Gross Muttenhorn (3099m) und Tällistock (2875m)


Publiziert von أجنبي , 15. August 2011 um 20:34.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:13 August 2011
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-VS 
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Furkapass – Stotzigen Firsten P. 2732 – Deieren Älpetli – Muttenstöck – Gross Muttenhorn – P. 3005 – P. 2985 – P. 2861 – P. 2799 – Tällistock P. 2875 – Tällistock P. 2769 – Tällilücke – P. 2503 – P. 2495 - Furkapass
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto bis Furkapass
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Auto ab Furkapass
Kartennummer:LK 1:25.000: 1231 Urseren, 1251 Val Bedretto

Als ich letztes Jahr mal auf dem Kleinen Furkahorn stand, fiel mir das Gross Muttenhorn auf. Mehrere Berichte auf hikr zur Überschreitung des Gipfels und das ausnahmsweise tolle Wetter animierten mich nun, den Spass mal aus der Nähe zu betrachten. Das Resultat: Besteigung des Gross Muttenhorn über den Ostgrat, Abstieg über den Westgrat und Gratkraxelei über den Tällistock bei traumhaftem Wetter und grandioser Kulisse.

Zu viert brachen wir morgens um 6 Uhr auf dem Furkapass in dichtem Nebel auf. Im Anstieg zum Übergang P. 2732 auf dem Stotzigen Firsten liessen wir das Gewölk bald hinter uns. Nachdem wir den Blauberg östlich umgangen hatten, liessen die ersten Sonnenstrahlen den Galenstock erleuchten. Nach einer Dreiviertelstunde erreichten wir P. 2732. Anschliessend folgten wir dem Wanderweg ein wenig hinunter, zweigten aber bald auf einem Trampelpfad nach rechts ab.

Irgendwo auf dem Deieren Älpetli fand der Pfad sein Ende und mit dem Auftauchen des Gross Muttenhorns wurde nun auch die ungefähre Route zu den Muttenstöck ersichtlich. Über eine steile Wiese stiegen wir zum Bach auf ca. 2460m hinunter. Unterhalb der ersten Moräne traversierten wir und stiegen ungefähr zur zweiten Moräne empor. Bald waren schliesslich die Muttenstöck und somit der Ostgrat zum Gross Muttenhorn erreicht.

Auf dem Grat folgten wir meist einigen Trampelspuren. Steinmandlis waren keine vorhanden, doch die brauchte es auch nicht wirklich: Einfach immer gerade hoch auf dem Grat zum leuchtenden Gipfelkreuz. Die Kraxelei war ein Genuss. Das Geröll war vor allem im unteren Bereich sehr stabil. Im letzten, etwas steileren Drittel des Aufstiegs war das Gestein dann aber oft ein wenig loser und wir bewegten uns etwas vorsichtiger nach oben. Wirklich ausgesetzt ist man aber nirgends auf dem Grat. Nach etwas mehr als drei Stunden (ab Furkapass/inkl. Pausen) standen wir glücklich auf dem Gross Muttenhorn und bestaunten das morgendliche Panorama.

Nachdem wir uns auf dem Gipfel reichlich Zeit gelassen hatten, stiegen wir über den Westgrat zu P. 3005 ab. Da dieser Grat weit öfter begangen wird als der Ostgrat, ist ein Weg meist gut sichtbar, ansonsten weisen zahlreiche Steinmandlis (von welchem wir ein besonders prächtiges Exemplar bauten...) den Weg. Bald erreichten wir einen kleinen Sattel und die Gratwanderung wurde durch einen fetten Felsen unterbrochen. Wir folgten daher dem Weg hinunter und durch die Südflanke und waren bald zurück auf dem Grat.

Nach wunderbaren Gratkraxeleien erreichten wir bald P. 2799, wo ein Entscheid bzgl. Tällistock anstand. Wir beschlossen, auf dem Grat zu bleiben und den Gipfel zu besteigen anstatt dem Weg durch dessen Südost- bzw. Südwestflanke zu folgen. Schien uns der Grat von Weitem im Gipfelbereich noch ein wenig heikel, entschärfte sich diese Einschätzung zusehends, auch wenn's ganz oben leicht ausgesetzt war. P. 2875 war erreicht und wir erblickten das Steinmandli auf P. 2861 und eine Wegspur. Also weiter auf dem Grat. Kurz vor dem Westgipfel war dann aber Schluss und der Grat fiel relativ abrupt ab. Doch wo in den Sattel absteigen?

Wir versuchten mehrere Varianten, um zum Sattel abzuklettern. Alles ohne Erfolg. Auf der linken Seite des Grates abzusteigen erschien uns als zu heikel (wie sich herausstellen sollte wäre dies aber der richtige „Weg“ gewesen) und rechts war's elend brüchig. Da wir nicht umkehren wollten und die brüchige Variante mit entsprechender Vorsicht machbar erschien, kletterten wir auf der Nordostseite vom Grat ab und erreichten so den Sattel, von wo's einfach zu Westgipfel (P. 2861) hochging. Wir entschieden uns auf weitere Abenteuer zu verzichten und über den Trampelpfad zum Wanderweg abzusteigen. Beim Sattel begutachteten wir nochmal die Schlüsselstelle von unten und merkten, dass ein Abstieg über die linke Seite des Grates die richtige Variante gewesen. Allerdings schätzten wir den Spass so ein, dass diese Passage im Aufstieg zwar machbar, im Abstieg aber etwas heikel gewesen wäre, insbesondere wenn man von oben nie wirklich sieht, wohin die Sache führen soll.

Der Rückweg zum Furkapass war dann einfachster Art. Auf dem Wanderweg ging's zur Tällilücke und von dort hinunter zu P. 2503. Von dort ging's mehr oder minder gerade aus via P. 2495 zurück zum Pass, den wir um exakt 14 Uhr erreichten. Zufrieden schauten wir auf eine gelungene Rundtour zurück, die genau unserem Geschmack entsprach: Viel Gekraxel über schöne Gräte mit bester Aussicht. Aber falls ich aber wieder mal auf den Tällistock will, überschreite ich diesen lieber in umgekehrter Richtung.

Tourengänger: أجنبي


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