Sperella ohne Vetta oder Sena ohne Piz


Publiziert von Polder , 4. August 2011 um 22:41.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Val Poschiavo
Tour Datum:28 Juli 2011
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   I 
Aufstieg: 2200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Prada - Cansumé - Ross - Pt. 2932 - Platta Ruinada - Munt da San Franzesc - Rif. Saoseo
Unterkunftmöglichkeiten:Prada: Pensione Capelli - die beste Pension, die ich je besucht habe: Allerbestes 4-Gang-Menü für CHF 26.- (zusätzlich zum Doppelzimmer à CHF 98), dazu auch noch Dorftreff und immer verfügbarer Negozio im Haus

Polder doesn't wear Prada: Da ich im gleichnamigen Dorf weder eine Prada-Filiale ausfindig machen konnte, noch sich Meryl Streep unter den Feriengästen befand, brach ich von unserem Puschlaver Ferienquartier in den gängigen Berg-Scarpe auf, bis nach der Querung des Val la Presa auf ca. 1620 ziemlich ereignislos, aber immerhin effizient. Dort zweigt ein unmarkierter, aber gut erhaltener Pfad ab, der steil durch wunderschön begraste Wälder und Kalkbänder nach Ross und schliesslich an den Sass Lung führt. Durch den erneuten Gesteinswechsel hat dort das Kandersteg-Feeling wieder ein Ende. Aus uneinsehbaren Gründen würde der 1984-er-Führer dort das Val Oss da Mort empfehlen, offensichtlich ist es indes, direkt dem grasigen Rücken oberhalb Sassa Blanca zu folgen. So erreicht man 2 übereinander liegende Geröllmulden. Ab der oberen wird's auf 200 Hm im Aufstieg arg mühsam (dafür im Abstieg umso praktischer). Insgesamt ist der Aufstieg in den Sattel 2932 aber effizient und unschwierig (T4). Der S-Grat der Vetta Sperella ist zunächst auf 50m auch noch problemlos gangbar, bevor er sich aufsteilt. Der Fels ist allerdings wunderbar griffig und fest, sodass die anstehende Kraxelei (II) bei trockenen Felsen (und insbesondere Flechten) wohl gut möglich wäre - wie weit vermag ich nicht zu beurteilen: Der Grat sieht doch recht lang und zackig aus... Aufgrund des Regens der vergangenen Nacht sind die Flechten jedoch immer noch sehr glitschig, sodass mir die Sache nach dem ersten Aufschwüngchen rasch zu bunt wird. Abstieg bis auf die Sassa Blanca und problemlose Querung auf gut sicht- und gangbarem Schafpfad zur Platta Ruinada und weiter nach Campasc (Einblicke in die NW-Route zur Vetta Sperella), Aurafreida und schliesslich Lungacqua, wo ich Kind und Kegel nach deren Val-da-Camp-Tag wieder treffe.

Erstaunlich die miserable Qualität des SAC-Führers, Ausgabe 1984 zur Gegend: Massenweise auf den Fotos falsch eingezeichnete Gipfel und Routen, unbehelfliche Beschreibungen, uniforme Schwierigkeitsangaben (alles WS)....


Tourengänger: Polder


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