Tristelhorn Bike and Hike, das Tamina Express


Publiziert von nprace , 4. September 2011 um 21:19.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 3 September 2011
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS-
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   CH-GR 
Zeitbedarf: 11:30
Aufstieg: 2800 m
Abstieg: 2800 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:SBB nach Bad Ragaz dann Velo
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Ditto

Mit meinem Birthday Baechistock als inspiration habe ich die wilde Seite St. Gallens entdeckt in der gewaeltige Flanke der Ringelspitzgruppe. Eine lange, anspruchsvolle Bike und Hike mit vielen hoehen Meter und genau so viele schoene Momenten.

Abfahrt um 7.30 vom Bad Ragaz Bahnhof und auf der westlichen Talseite durch Valens und Vasoen und endlich in Vaettis angekommen wo die Strasse noch mal steiler geworden. Die Strasse hoch zum Giggerwaldsee ist herrvorang fahrbar obwohl ich wegem Alpenruckzuck a) Absteigen und b) Ohren bedecken muessten ...kann schwoeren die Kuehe werden irgendwann Taub...
Weiter auf der Schotterstrasse von St. Martin bis kurz vor Brennboden wo den Alupferd stehen geblieben ist. Fuer diese 1100hm Veloaufstieg benoetigete ich 2.5 Std. und sehr viele Liter Wasser...es war heiss!
Von Vondere Ebni den Wanderweg folgend durch Untere Schiterboeden und ab der Bachquerrung bei Punkt 1767 den Hang (Wiesen und ein wenig Schutt direkt hoch nach Ochstentristel dann schraeg aufsteigend zum Einstieg des Glaseregg. Diese 'Diretissima' fand ich logischer als der Weg ueber der Schraeawislihuette.
Das Gelaende am Anfang des Glaseregg besteht aus steilem Gras, ziemlich festen Fels und Schutt aber ist sehr gut begehbar ohne Haende. Ab un zu meint man es gaebe ein Spur aber dieses verschwindet dann gleich dannach. Der Rucken moeglichst nah folgend kommt man zum schoenen Punkt 2447 und 2515 von welchen es einen beeindruckenden tiefblick gibt. Hier ist auch das letzte Kontakt mit  Lebenswesen groesserer als Flechten also geniessen...
...dannach kommt nur noch Schutt und Fels. Der Weg wird auch steiler aber immer noch gut begehbar trozt Stellen die Schlamm, Shutt und glaten, bruchigen Felsmischung...nicht angenehm...
Gegen cir. 2900 muss man die Haende zum ersten Mal einsetzen um eine uebele Rinne westlich umzuklettern. Diese Kletterei ist mit II nicht sehr schwer aber der Fels laesst wuensche und die Ausgesetzheit ist nicht zum spassen!
Dannach im Schutt weiter zum mini Gletscher und Scharte 3021. Die leichte (II) Blockkletterei (Fest und Griffig) zum Gipfel hoch fand ich einfacher als im Schutt zu kaempften und wuerde ich jedem empfehlen. Der eingentliche Gipfel befindet sich auf dem nordlichsten von 3 Klotzen. In einem IV Bouldering Zug bin ich hoch gekommen dann wieder unter geklettert und cir 1m gesprungen. Die Stelle ist nicht ausgestzt und der Untergrund ist regelmaessig und flach. Vom Gipfel das Prachtpanorama war leider etwas trueb wegen der feuchten Luft. 6.5 Std vom Bahnhof Bad Ragaz.
Abstieg nach westen erst durch Schutt und Bloecke dann ueber einem schoenem Rucken. Dannach folgen 2 sehr luftige, schmale Stellen wo ich runterklettern muessten. Die waren sehr ausgestzt und den Blick in die 1000m hohe schattige Nordflanke motiviert zu hohem Vorsicht  Der Fels ist bruchig und ich habe jeden Tritt und Griff geprueft. Sicher nicht die angenehmste Stelle dieser Tour...Aber kurz dannch habe ich eine Muttergemse mit Baby ueberrascht. Die Stelle war etwas eng und ich stand voruebergehen weniger als 3m von den Tieren entfernt. Die Mutter, mit milchigen Augen war komplett blind und konnte kaum bewegen. Die kleine war von diesem Jahr. Nach ein wenig Akrobatik unserer Seiten konnte ich weiter laufen aber die Paare wird bestimmt nicht lang ueberleben koennen....:-(
Weiteren Abstieg und lauf auf dem Grat der, zum 90% einfaches Gehgelaende ist. Die Landschaft ist sehr wild und einsam. Ich habe keine andere Person gesehen obwohl ab und zu Fusstritte gab's zu sehen. Ich hatte diesen Sommer mehrmals gedacht Segelschirm fliegen zu lernen und noch mal hat diese Idee an Begrundung gewonnen da einen Abflug von hier ins Talboden waere genauso kniesparrend wie spektacular!
Ich habe das Piz Sax ausgelassen da im Profil sah der Grat kletter intensiv aus und nach 2700hm und drei unangenehme Kletterstellen fuehlte ich mich nicht bereit fuer noch eine. In bin also vom Sattel (bei 2707) nach Sueden gegen 2400 abgestiegen und dann im Val Sax wieder zum Furgga aufgestiegen und dabei etwa 20 Murmmeli ueberrascht. Die haben ein herrliches Leben da oben!
Auf dem Trinser Furgga war ich um 16h und eine knapp 40min spaeter bei der Sardonahuette. Weiter die grosse Ebene (Hintere Melchi) und Forststrasse runter bis zum Velo wo ich, singend, sehr erleichtert und froh um 18h angekommen bin.
Dannach nur Wind in den Haaren und Jubeln Endlich kurz nach 19h konnte ich in Bad Ragaz ein Pfeffersteak und Stange nach einem 'job well done' bestellen.

