"I pack's net - a Hund auf an Klettersteig" - Unterwegs am Grete Klinger Steig


Publiziert von mountainrescue Pro , 3. September 2011 um 19:25. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Ennstaler Alpen » Eisenerzer Alpen
Tour Datum: 3 September 2011
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettersteig Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1582 m
Abstieg: 1573 m
Strecke:Hirnalm-Barbarakreuz-Fahnenköpfl-Rottörl-Krumpenalm-Hirnalm
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Vom Mürztal über Leoben in Richtung. Vordernberg/Eisenerz. Hinter Trofaiach bis Hafning (Abzweigung rechts), nun westwärts bis zur Hirnalm (letzte Kilometer Schotterstrasse)
Kartennummer:F&B WK Blatt 041; ÖK 50 Blatt 101

Genau diese Worte, des Titels, vernahm ich aus dem Mund eines Klettersteiggehers, als Luca in flotten Tempo, an ihm vorbei "kletterte" - und das ganz ohne Klettersteigset ;-) während er brav und gewissenhaft sich am Stahlseil nach oben "klinkte" - Aber schön der Reihe nach mit meinem Bericht!
 

Das ist meistens das Bild das sich anderen Bergsteigern bietet: Hund in flottem Tempo voran, während das Herrl  hinten nach schnauft ;-)

Aus der Tourenbeschreibung von bergsteigen.at
Der Grete-Klinger-Steig ist ein Paradebeispiel für eine gelungene Kombination von Klettersteig und aussichtsreicher Kammwanderung. Der Klettersteigteil nimmt etwa ein Drittel ein, zwei Drittel sind Kammwanderung und Abstieg. Einzigartig ist vor allem die Umgebung um die sog. Fahne und der wunderschöne Krumpsee. Der Steig ist sehr gut abgesichert, mässig schwierig mit einer C Passage, stellt aber gesamt eine doch lange Bergtour dar, dh. eine gewisse Kondition sollte vorhanden sein.


Schon länger stand der Steig auf meiner Wunschliste ganz oben auf. Nachdem ich mich schlau gemacht hatte, war klar, dass Luca diesen Steig problemlos bewältigen würde. Die Schlüsselstellen können nämlich problemlos umgangen werden bzw. ist der Rest für meinen "Klettermax" sicher kein Problem.

Wir starten an einem nebelverhangenen Tag um 7.30 Uhr bei der Hirnalm. Kurz nach mir starten ebenfalls 2 weitere Bergsteiger zu dieser Tour. Ich habe noch einige Worte gewechselt, dann habe ich sie jedoch nie mehr gesehen. [Schuld ist der Luca, dass wir so schnell sind, denn der hetzt mich immer den Berg im Eilzugstempo hoch :-)]

Der Weg führt zuerst über sanfte Waldwege zum Barbarakreuz.

 



Ab dort wird es dann steil. Der Anstieg auf das Fahnenköpfl ist immer wieder mit Stahlseilen gesichert. Große Wurzeln und ziemlich ausgesetzte Wegstrecken führen Richtung Fahnenköpfl.
 



Ich bin immer verwundert, wie problemlos Luca all diese Stellen meistert und emporklettert. Angst kennt er überhaupt nicht!

Beim Fahnenköpfl ist die erste Umgehungsstelle.

 



Man steigt zuerst etwas ab, bevor man einen steilen Hang zum Originalweg hochsteigen muß.



Es ist ein heißer Tag geworden. Während die Täler noch nebelverhüllt sind, schwitzen wir beim Anstieg durch die Latschenfelder. Kein Lufthauch verschafft uns Erleichterung und Luca nutzt jede schattige Stelle, um sich kurz auszurasten. Gleich nach dem Fahnenköpfl weichen wir wieder in die Latschen aus und umgehen den steilen Anstieg auf die Vordernberger Mauer. Zwischendurch bleibe ich immer wieder stehen und gebe Luca etwas zu trinken. Der Weg führt anschließend in stetem auf und ab zur letzten Schlüsselstelle, einen etwa 20m hohen Steilaufschwung, der bestens mit einem Stahlseil abgesichert ist.

 



Dort haben wir ein lustiges Erlebnis. 2 Klettersteiggeher sind gerade im Aufstieg begriffen, als Luca an ihnen vorbeiklettert. Ganz sprachlos beobachten sie seinen Aufstieg. Während sie brav mit Klettersteigset am Stahlseil hochsteigen ist Luca kurz darauf an ihnen vorbei und "grinst" bald wieder frech von einem Felskopf runter. 
 



Nach dieser Stelle ist der Grete Klinger Steig nur mehr eine auf- und absteigende Kammwanderung, die sich allerdings ganz schön in die Länge zieht.
 



Vor allem die Anstiege in der Hitze haben es in sich und so bleiben wir immer wieder stehen und füllen unser Wasserreservoir auf. Nach knapp 3 Stunden erreichen wir das Rottörl. Den Reichenstein schenken wir uns heute, denn unsere Wasservorräte sind zu Ende und auf der Krumpenalm wartet schließlich erst die nächste Quelle, sowie ein wohlverdientes Speckbrot für Herrn und Hund.

Nach einem ausgiebigen Tratscherl machen wir uns an den Abstieg zurück zur Hirnalm. Gottseidank ist der Großteil des Weges im Schatten, denn die Sonne sticht unbarmherzig vom Himmel. Schnell sind wir bei der Hirnalm zurück, wo wir unsere Tour noch gemütlich ausklingen lassen.

Fazit der Tour: Eine lange und großteils herrliche Kammwanderung, mit schönen Tiefblicken.
Die Absicherung sowohl im Wald, als dann auch im Klettersteig ist vorbildlich. Unbedingt genügend zu trinken mitnehmen, denn der Weg zieht sich in die Länge. Kurz vor dem Grüblzinken, ca. 30min vor dem Rottörl besteht die Möglichkeit in 5 Minuten (lt. dort angebrachter Tafel/Wegweiser) die Wasservorräte an einer Quelle aufzufüllen. Für Kinder, wenn sie nicht sehr gut trainiert sind, halte ich die Wanderung für ungeeignet, denn die Wegstrecke ist schon beträchtlich - das muss aber, letztendlich, jeder für sich selbst entscheiden.


Trackauswertung Twonav 2.4.2 mit CompeGPS 7.2.1
Dauer: 6:13:52
Strecke: 13,80 km
Maximale Höhe: 1983 m
Zeit in Bewegung: 4:10:27
Stillstandszeit: 2:03:25
Kum.Steigen: 1582 m
Ges.Abstieg: 1573 m
Mittlere Geschwindigkeit: 2,3 km/h

Mittlere Geschwindgkeit in Bewegung: 3,4 km/h


Tourengänger: mountainrescue


Geodaten
 7355.gpx Track der Tour

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (3)


Kommentar hinzufügen

©bergundradlpeter hat gesagt:
Gesendet am 5. September 2011 um 09:30
Hallo Erich,
dei Hund, dei Bericht und de Buidl - a schau:-)

Grüße aus Oberbayern
Peter

mountainrescue Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 5. September 2011 um 09:59
Hallo Peter!
Freut mich wenn dir mein Bericht gefallen hat - der Luca ist schon sein "Geld wert" ;-)

Herzliche Grüße nach Oberbayern
Erich

Felix Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 20. November 2013 um 17:21
gefällt mir auch sehr gut!


Kommentar hinzufügen»