proaktiven Verfügung stellen. Dieser Bericht ist, man hat es bereits gemerkt und ich gebe es hiermit prophylaktisch freimütig zu, in summa also sowieso und eigentlich mehr ein Aufruf als nur ein Bericht. Trotzdem oder wie auch immer:
Andi und ich fuhren am 20.8.2011 frohgemut hoch zur Diavolezza benannten Passhöhe - einer nach wie vor kaum frequentierten und entsprechend wenig bekannten Destination am südlichen Ausläufer der vermutlich doch immerhin mehrere Dutzend Jahre alten geologischen Verwerfung, die der Einfachheit halber sowohl von Anfängern als auch von Fortgeschrittenen gemeinhin als Bünder Alpen bezeichnet wird. Vor dem Abendessen spazierten wir kurz rüber und hoch zum Pass Queder, um zu sehen, wo es am nächsten Morgen am Pilz d'Arlas konkret losgehen sollte und Bartli den Moscht holt.
Am 21.8. 2011 dann machten wir uns um 4.15 Uhr mit vom opulenten Frühstücksbuffet fast bis zum Boden lampenden Wampen auf, zusammen mit nicht gar so wenigen Palü-AspirantInnen. Die erste Steilstufe westlich der Fuorcla d'Arlas, zu der vom Gletscher aus ein Firnfeld ein wenig hinaufzieht, war im LED-grellen Licht der Stirnlampen kein Problem, obwohl wir mittlerweile mutterseelenallein am Berg waren - die vier fünf eher originellen Eisenstifte, welche am rechten Rand einer ziemlich grossen, orange geschminkten Platte stecken, findet man ohne Weiteres auch in der Nacht; sie sind aber tatsächlich, wie man auf diesem Channel schon hat lesen dürfen, auffällig unergonomisch weit voneinander entfernt platziert, als wäre man auf einem monkey-trail statt auf hehrer Bergtour. Nachher ging es in hübschem Schuttgelände flott weiter rauf zum Nordgipfel, 3375m, bzw. nach selbigem horizontal südwärts rüber, während es draussen naturgemäss unaufhaltsam immer heller wurde. Der relativ lange Übergang vom Nord- zum Südgipfel des Piz d'Arlas, 3467m, ist einfach, zwischendurch gilt es bloss mal drei vier Meter fotogen über eine glatte Gratkuppe zu reiten und anschliessend durch genüsslichen Bruch weiter hochzusteigen. Vom Gipfel darauf ganz kurz und leicht runter auf den Firn, dann etwa zweihundert ebensolche Höhenmeter im Schnee und Laufschritt hoch zu den zwei Gipfeln des Piz Cambrena, 3602 bzw. 3606m. Von dort zuerst rechts bzw. nordwestlich etwa hundert Meter den Grat lang runter, dann links rein in die wenig übersichtliche und arg lotterige, aber insgesamt doch problemlose Felsflanke, die man, von oben her gesehen, nach links runter zu quert, bis man den Pers-Firn erreicht. Horizontal rüber zum Beginn des Direkten Ostgrates des Piz Palü. In ausgesprochen genussvoller Kletterei diesen Grat hoch, z.T. im Fels, grösstenteils im Firn, bis 45 Grad, zur Ostschulter. War man bis jetzt ganz sicher ganz allein, kann es nun vorübergehend zu gewissen interpersonellen Friktionen kommen, sie sind aber rasch überwunden, Ost- und Hauptgipfel des Palü macht man im Autopilot-Modus. Der Grat vom Piz Spinas, dem Ostgipfel des Palü, runter zur Fuorcla Bellavista, lässt sich in elegantem Speed-Hiking-Style bewältigen: Grösstenteils geht das freihändig, auch wenn einem schwer bewaffnete Alpin-Krieger entgegenkommen, die in jede anwesende Spalte einen grimmigen Friend schieben. Den hier ansetzenden, allerdings bloss mässig prächtigen, dafür generös besonnten Schotter- und Schneehang hinauf zum ersten Gipfel der Bellavista, von dort runter und dann hoch zum Mittelgipfel und anschliessend runter und wieder hoch weiter zum Hauptgipfel der noch immer gleich benamsten Bellavista – von der aus man tatsächlich eine schöne Aussicht hat auf die Via Nazionale Alpina A-Sowieso (als Deutschlehrer müsste ich dieses dauernde hoch und runter und weiter und dann natürlich entschieden bemängeln, jedenfalls vor Ort ausdrücklich