Albi-spass...oder die Brise auf dem Zürichsee


Publiziert von Henrik , 14. August 2011 um 17:02.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum:10 August 2011
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Albiskette - Höhronen   CH-ZH   CH-SG   CH-SZ 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 340 m
Abstieg: 400 m
Strecke:Albisgüetli - Üetliberg - Felsenegg - Buechenegg - Albispass - Lagnau a. Albis - mit dem Schiff von Thalwil nach ZürichCity
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV: Bus /Schiff
Kartennummer:map wanderland

 .... die Kleinräumigkeit der CH habe ich hier schon oft gerühmt – und tue es erneut! Von Basel nach ZH HB fährt der Zug keine Stunde. Und die Bahnhofshalle im Hauptbahnhof atmet anders als Basel: trotz baulicher Unzulänglichkeiten und der immensen Massen, die hier täglich aneinander vorbeihasten, hat diese Umgebung was Grandioses, insbesondere der an ein grosses Kirchenschiff gemahnende hintere Teil des HBs (Richtung B.-Quai), wo Konzerte abgehalten werden können (hat es noch nie in Basel gegeben!), Märkte zu besuchen sind oder Kunst dem Bahnreisenden optisch wie akustisch versucht wird näher zu bringen...Hier noch eine bemerkenswerte Zahl (laut wiki): mit seinen mehr als 2'915 Zugfahrten pro Tag gilt er als einer der meistfrequentierten Bahnhöfe der Welt, da wirken die Weltstädte ja wie Provinzen!
 
 .... noch zwei Brezel kaufe ich am heutigen Markt im Bahnhof, bevor ich von Regula an der Tramhaltestelle B.-Quai wahrgenommen und sogleich von ihr zum Tram Nr. 13 geleitet werde: wir begeben uns zum Albisgüetli. Und befinden uns am Fuss des Uetlibergs bzw. am Albisgrat. Der WW (nicht der Denzlerweg), der hier bei der Tramendstation beginnt, ist hervorragend ausgebaut, in etlichen Serpentinen geht es steil hinauf, einzelne Terrassen bieten immer wieder weitläufige Sichten auf die Stadt, den See und den heute noch im Dunst liegenden Alpenkranz. Uns kommen einige (höfliche) Biker entgegen, auch einige Gruppen von wahrscheinlich die Mittagszeit nutzenden Jogger, ansonsten kein Gegenverkehr. Erstaunlich ist die uns einnehmende Ruhe, nur einen Steinwurf entfernt vom Börsenwirbel, den auch der Finanzplatz Zürich gewiss zu spüren bekommen hat! Für den Anstieg brauchen wir knapp 45 Minuten – beim Punkt 781 (Gratweg) entscheiden wir uns nicht den Uetliberg zu besuchen, geplant ist ein kleiner Imbiss in der Buechenegg.
 
 ....mit Regula erfahre ich Internas und Aspekte des stadtzürcherischen Schulsystems, über die Freude des Unterrichtens mit Kindern und auch Anekdoten aus dem Lehrerzimmer. Obwohl noch Schulferien sind, der Sommer endlich zurückgekehrt ist, sind erstaunlich wenige Menschen unterwegs. Bei der Falletsche halten wir kurz inne, die Berge zeigen sich nach wie vor nur schemenhaft. Der Weg führt aus dem Wald hinaus, wir haben offenes Gelände vor uns, kurz vor dem Gehöft Mädikon (mit eigener Materialseilbahn), übt sich ein junger Mann im Alphornblasen mitten auf der Wiese. Nach der Balderen verläuft der WW auch am Waldrand entlang, danach erreicht man die Felsenegg. Eine weitere halbe Stunde später erreichen wir das Mittagsziel, obwohl nach 14 Uhr, wird hier noch eine reduzierte, warme Küche angeboten. Die Buechenegg, an der ich auch schon mal vorbeigewandert bin, mich nicht geachtet hatte auf deren Terrasse mit einem andern Blick als auf der Felsenegg. Wir setzen uns auf die mit Schaffellen ausgestatteten Stühle, finden einen Tisch, der auch mir noch etwas Schatten spendet. Salate, Pommes und Tee bzw. Weisswein haben wir bestellt – wir gönnen uns eine Stunde Rast. 

