Nachmittagstour auf den Pizzo Nero und das Chilchhorn


Published by Regula52 , 6 August 2011, 00h52.

Region: World » Switzerland » Tessin » Bellinzonese
Date of the hike:30 July 2011
Hiking grading: T4+ - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-TI   CH-VS   Gruppo Pizzo Gallina 
Time: 4:30
Height gain: 500 m 1640 ft.
Height loss: 500 m 1640 ft.
Route:Nufenenpassstrasse, Gonerlilücke, Pizzo Nero, Chilchweng, Chilchhorn, Nufenenpassstrasse.
Access to start point:Postauto oder Auto
Access to end point:Postauto oder Auto

Vom Parkplatz an der Nufenenstrasse mache ich mich auf den Weg zum Gonerli, oder ul  Görnerli, wie man im Bedrettotal sagt. Schon bald treffe ich auf eine Frau, die den Weg hinunter kommt. Sie ist eine Aelplerin, die nach ihren Schafen schaut. Sie ist aus der Nähe von Visp und ihre Schafe seien echte Walliser Schwarznasenschafe. Wir kommen  natürlich auf den Wolf zu sprechen. Sie findet, sie hätte nichts gegen den Wolf, wenn er nur ein Schaf reissen würde und fressen würde, aber da er immer viele verletze, die sie dann erschiessen müsse, sollte man ihn erschiessen. Wir verabschieden uns. Ich solle  übrigens den Diego, den Sindaco von ihr grüssen. Ja mache ich.
Erstaunlicherweise ist sonst gar niemand unterwegs. Am Gonerli trifft man häufig viele Leute. Plötzlich höre ich eine Stimme und mache eine Zweierseilschaft auf dem Pizzo Nero Südgrat aus. Ob das wohl Zaza und Omega sind? Der Grat wird von Brenna als ZS klassiert.  
Ich steige Richtung Westgrat des Pizzo Nero auf, des Berges, den Brenna als diesen erhabenen Berg, Aussichtspunkt oberhalb von vier Tälern bezeichnet.  Sonst kein Mensch unterwegs.  Nach ergiebigem Genuss der Landschaft steige ich dem Westgrat entlang auf und weiche dann dummerweise in die Südwestflanke aus. In der Südwestflanke liegt loser Schutt, wo man zwei Schritte vorwärts geht und einen zurück rutscht. Beim Abstieg merke ich, dass der Grat eine  gute, griffige und problemlose Unterlage bietet. 
Das kleine vertikale Mäuerchen unterhalb des Gipfels ist gar nicht wild.  Es ist gefährlicher auf eine Leiter zu steigen als den letzten Abschnitt zum Gipfel zu gehen.  Herrliche Rundsicht auf wilde Gegenden. Gar nichts ist im Weg.  Die höheren Gipfel sind recht weit weg. 
Auf dem Abstieg komme ich zum Gonerli. Hallo, was ist denn das? Sieht irgendwie seltsam aus. Hatte es hier nicht eine Militärschutzhütte? Statt dessen ein Riesenloch, von dessen Seiten in kurzem Abstand Steine und Felsblöcke in die Tiefe donnern.  Der Boden in der Nähe des Abgrundes ist von Rissen durchzogen. Alles sehr instabil.  Ich beginne an meinem Gedächtnis zu zweifeln. Auf dem Weiterweg Richtung Chilchmeng frage ich mich: Hatte es eine Hütte und ist diese in die Tiefe gestürzt, oder bilde ich mir nur ein, dass es eine hatte?
Bald werde ich durch eine Gruppe Steinböcke abgelenkt. Diese sind erst ganz friedlich,weiden, ruhen  kratzen sich mit ihren Hörnern.  Dann plötzlich beginnen sie zu kämpfen, ich höre den dumpfen Knall, wenn sie die Köpfe und Hörner zusammen "tätschen". Samstag Nachmittagstraining der Jungringer.  Sie lassen auch Steine hinunter rollen. Da muss ich wohl aufpassen. 
Bald komme ich zu einem Gebiet mit grossen Steinplatten, die einladen zum Plattentanz.  
Auf dem Militärweg zum Kilchhorn liegt ein grosser Steinbock und starrt mich an.  Elche können gefährlich sein, schiesst mir durch den Kopf. Können allenfalls Steinböcke auch gefährlich sein? Gegen den Kerl hätte ich keine Chance. Während  ich mir überlege, wie ich ihm ausweichen könnte steht er auf, starrt mich noch eine kurze Weile an, dreht sich um und schreitet majestätisch davon. Ich bin erleichtert und denke, pass gut auf dich auf du Kerl und lass dich von den Jägern nicht erwischen. 
Auf dem Militärweg gehe ich über das Kilchhorn und biege nach kurzem Abstieg nach links um, um über die Höhe zum Parkplatz zu kommen.

Hike partners: Regula52


Gallery


Slideshow Open in a new window · Open in this window

T5 PD II
T5+ II
T3+ PD II
T5 II
T3 PD II
26 Aug 11
Pizzo Nero Q2904 · giorgio59m (Girovagando)

Post a comment»