mit einer schlechten Note drohen; aber was kann ein Schreibender eigentlich dafür, wenn es schlicht so ist, wie er eben schreibt? Bei einem Enchaînement dieser Art liegt es sowieso ganz klar schon in der Natur der Sache, dass sich dies und das wiederholt, und zwar nicht nur einmal) - am Schluss ist das ein wiederum ziemlich exponierter, dafür fotogener Schneegrat wie gehabt. Von dort lange zu runter, ganz im Fels, in den Passo del Zupò - hier haben Andi und ich für ein Mal (nein: auf dem mürben Gletscher zur Marco e Rosa machten wir das nochmals), im Unterschied zum ganzen restlichen Tag, wo wir ungesichert gingen, das Seil herausgenommen, weil eine relativ glatte Fünfmeter-Platte von oben relativ glatt aussah und nach mehr als nur fünf plattigen Metern. Von der Senke des Passo aus zur Abwechslung dann wieder hoch, himmelwärts, wie man so blöd und leichtfertig sagt, lange und leicht und leckmichamArsch, zuerst im Fels, dann auf Schnee, verdammt, wie weit soll das noch gehen, uns gibt es doch auch noch, oder etwa nicht? Auf dem Gipfel des Piz Zupò, frustriert stolze 3996m hoch, angelangt, empfiehlt sich, was um des Bildkicks willen zwar wohl eh alle tun: mit Pickel und oder Stock, die man stracks und steil in die Höhe hält, ein paar Meter Verlängerung zu produzieren, um die 4000 Meter zumindest annähernd zu schrammen. Vom Gipfel des Zupò anschliessend zuerst leicht dem SW-Grat entlang hinab, dann je nach Verhältnissen früher oder später rechts in die Flanke rein und runter, z.T. über 40 Grad steil, bis in die Senke, Fuorcla dal Zupò, wo es endlich, als wäre das Raufgehen erst grad erfunden worden auf dieser vereisten Welt, wieder hoch geht zum Piz d'Argient, 3945, immerhin. Hinauf also, über eine Biancograt-artige, flotte, wenn auch mit Kürze gewürzte Schneide, und nach womöglich gehabtem Gipfeltrunk wieder runter - und dann was? Sportive DIAVOLEZZA-TOTALE-AspirantInnen besteigen anschliessend natürlich hoffentlich noch die Crast' Agüzza, Dow-Jones-Punkte aktuell: 3845 - wozu wir angejahrten Weicheier uns zugegebenermassen halt aber leider nicht imstande fühlten - - mag es daran gelegen haben, dass wir gänzlich unakklimatisiert doch gegen 2000 Höhenmeter rauf zu in den Beinen hatten bis jetzt an diesem Tag; mag es die aussergewöhnliche Hitze gewesen sein (der wärmste Sommertag in der Schweiz, ausgerechnet, seit 30 Jahren…); oder es lag an der doch recht fordernd scheinenden Fels-Postur dieses kaum mal bestiegenen schrägen Zackens am Arsch der Welt, bzw. an der etwas gesucht oder von uns her gesehen wenig benutzerfreundlich wirkenden Linienführung auf ihn hoch (gemäss Beschreibung im Führer komme man von N her an den eigentlichen Aufschwung; wir hätten es aber, vom Piz d’Argient kommend, von SE her machen sollen… die Route ist übrigens nicht nur auf hikr-org, sondern überhaupt im Internet nicht dokumentiert, falls ich denn genügend gut gegoogelt habe…) – wir kapitulierten jedenfalls, big shame on us, im voraus und machten stattdessen trottelig unverrichteter Crast-Agüzza-Dinge stantepede runter zu auf den Snow-Trail Richtung Marco e Rosa Hütte -  elf Stunden nach dem Aufbruch von der Diavolezza waren wir dort und genossen in den anwesenden Designer-Liegestühlen die wohlverdiente Injektion Glukose mit EPO, ersetzten die an diesem Tag hinausgeschwitzten Anabolika, brünzelten frohgemut und freien Gewissens in die offiziellen Plastikflaschen, welche uns die anwesenden italienischen Doping-Kontrolleure entgegenstreckten, und, ich gebe es zu: Wir tranken darauf sogar das eine und andere, zwar fast fast alkoholfreie Bier... mag sein, dass es auch zu Grappa-Konsum gekommen ist später am Abend, wir haben aber leider beide diesbezüglich einen leichten Filmriss...

