Schaufelspitze 3333m "by fair means"


Publiziert von alpensucht Pro , 30. August 2011 um 01:24.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Stubaier Alpen
Tour Datum: 1 August 2011
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-T 
Zeitbedarf: 10:30
Aufstieg: 1650 m
Abstieg: 1050 m
Strecke:(Falbeson-Ranalt-) Mutterbergalm-Dresdner Hütte-Jungfrauenbödele-Eisjoch-Schaufeljoch-Schaufelspitze-Kleiner Isidor-Eisgrat-Gamsgarten-Dresdner Hütte - rund 12km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Per Taxi oder Bus bis Mutterbergalm (Abfahrt Stubaital Brennerautobahn),
Unterkunftmöglichkeiten:Dresdner Hütte

Nach einer sehr nassen Nacht wachen wir 5:30Uhr auf und verschwinden von unserem „Notbiwakplatz“ bei Falbeson (Fragen dazu werden nur per Nachricht beantwortet ) und finden glücklich jemanden, der uns ein Stückchen weiter hinauf fährt. Dort in Ranalt frühstücken wir ein kleinwenig und erwarten entspannt den Bus, der erst in mehr als 90min kommen sollte. Während dessen versuchen wir wegen unseres knappen Reisebudgets zu trampen. Kurz bevor der Bus gekommen wäre, nehmen uns drei nette Mountainbiker im Kleinbus bis Mutterbergalm mit. So können wir endlich 8Uhr zu Fuß starten.


Nach anstrengenden 80min gelangen wir ( T2 ) zur Dresdner Hütte und sind wirklich ins Schwitzen gekommen , unsere Mehrtagerucksäcke wiegen zwischen 25 und 30 kg. Ausgiebiges Frühstück auf der Hütte und ewiges Umpacken, da wir nur einen großen Rucksack mitnehmen möchten. Auf die Schaufelspitze ist es ja quasi „nur“ eine Wanderung. Trotzdem nehmen wir komplette Hochtourenausrüstung mit, weil ich den Gipfel gern überschreiten wollte und über den Fernauferner wieder absteigen. Erst 11Uhr kamen wir von der Hütte weg und stiegen Richtung Fernauferner auf (T2).


Als mein Tourenmitgänger den Rucksack bekommt, möchte er ihn nicht lange tragen. Zu schwer und nicht passend…
So muss ich also den größten Teil des Aufstiegs schleppen. Als wir endlich weg von dem hässlichen Skigebiet um 12:50Uhr auf den Schaufelferner gelangen, legen wir nach wenigen Metern über Geröllauflage die Steigeisen an und spuren fleißig. Da ich nicht erst anseilen will, queren wir bald hinüber zu der markierten Trasse (Nur für den Abschnitt L). Mein Tourenpartner hat noch keine alpine Erfahrung, verwundert mich aber dennoch, als er meint er bekomme fast keine Luft mehr. Auf etwa 3000m. Er läuft einfach zu schnell und es fällt ihm schwer, gleichmäßig und langsam zu gehen. Im Eisjoch um 15Uhr ist es völlig menschenleer, wir machen Pause, essen Mittag und richten ein Gepäckdepot ein.


Auf den Gipfel der Schaufelspitze möchte ich nicht alles mitschleppen, da es recht steil aussieht und die Akklimatisation gemütlich vonstatten gehen soll. Auf 3250m gibt mein Tourenpartner plötzlich auf, hat keinen Drang zum Gipfel und Probleme mit der Luft. Für mich unbegreiflich! Wenn man von den Spuren abkommt gelangt an schnell in T5- und Ier-Gelände. Flott gelange ich nun um 16:40Uhr zum Gipfel (T4) und nehme mir etwas Zeit zu genießen, obwohl es schon sehr spät ist. Leider sieht man auf fast jedem Foto etwas vom Skigebiet. Ich begutachte die Überschreitung und sehe ein, dass es mit meinem Partner nicht möglich gewesen wäre. Im Abstieg vom Gipfelaufschwung gehe ich etwas direkter über den Grat (T4+, I), wegen der schönen Tiefblicke. Zurück im Schaufeljoch steigen wir noch schnell auf den Kleinen Isidor 3200m, damit mein Partner auch noch ein "Gipfelerlebnis" haben kann. Dort hinauf führt in 15min ein kleiner versicherter Steig (T3+) hoch.


Nachdem wir unser Gepäck wieder aufgenommen haben, gelangen wir zügig über die Gletschertrasse bis an die Mittelstation Eisgrat und weiter über den breiten Fahrweg hinab, wobei wir einige weite Serpentinen abschneiden und in interessantes Übungsgelände für Toby kommen. Ab Gamsgarten das letzte Stück des Abstiegs ist landschaftlich sehr schön und wir fragen uns, warum wir hier nicht aufgestiegen sind. Wohl wegen der vielen Menschen und weil der Weg wirklich mitten durch das Skigebiet führt. Um etwa 20Uhr kommen wir wieder bei der Dresdner Hütte an, wo wir noch zwei nette, ältere Bergsteiger aus Hamburg und Berlin kennen lernen. Weil nur noch morgen das Wetter stabil bleiben wird, müssen wir schon die Haupttour zum Zuckerhütl machen. Bei dem Gedanken an Tobys Probleme mit der Luft habe ich kein gutes Gefühl für morgen.


Insgesamt ist die Tour auf die Schaufelspitze gut zum eingehen geeignet. Man braucht eigentlich nicht mehr als gute Wanderausrüstung. Weil jedoch erst Neuschnee kam, waren uns die Steigeisen sehr hilfreich. Für weniger konditionsstarke ist der Aufstieg von Mutterbergalm nicht ratsam. Nie wieder werde ich nur einen Rucksack für zwei Tourengänger mitnehmen! Der war zu Beginn etwa 35kg schwer…


Die Hochtourenbewertung kommt nur von dem Stück des alternativen Abschnitt über den Schaufelferner!



Morgen  gehen wir auf das Zuckerhütl. Bericht dazu hier weiter lesen: http://www.hikr.org/tour/post40346.html


Tourengänger: alpensucht

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»