krönender Abschluss unseres Vorarlberg-Aufenthaltes: der Widderstein


Publiziert von Felix Pro , 7. September 2011 um 22:14. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Lechquellengebirge
Tour Datum:31 August 2011
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Aufstieg: 870 m
Abstieg: 870 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW Warth - Hochtannbergpass
Zufahrt zum Ankunftspunkt:PW Hochtannbergpass nach Warth; über den Flexenpass nach Stuben am Arlberg, Feldkirch und via Autobahn über Sargans nach Wädenswil; über den Hirzel zur Autobahn nach Sihlbrugg, Luzern und Sursee
Unterkunftmöglichkeiten:Gasthof Walserstube, Warth
Kartennummer:Alpenvereinskarte 3/2 Lechtaler Alpen | Arlberggebiet

Das in Aussicht gestellte Prachtswetter zeigt sich bereits in den ersten Morgenstunden - Jumbo und wir stärken uns ein letztes Mal in der Walserstube; dann geht's, fährt's los ...

Auf dem Hochtannbergpass lassen wir das Auto stehen und machen uns, wie bereits viele vor uns (und später: nach uns), auf den gleich zu Beginn recht steilen grasigen Anstieg auf gutem Weg Richtung unserem heutigen Ziel. Schnell gewinnen wir an Höhe; Temperaturen, Wind und Wetter sorgen für beste Bedingungen. Bald erblicken wir etwas zu unserer Rechten die Hütte, bei welcher wir im Abstieg einzukehren gedenken. Ohne sie jetzt anzusteuern, wählen wir die Abkürzung, welche uns auf den letzten Höhenmetern im Grasgelände erst zu einer weiteren massiven Eisenplastik führt - die Landschaftsinstallationen von Antony Gormley in den Vorarlberger Bergen - vgl. dazu www.vorarlberg.travel/horizonfield - faszinieren mich sehr. Doch nun wird das Aufsteigen unvermittelt alpiner: über eine lange felsige Aufstiegsrinne, meist sehr gut gestuft und gebändert, gewinnt man erst in einem grossen Couloir weitere Höhenmeter. Einzelne blau-weisse Markierungen, öfters auch zahlreiche rote, meist jedoch verblasste, dienen ebenfalls zur Orientierung; vielfach kann man sich die Aufstiegsroute auch selbst wählen - eine kleine Gefahr stellt jedoch das auf dem relativ festen Fels herumliegende Geröll dar. In einem zweiten Abschnitt weitet sich der Kessel; wir treten nun aus dem teilweise noch vorherrschenden Schatten vollends ins Sonnenlicht heraus und geniessen das Finale des Aufstieges. Auf guten Wegspuren, minim flacher, geht es, das grosse Felsrund von W nach E querend, immer höher und endgültig dem Gipfel entgegen; einige kurze Kraxelstellen bereichern den schönen, anregenden Anstieg.

Auf dem Widderstein angekommen, sind die besten (windgeschützten) Plätze meist schon besetzt - wir finden nordseitig Sitzgelegenheiten, um unsere Mittagsrast abzuhalten; Jumbo v.a. um die Dohlen zu füttern (aus dem gesamten Studentenfuttersack wählen sie erst mal schon bestimmte Delikatessen aus ...). Nachdem wir das Panorama ausgiebig studiert - und damit weiter Gipfelziele "programmiert" haben, geht's halt leider wieder runter - mit immer noch erstaunlich viel "Gegenverkehr" - der Widderstein scheint ein ausgesprochenes Wunschziel für viele darzustellen! (Wir verstehen es - geniessen wir doch den An- und Abstieg sehr.) An der mannsgrossen Plastik vorbei (jetzt, nebst der bereits rot gefärbten Eichel, hat sie nun auch noch eine Mütze gefasst  ["lebendige", anscheinend sehr anregende Kunst]) wandern wir nun zum Berggasthof, welcher aussichtsreich über dem Hochtannbergpass liegt.

Auf der Oberen Widdersteinhütte herrscht grosser Publikumsandrang; wir verlassen den Rummel nach unserem Trinkhalt rasch und streben auf dem morgigen Aufstiegsweg hinunter zum Hochtannbergpass. Weil Jumbo gestern ein ausserordentlich tolles Verkaufs- und Imbiss-Lokal entdeckt hat, fahren wir über Warth zurück, kaufen bei der Wälder Metzge ein, trinken für heute ein letztes Bier auf österreichischen Boden - und fahren via Flexenpass nach Feldkirch und in die Schweiz zurück.

Eine ausnehmend reizvolle, intensive 4-Tages-Unternehmung findet so ein Ende - und hat uns zu weiteren Abstecher zu unseren östlichen Nachbarn inspiriert!

Tourengänger: Ursula, Felix

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