Usser & Inner Fürberg (2605m & 2627m) - Bike&Hike


Publiziert von Bergamotte Pro , 27. August 2011 um 01:00.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:25 August 2011
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Glärnischgruppe 
Zeitbedarf: 7:15
Aufstieg: 1850 m
Abstieg: 1850 m
Kartennummer:1153

Vom Panorama auf dem Näbelchäppler diesen Dienstag war ich dermassen begeistert, dass ich so rasch wie möglich in den Glärnisch zurückkehren wollte. Und die einsamen Fürberge bieten mir heute erneut wundervolle Blicke in die Welt aus Fels und Eis.

Plätz - Glärnischhütte (2:45, T3)

Die lange Strecke Rossmatter Tal aufwärts zählt zweifellos nicht zu den Höhepunkten der Glarner Bergwelt. Um den Anmarsch zu verkürzen, wag ich mich an mein erstes Bike&Hike. Doch schon wenige Minuten nach Plätz (853m) steigt die Forststrasse so stark an, dass ich mich und mein zentnerschweres Gefährt verfluche. Die Beine brennen, das Herz rast, und vor mir liegen knapp 2000Hm!? Nun gut, ich quäle mich hinauf und ab Chlüstalden (1063m) nimmt das Gefälle dann bikefreundliche Ausmasse an.

Als in Chäseren (1272m) die Steigung wieder anzieht, hab ich die Nase endgültig voll und ich stosse den Göppel bis nach Wärben (1385m), wo der Faulpelz ein paar Stunden pausieren darf. Ich fühle mich, als hätte ich die Bergtour bereits hinter mir. Das kommt davon, wenn man jedes Wochenende in die Berge rennt und das Bike zuhause versauern lässt. Item. Befreit von der Last lege ich die verbleibenden 600Hm zur Glärnischhütte (1990m) auf dem guten Bergweg durch die Grieseren zügig zurück.

Glärnischhütte - Usser Fürberg (1:50, T5 / II)

Ab der Hütte folge ich zunächst dem Bergweg Richtung Glärnischfirn. Fürberg-Aspiranten verlassen diesen circa 20 Minuten später, um durchs Steintäli aufzusteigen. Der Abzweiger befindet sich dort, wo der Weg die grosse Linkskurve abschliesst (unmittelbar nach einer Kraxelstelle, LK: unter dem "S" von Steintäli). Wer den Abzweiger verpasst (so wie ich), kann auch weglos der Falllinie folgen. Nomen est Omen: Das Steintäli ist voller Fels und Geröll jeglicher Couleur und Form. Dem schwachen Pfad folgend (Augen offen halten!) gelange ich schliesslich an ein Felsband, welches man auf der rechten Talseite überwindet.

Wen's zuerst auf den Usser Fürberg zieht, der steigt nun linksseitig (westlich) über eine trichterförmige Grasrippe auf. (Wem's mehr nach Inner Fürberg ist, der kann ebenfalls über den Grastrichter aufsteigen und bei Gelegenheit ostwärts queren (bequemere Variante) oder aber den Gipfel über Karrenfelder direkt ansteuern.) Es besteht kein Grund, bis ganz in den Sattel aufzusteigen, denn der Grat ist aufgrund eines Felsklotzes zunächst sowieso nicht passierbar. Stattdessen quert man circa 20Hm unter dem Sattel über ein horizontales Grasband in die Südostflanke rein. Erst aus der Nähe erkennt man dann den Kamin, durch welchen man auf den Grat hochklettern kann (Vorsicht: viel loses Gestein). Über den Grat kraxle ich anschliessend in wenigen Minuten auf den Gipfel des Usser Fürberg (2605m). Das Gipfelbuch weist seit 2010 gerademal drei Einträge auf. Und das Panorama ist noch besser als vom nahen Näbelchäppler.

Usser Fürberg - Inner Fürberg (0:40, T5 / II bis Sattel, dann T3)

Der Abstieg über den Grat und durch den Kamin bereitet keine grösseren Schwierigkeiten. Nach dem horizontalen Grasband steuere ich direkt auf den Inner Fürberg (2627m) zu (T3). Das Panorama hier ist - aufgrund des plateauartigen Gipfels - etwas weniger spektakulär als vorhin und das Gipfelbuch deutlich voller. Trotzdem darf auch der Inner Fürberg als Geheimtipp bezeichnet werden.

Inner Fürberg - Plätz (2:00, T4)

Im Abstieg ziehe ich direkt über die Karrenfelder zurück zum Steintäli-Weg. Dies ist gut machbar, auch wenn man im messerscharfen, teils rutschigen Gestein konzentriert zu Werke gehen sollte. Zurück auf dem Weg geht's dann zügig talwärts, vorbei an der ausgestorbenen Glärnischhütte nach Wärben. Und hier schwinge ich mich auf mein federleichtes Veloziped und fliege rasant zu Tale. Wie würde ich fluchen, müsste ich dieses Stück per pedes zurücklegen...
 
 

Tourengänger: Bergamotte

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