Kleine Zwischenbemerkung: Wer auf einer solchen Tour nicht zwei Skistöcke dabei hat, dafür stattdessen einen Helm, wie man das eben immer wieder sieht on the road - nun ja, der/die sollte sich vielleicht mal etwas überlegen, was die persönliche Ausrüstungsliste angeht. Ein Helm für Gratgelände – what for? Stöcke sind in so einfachem Gelände hingegen ganz klar ähnlich praktisch wie z.B. im Winter auf Skitouren – merkwürdig aber, dass die meisten Touristen offenbar noch immer irgendwelchen althergebrachten Konventionen verhaftet zu sein scheinen und darum praktisch durchs Band nichts dergleichen Griffiges dabei haben; als wären Stöcke, statt Ausdruck von Entschlossenheit und Dynamik, ein Zeichen von Gehbehinderung oder von sich anbahnender bzw. bereits ausgebrochener Arthrose - dabei machen sie den geübten Gänger lediglich um ein zwei Zacken schneller und sicherer ebenso.

Am Tag darauf stiegen wir über den Spallagrat hoch zur Bernina – ein zwischendurch zwar etwas exponierter Alpinwackel ist das bekanntlich, dafür lediglich eine gute Stunde ab der Marco e Rosa, zumindest wenn man seilfrei unterwegs ist. Und dann ging es naturgemäss bzw. der Aussicht von der Diavolezza aus folgend, die uns das alles letztlich ja vorgab, den Biancograt runter - der ist aber eh schon bestens dokumentiert auf diesen und jenen Channels, Details können wir uns somit ganz schenken. Die neue oder mittlerweile nicht mehr ganz so neue Via Ferrata unterhalb der Fuorcla Prievlusa bietet, um dies doch noch zu erwähnen, keine Probleme; der Weg zur Tschiervahütte runter (der in dieser Richtung eben eh wenig gemacht wird) ist dann zum Teil aber weniger leicht zu finden, als wenn man von unten kommt. Wegen Rutschen neueren Datums in diesem und jenem Moränenhang ist die Wegführung offenbar immer mehr nach oben verschoben worden; absteigend kann es einem durchaus passieren, dass man zwar einschlägigen Markierungen folgt und sogar da und dort einen orientierungsfreudig leuchtenden Reflektor a.D. antrifft – man dann aber eben doch in einer übel schuttigen Sackgassen-Pampa landet, please restart your PC, und wieder mühsam hochsteigen muss hinauf auf den mittlerweile also neu gelegten Weg…im Zweifelsfalle somit besser immer hoch halten. Ein erstes kleines Bier in der Tschiervahütte ist womöglich nicht verboten, würde man jedenfalls meinen, dann geht es weiter hinab und dann hinab und dann weiter, schier endlos, scheint es dem Bergflüchtigen, ins Val Roseg, das sicher darunter leidet, dass praktisch alle, welche sich kreuchend und fleuchend in ihm vertun, es falsch aussprechen, es jedenfalls falsch schreiben. Bäume gibt es tatsächlich noch immer da unten, man hat das in den eisigen Gefilden oben mittlerweile fast vergessen oder es nicht mehr für möglich gehalten, und diverse anwesende Gewässer rieseln und glucksen oder reissen da bereits auch, Reiseziel dieser Flüssigkeiten ist ja immerhin just das Schwarze Meer, es schäumt weiss und grünt und blaut und überhaupt tut sich so viel, dass Gott, vormalig Chef des hiesigen Verschönerungsvereins, erbarm! In der mittlerweile ziemlich arg bullig sich anfühlenden Hitze endet man schliesslich, vierteltot bis halbverdurstet, womöglich hinkend, jedenfalls gegen den zwischenzeitlich aufgekommenen Malojawind anstinkend, mit verrutschtem Toupet und verlaufener Schminke im hehren Exbergdorf namens Pontresina-Global – wo es dann mehr als nur eines weiteren Bierchens bedarf, um den Frust und oder die Freude über das auf zwei Tage verteilte, total 21-stündige Unterwegssein, sprich: über dieses fragwürdige Martyrium, das einem vor allem sicher einen massiven Altersschub beschert, weg- und runterzuspülen, bevor man sich dem quietschenden ÖV-Geruckel der althergebrachten Rhätischen Bahn über den ewig jungfräulich bleibenden Albula anheimgibt. Hauptsache, wie auch immer: Man muss so rasch nie nie nie nie nie nie nie wieder z’Berg! Yep!!!

