Hochreichkopf (3008m) über NO-Grat


Published by DHantke , 7 September 2011, 11h54.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Stubaier Alpen
Date of the hike:10 August 2011
Hiking grading: T5- - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 1 days 7:00
Height gain: 1250 m 4100 ft.
Height loss: 1250 m 4100 ft.
Route:Gesamt 17 km
Access to start point:Parkplatz Dortmunder Hütte
Access to end point:Parkplatz Dortmunder Hütte
Accommodation:Dortmunder Hütte, Guben-Schweinfurter Hütte
Maps:AV Karte 31/2 Sellrain

Der Hochreichkopf (3008 m) ist ein recht klobiger Gipfel nordwestlich von Kühtai, der über eine Vielzahl von Wegen erreichbar ist. Der einfachste Anstieg geht über das Horlachtal (z.B. über die Guben-Schweinfurter Hütte) mit einem recht steilen Schluss-Anstieg in die Hochreichscharte und von dort über die Nord-West-Flanke unschwierig zum Gipfel. Beliebt ist auch der Anstieg über das Längental in die Niederreichscharte, von der man über einen versicherten Steig (teilweise I, Teil des „Wilhelm-Ostrogge-Wegs“) ebenfalls in die Hochreichscharte gelangt. Der klettersteigartige Teil lässt sich auch abkürzen durch den Direktaufstieg über den NW-Grat (im obersten Teil II). Wenig begangen und recht unbekannt hingegen ist der Weg über den NO-Grat (I, ebenfalls im obersten Teil II), den man über das Längental und die Längentaler Scharte erreicht. Dieser Anstieg ist allerdings nur im ersten Abschnitt im Längental markiert, der Abzweig zum Weg in die Längentaler Scharte ist nicht leicht zu finden (leidvolle eigene Erfahrung) und auch der weitere Aufstieg erfordert einige alpine Erfahrung, ist aber absolut lohnend, man bewegt sich stets auf festem Blockwerk und der obere Teil des NO-Grats besteht aus kompaktem, festen Fels, was für die Stubaier Alpen nicht unbedingt selbstverständlich ist.
 
Wegbeschreibung: von der Dortmunder Hütte (1950 m) bewegt man sich etwas abwärts in Richtung Längental am Längentaler Stausee und dem dazugehörigen Speicherkraftwerk vorbei ins Längental. Nach ca. ¾ Stunden erreicht man einen kleinen See auf 2088 m Höhe, hinter dem der Weg die erste Steilstufe aufweist. Der markierte Weg geht nun direkt nach Süden und biegt dann nach einigem Geschlängel in Richtung SW ab. Anschließend biegt der Weg auf etwa 2200 m Höhe in Richtung Norden um und hier zweigt man in Richtung Längentaler Scharte weglos zunächst in Richtung WSW ab und erklimmt eine recht steile, grasbewachsene Schuttreiße, die aber fest ist, bis auf ca. 2500 m Höhe (Gehzeit bis hierher ca. 1 ¾ Stunden). Einige kleine Steinmännchen helfen bei der Orientierung. Dann biegt man ganz scharf direkt nach Osten in eine kleine Schlucht ein und behält diese Richtung für gut einen halben Kilometer bei und erreicht zunächst einen kleinen See und über eine Steilstufe einen weiteren, etwas größeren See. Ab dem größeren See erklimmt man über Schrofen die Längentaler Scharte (2658 m) in südlicher Richtung (dies erfordert ab und zu den Gebrauch der Hände, am besten immer der geringsten Steigung folgen, etwas mühsam, manche Stellen erreichen schon den I. Grat). Kurz vor Erreichen der Längentaler Scharte trifft man auf einen weiteren, malerischen See (das ist dann schon See Nr. 4 :) ). Gesamtzeit bis dahin bei zügiger Gehweise ca. 2 ½ Stunden.
Ab dem See geht es weiter weglos durch ein sehr nettes Block-Tal nun in Richtung Osten zum NO-Grat, zunächst in reinem Gehgelände, und man erklimmt den NO-Grat. Der untere Teil des NO-Grats gliedert sich in 2 Teile, einem südlichen und einem nördlichen Ast – der südliche ist laut AV-Führer Stubaier Alpen (Klier) besser zu begehen und diesem Rat bin ich hier auch gefolgt. Man kann den Grat auch zunächst im Blockwerk linksseitig umgehen (spart Zeit und Kraft :) ) und erreicht dann den oberen Teil bei ca. 2900 m Höhe. Ab da wird es dann deutlich steiler und man braucht zunehmend die Hände (I). Das letzte Stück (30 Höhenmeter) erfordert dann etwas Kletterei im II. Grad – man kann das Gipfelstück sowohl von der Südseite als auch von Norden erklimmen – die Nordseite ist steiler, hat aber wohl festeren Fels, das letzte Stück ist durchaus ausgesetzt. Gehzeit ab Längentaler Scharte ca. 1 ¼ - 1 ½ Stunden.
 
Gesamtzeit für den Aufstieg also gut 4 Stunden. Höhendifferenz ca. 1250 Höhenmeter, da es einige Gegenanstiege gibt, Wegstrecke 8 ½ km.
 
Abstieg dann auf der Normalroute zunächst zur Hochreichscharte und steil durch eine etwas unangenehme rutschige Schutt- und Erde-Passage ins Horlacher Steinkar – früher gab es hier noch ein Firnfeld, dieses ist nun praktisch ganz verschwunden und vorbei an 2 weiteren Seen bis zu einer roten Markierung, die den Weg zur Längentaler Scharte weist. Durch übles Blockwerk zur Längentaler Scharte und wieder an den beiden Seen vorbei auf dem Anstiegsweg zurück ins Längental. Vorsicht beim Abstieg, da es einen sehr steilen Fels-Abbruch ins Längental gibt – diesen nordseitigen Steilabbruch nördlich der beiden Seen an der Längentaler Scharte muss man linksseitig (also westwärts) umgehen.
 
Wegstrecke für den Abstieg ähnlich wie im Aufstieg, also ca. 8 ½ km. Gesamtzeit für Abstieg ca. 3 Stunden – der Rückweg durchs Längental (Nomen est Omen) zieht sich gewaltig, Gesamtstrecke gut 17 km, Gesamtzeit gut 7 Stunden. Tour allein begangen.

Hike partners: DHantke

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