Namtib – Granitgipfel und Sandwüste


Publiziert von Delta Pro , 6. Oktober 2013 um 09:26. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Namibia
Tour Datum:26 Juli 2011
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: NAM 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 600 m

Namibia wie es sein muss! – Wandern durch die Wildnis der Tirasberge
 
Für mich das schönste beim Wandern überhaupt: Man steht in einem unbekannten Tal, umgeben von unzähligen, eleganten Gipfeln und sucht sich aufs Geratewohl den schönsten aus um ihn zu besteigen – ohne Karte, ohne Weg, ohne Bericht. Einfach hinein in die Wildnis! Wenn sich dieses Erlebnis noch unter dem glasklaren Winterhimmel des Südlichen Afrikas abspielt, in einem Felsgebirge am Rande der Namibwüste – ja, dann ist der Wandertag perfekt!
 
Im Juli herrscht in Namibia „Hochwinter“. Das heisst kurze Tage, zum Teil eisig kalte Nächte. Dafür wird es tagsüber nicht unangenehm heiss, das Wetter ist fast garantiert gut und der Himmel ist glasklar. Wir verbrachten zwei Tage auf dem Gelände der Farm Namtib, die sich am westlichen Rand der Tirasberge am Ende eines breiten Tals befindet. Das Farmgelände ist riesig – zu Fuss würde man in einem Tag nicht vom einen ans andere Ende gelangen. Wilde Oryxantilopen- und Springbokherden tummeln sich in den endlosen, gelben Grasflächen, die sich wie ein Weizenfeld im Winde wiegen. Ein kleiner Campingplatz (6 Stellplätze, fliessend Wasser) befindet sich wunderschön gelegen am Fuss der Granitfelsen in absoluter Einsamkeit.
Die hier beschriebene Tour stellt einige Anforderungen an Orientierungssinn und Trittsicherheit und führt über zwei der höheren Felsengipfel von Namtib.

 
Vom Campingplatz auf einer Fahrspur bis ans Ende eines tief in die Tirasberge eingeschnittenen Tals. Von dort rechts (gegen Süden) aufwärts. Die Bergflanke zur Grathöhe ist rund 500m hoch und sieht von weitem ohne Probleme begehbar aus. Der Eindruck täuscht aber, da alle Geröllblöcke – für uns ungewohnt – überdimensional gross sind. Die Lücken zwischen den Blöcken sind oft mit undurchdringlichem Stachelgestrüpp gefüllt, so dass man sich am besten an die Felsplatten hält. Das Gelände wird immer unübersichtlicher und wir steigen einfach dort weiter, wo es gerade am besten geht. Immer wieder werden kurze Klettereinlagen nötig (bis II) und mehr als einmal finden wir auf Anhieb keinen Durchschlupf zwischen den Felsblöcken. Insgesamt ist der Aufstieg aber äusserst kurzweilig (T4-T5) und der Ausblick auf die Bergwelt und die roten Linien der Namib-Dünen am Horizont wird immer grandioser. Nach rund anderthalb Stunden flacht die Flanke ab und läuft in einen flachen Bergkamm über, dem wir über einige Buckel nach Westen folgen, bis der höchste Punkt erreicht ist. Wir steigen direkt über den Westkamm des Berges ab (T4). Auch hier kann man sich wieder im Gewirr aus Blöcken verrennen. Von einem kleinen Sattel geht es hinauf zu einem markanten Vorgipfel, der aus gewaltigen, abgerundeten Granitblöcken besteht. Den höchsten Punkt erreicht man in hübscher Kletterei (II). Anschliessend über die Nordflanke relativ angenehm hinunter ins Tal und im Bachbett zurück zum Ausgangspunkt.

Tourengänger: Delta, sglider

Galerie


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