PS: Bemerkung zum Piz Prievlus-Südgrat: Auf einem meiner angehängten Bilder ist das steile Gratstück von knapp 200 Höhenmetern gut zu sehen, frontal von gegenüber – über es führt ghaue oder gstoche der Weg von DIAVOLEZZA TOTALE. Und nicht nur über diesen granitharten und relativ plattigen Aufschwung, sondern nachher auch noch über den Piz Morteratsch Südgrat, der es ebenfalls sicher ziemlich in sich hat. Andi und ich haben hier, wie tags zuvor schon an der Crast’Agüzza, ich gebe es zu, schlicht zu wenig verbliebene Lust gehabt, um es echt zu probieren. Okay: Dass ich kurz unterhalb des Berninagipfels eh eines meiner allerliebsten ehrwürdigen Steigeisen in doofster Altersschusseligkeit runtergeschmissen habe anlässlich eines anstehenden Tenü-Wechsels - was den Abstieg über den Biancograt nachher leicht beeinträchtigt hat - mag auch mitgespielt haben; es bedürfte aber so oder so einer ziemlichen Portion Power, am Prievlus weiter hochzumachen statt abzusteigen zur Tschierva… zum Abschluss der ganzen, doch relativ langen Rundtour kommt hier sicher die technische und stotzige Haupt-Challenge von Diavolezza Totale. Infos zum Prievlus Südgrat gibt es kaum – im Führer ist von SS- die Rede; was auch immer das heissen mag. Es scheint sich jedenfalls, von gegenüber gesehen, um echt festen Fels zu handeln, die toughe Formation ist anmächelig und ästhetisch steil; unter einer UIAA V und oder sogar deutlich härter wird das aber kaum zu machen sein, schätze ich mal. Der Grat ab dem Piz Prievlus zum Piz Morteratsch scheint leichter zu sein – er ist im Führer aber immer noch mit S bewertet – auch hier geht es sicher nicht unter einer UIAA IV oder mehr ab. Es empfiehlt sich darum eventuell, ein Paar Kletterfinken für den Vorsteigenden mitzunehmen - trotz des eher überlangen alpinen Vorgeplänkels, wo solche Schühlein ganz und gar nicht gefragt sind - und dazu ein paar Friends, Keile, Haken etc.

PPS: Es bietet sich natürlich an, oder ist im streng ästhetischen Sinne sogar obligatorisch, nach dem Piz Morteratsch noch die restlichen paar Erhebungen nordwärts anzuhängen, die man von der Diavolezza aus ja immerhin auch sieht – als da wären: Piz Tschierva, Piz Boval, Piz Misaun, Piz Mandra, Piz Chalchagn. Diese Gipfel sind zunehmend leichter bis ganz leicht zu besteigen, massiv uninteressantes Geh- und Schottergelände zuletzt, klar; trotzdem – als Schäumchen auf der ganzen Chose gehörten sie aber halt doch ganz klar dazu, sowohl vom Optischen als wohl auch vom Konditionellen her. Howgh – ich habe gesprochen. Wenn auch langfädig und leider nicht immer zur Sache …müssen so vorlieb nehmen, liebe Hikr-Orgianer weweweh…

Tourengänger: schnafler

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Kommentare (3)


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Alpin_Rise hat gesagt: Halbtotale
Gesendet am 6. September 2011 um 22:45
Tolle Tour, oben drüber!