 .... unspektakulär spazieren wir bis zum nächsten Fixpunkt, dem Albispass, den Regula bis dato noch nie erreicht hat. Unterwegs begegnen wir lediglich einem Pferdefuhrwerk! Die Sonne hat, obwohl erst seit heute Mittwoch wieder zu Diensten, den Wald beträchtlich aufgewärmt, es wirkt schwül-üppig. Als wir auf die Verbindungsstrasse zwischen dem Knonaueramt und dem Sihltal treten, erfasst uns auch wieder Straßenlärm. Die hier angetroffene Wegweiserbeschilderung umfasst eine Fülle von Destinationen: unser nächstes Ziel ist Langnau a. Albis. Eine andere als die gewohnte Qualität der Markierungen konnten wir uns gar nicht vorstellen, in einem Umfeld, wo an gewissen Tagen und insbesondere wohl am Wochenende Tausende am Albisgrat unterwegs sein dürften, aber die Wegfindung hinunter zu unserem ursprünglich angepeilten Ziel hatte es dann doch in sich – hinterher attestiere ich öffentlich: Prädikat saumässig schlecht. Ich habe die Gemeinde diesbezüglich auch per Mail angeschrieben. Wir sind wohlbehalten im Langmoos angekommen, aber vom Pass bis dorthin fanden wir lediglich zwei Markierungsmuster: ein vergilbtes Richtungsschild und eine Rhombe an der Bushaltestelle Langmoos! Dazwischen Betonwege, ein Wasserreservoir und ein Treppe durch Wohngebiet, die auf einige Verantwortung zu begehen hinwies, aber eigentlich eher als Verbot formuliert war: Regula empfahl weitsichtig diese Begehung, damit gelangten wir etliche HM näher an Langnau-City heran. Einige Wohnstrassen tiefer erneut zwei kleine Pfade durch Wohngebiet, danach trafen wir unverhofft auf die Bushaltestelle Langmoos – dort entdeckte ich in einer Hecke gleich drei Wandermarkierungen, verdeckt von Heckenpflanzen! Fünf Minuten später tauchte der Bus auf, leer. Da Rushhour, füllte sich dieser nach der Haltestelle Altersheim unverhofft, wir entdeckten auf dem Haltestellen-Monitor den Endpunkt dieser Linie: Thalwil und entschlossen uns, uns bis dorthin bringen zu lassen.  Am Bahnhof dann der Geistesblitz von Regula: mit dem Schiff nach Zürich weiterfahren (statt mit dem Zug bzw. der S-Bahn)  – ich fand im Infocenter des Bahnhofs einen Schiffsfahrplan, der besagte, dass in sieben Minuten ein Schiff von Thalwil ablegen würde... Wir rannten los, hinunter zum Quai und standen dort keine weitern zwei Minuten...die „Wädenswil“ legte an und ab, damit kamen wir endlich zu unserem Sommer-Zürichsee-Event: wir genossen auf dem Oberdeck (1.-Klasse) die spätnachmittägliche Sonne, zusammen mit einer leichten Brise ... August 2011, kaum zu glauben...der Sommer war zurück! Auf dem Tisch perlte Mineralwasser in Kunststoffbechern, für 10 Franken...die Schweizerfahne flatterte im Unterdeck und das Schiff hinterließ  aufgewühltes Kielwasser. Das Vrenelisgärtli war auch auszumachen.
 
 .... wir flanierten zum Paradeplatz, dort trennten sich unsere Wege. Regula hatte noch Einkäufe zu gewärtigen, ich sah mir den Umbau im Bahnhof Zürich an, im 2. Untergeschoss wurde beinahe alles umgeschichtet...und erneuert.
 
 .... Im ICE übermannte mich der Schlaf, eher außergewöhnlich. Zürich ist mehr als nur Shoppen... Auch der Albisgrat kann spielend  erwandert werden, mangelnde Wegmarkierungen inklusiv. Vielleicht liegt es auch meiner Schussligkeit.... 


Mit Regula unterwegs


Tourengänger: Henrik

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