Schoene Tour die an meine gegenwaertigen Konditions und Laufgeschwindigkeitsgrenzen stosst. Ich wollte ursprunglich das Sardona noch besteigen aber ich denke ein solches Plan ist besser frueher im Jahr wann vielleicht noch Schnee liegt damit man besser auf- und absteigen kann...sonst ist im endlosen Schutt recht muehsam....habe ich darauf verzichtet und der Pickel hat eine schoene Rundreise gemacht. Ich bin auch fast die gesamte Tour mit Stoecke gelaufen die, recht praktisch sich erwiesen haben.

Weitere Happy Trails und einen schoenen Bergherbst.
N

Tourengänger: nprace

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Kommentare (3)


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marmotta hat gesagt: Gratuliere!
Gesendet am 4. September 2011 um 21:38
Tolle Tour, die ich genau in dieser Form schon lange einmal machen möchte! Falls es dieses Jahr noch klappt: Wäre ein Abstieg über die Glaseregg momentan sehr unangenehm? Lohnt es sich, bis zum Frühsommer nächstes Jahr (wenn Schneefelder die Sache erleichtern) zu warten?

G.
marmotta

nprace hat gesagt: Kann mich nicht begeistern...
Gesendet am 4. September 2011 um 21:46
Einen Absteig ueber die Glaseregg kann ich nicht empfehlen. Allein die bloede quasi II Kletterstelle um die Rinne waere sehr unangenehm. Dannach nur grosse Tritte und ruschtigen Boden fuer 1000hm. Im Fueher steht's zwar dass, diese Abstieg wird benutzt aber wurde ich echt nicht empfehlen.
Den Abstieg uber Trinser Furgga shaetze ich auf 3/4 bis 1 Std. laenger aber dafuer viel sicherer und angenehmer und schoener.
Bei Schnee muss ich stark von einem Abstieg ueber die Glasseregg abraten!!
Gruss
Nic

danski hat gesagt:
Gesendet am 5. September 2011 um 01:55
ach du schöne heimat! coole tour, auch wenn der schnee fehlt... ;) grüsse und gratulation aus patagonia!


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