Super Bernina könnte auch was ganz anderes bedeuten, man stelle sich Rosegg - Diavolezza vor... uns überraschte damals das zügige Vorwärtskommen im WS-Gelände, zeitlich wäre Cambrena-Arlas gut dringelegen, wagten wir aber nicht zu planen.
Auf dieser Tour sind sicher die Firnverhältnisse entscheidend, aufgeweichter Firn bremst...

Ob die ganze Runde Chalchagn - Pers je gemeistert wurde? Das ist dann sicher nicht hikr-Liga sondern auch für Spitzenalpinisten eine harte Nuss!

Nicht ganz einverstanden bin ich bei der Helmfrage: auf dieser Tour gehört dieser an einigen Stellen auf die Birne, am Cambrena und an der Furcola Prievlus gibts sicher einige Lockersteinchen, andere Orte sind auch genug steil für Steinschlag. Also auf damit und die Stöcke gekrallt!

G, Rise

schnafler hat gesagt: RE:Halbtotale
Gesendet am 7. September 2011 um 15:33
Danke fürs Mail, Du Alpin-Aufgang. Mit SUPER BERNINA könnte man tatsächlich auch die Überschreitung Roseg-Scerscen-Bernina etc. meinen - die soll aber, hat mir ein Freund erzählt, echt nicht zu empfehlen sein:übler Bruch, gefährlich, Scheissgelände halt. Diavolezza Totale hingegen ist kein Bruch und ungefährlich. Und ein Spitzenalpinist braucht man dafür auch nicht zu sein, meine ich; bloss zügig unterwegs und ein bisschen ausdauernd...
Chalchagn-Arlas: Ob das jemand mal alles gemacht hat hintereinander, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis. Die Überschreitung wäre in dieser Richtung aber so oder so deutlich leichter als umgekehrt, d.h. Arlas-Chalchagn -- denn die härtesten Dinger sind am Prievlus und am Morteratsch - und wenn man dort abseilt, weil am Chalchagn beginnend, sind Morteratsch- und Prievlus-Südgrat natürlich bei Weitem nicht mehr das Gleiche. Okay - in den USA gibt es ja viele frenetische 'Abseilists' ; kann ja sein, dass sowas bei uns auch noch mal zur Mode wird...
Zur Helmfrage: Es soll da natürlich jeder selber entscheiden. Ich sehe mich, was meinen eh schon mal zerbrochenen Kopf angeht, jedenfalls nicht als Hasardeur.
Weicher Firn bremst, ja klar: Wir hatten auch ziemlich viel Pflüder unterwegs, zumal wir ja wohl den wärmsten Tag in der Schweiz seit etwa dreissig Jahren erwischten; in der Marco e Rosa lief jedenfalls etwa ein halber Liter Wasser aus meinen Schuhen, als ich sie auszog und umdrehte - und sie trockneten da oben dann auch nicht über Nacht... aber man ist ja nicht aus Zucker.
Gruss, Schnafler

ma90in94 hat gesagt: RE:Halbtotale
Gesendet am 7. September 2011 um 20:15
Da kommt die Traverse Roseg-Scersen- Bernina aber mal schlecht weg. Klar, darf man keine Plaisirgelände erwarten, ist aber auch nicht schlimmer als manch anderer Westalpenklassiker.
Das Gelände ist anfürsich nicht wirklich schwierig, hält aber immer gut auf und einem auf Trab und gemeinsamgehen gibt es eher weniger.
Sind vom Bivacco am Sellapass an einem Tag bis zum Scersen gekommen, dort Biwak, am nächsten dann den Rest bis zum Wagen. War schon spät im Jahr, 18./19.9.1979. Verhältnisse waren tiptop.
Hmm... vielleicht habe ich ja auch nach der langen Zeit die vielen Flüche und Beschimpfungen on Tour verdrängt.
Einmal im Leben in der Porta da Roseg stehen war damals für uns Pflicht.
Gruß Günter


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