Tierhörnli und Chindbettihorn Rundtour


Publiziert von alpinbachi , 5. August 2011 um 18:05.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Frutigland
Tour Datum: 2 August 2011
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit Auto oder ÖV Parkplatz Engstligenalp Luftseilbahn (Unter dem Birg). Mit LSB auf Engstligenalp Parkplatz Gratis, LSB retour 24.- bzw. 12.-
Kartennummer:1:25 000 Gemmi 1267

Beschrieb der Tour: Das Tierhörnli. Es steht etwas im Schatten der mächtigen, höheren, viel beschriebenen und begangen Gipfel Steghorn und Wildstrubel. Panoramamässig erreicht das Tierhörnli aber „Bronze“ Status der anwesenden Gipfel. Wer also nicht auf die beiden Dreitausender steigen möchte, ist mit der hier beschriebenen Tour bestens bedient. Immerhin steigt man bis auf fast 2900m und der Gipfelsturm ist nicht ganz ohne… Bewegen wir uns doch im T4+ Bereich und Kraxelstellen im „I“er Bereich. Eine wunderschöne Rundtour mit einem Panorama das immer grösser wird. Zwei benannte Gipfel werden erstiegen, mehrere unbenannte Punkte und Gipfelchen können bei Bedarf „mitgenommen“ werden. Von der Blumenreichen Engstligenalp wandert man in alpines steiniges Gelände und wieder zurück. Man geniesst ein eindrückliches Panorama über die ganzen Voralpen und die Walliser Viertausender. Grandiose Tiefblicke und vieles mehr… Am besten Nachmachen (-:
Schwierigkeit: Offizielle und markierte und beschilderte Rundtour Engstlignalp- Engstligengrat- Chindbettipass- Engstligenalp: T2
Chindbettihorn: T3, plus eine ganz kurze Kraxelstelle, wo man die Hände braucht
Tierhörnli: T4+ Und Kraxelstellen I
Schlüsselstelle: Tierhörnli, Gipfelfelsen, Aufstieg durch ein steiles Couloir und in einfacher Kletterei auf den Gipfel. Details bei den Bildern.
Auch beim Chindbettihorn muss man an einer Stelle kurz aufpassen, diese ist aber bedeutend einfacher und kürzer als beim Tierhörnli.
Routen Beschrieb: Übersicht im Gelände hier.
Ab der Engstligenalp auf markiertem und angeschriebenem Bergweg via Aertelengrat aufsteigen zum Tschingellochtighorn. Unter den Felsen durch bis auf den Engstligengrat. Vor dem Chindbettihorn etwas absteigen und unter den Felsen queren und kurz aufsteigen zum Chindbettipass. Bis dahin kann der Weg nicht verfehlt werden, er ist sehr gut frequentiert... Vom Pass in ein paar Minuten auf Pfadspuren aufs Chindbettihorn. Eine kurze Felsstufe wo man ein bisschen aufpassen muss. Der Hauptgipfel ist danach einfach zu erreichen, der nördliche Gipfel ist nur über einen felsigen exponierten Grat zu erreichen. Gemäss SAC Führer II. Auf gleicher Route absteigen zum Chindbettipass. Nun In der Falllinie des Tierhörnli über grobes Geröll aufsteigen. Bald einmal entdeckt man einige kleine Steinmännchen und Pfadspuren die einem mehr oder weniger dem Grat entlang in die Höhe Leiten. Wir haben aber ab und zu die Spuren verloren, was nicht so schlimm ist, einfach tendenziell die Gipfelfelsen anvisieren. Auf rund 2800m hat es einige grosse markante Felsbrocken/ Türme, am besten zwischen denen Aufsteigen. Unterhalb der Gipfelfelsen wird man dann automatisch rechts geleitet und man steht kurzum vor einem steilen Couloir. Hier muss eine erste Kraxelstelle überwunden werden, dann geht es relativ einfach weiter durch diesen Schlitz. Beim Ausstieg des Couloirs werden nochmals die Hände benutzt. Etwas ausgesetzt über gut gestufte Felsen auf den Hauptgipfel oder Nebengipfel steigen. Der Aufstieg ist im Grunde einfacher als es auf den Fotos aussieht, aber Vorsicht ist dennoch geboten, da ein Sturz fatale Folgen hätte.
Im Abstieg geht man am einfachsten den gleichen Weg retour zum Chindbettipass und ab dort auf gut markierten Bergweg retour zur Engstligenalp (2Std, 900Hm, T2).
Wir wählten eine andere Route die aber „e huere Seich“ gewesen ist… Beschreibe es hier kurz. Bei der letzten Tierhörnli Besteigung 2004, „surfte“ ich auf feinem steilem Geröll, immer Richtung Wildstrubel haltend hinunter. Das machte grossen Spass (den Bergschuhen weniger, die haben 10 Jahre gealtert…) Das Problem war, dass ich am Schluss noch mehrere hundert Höhenmeter weglos über steiles Gras absteigen musste und fast am hintersten Ende der Engstligenalp war. 2011 hatten wir nun die glorreiche Idee, auch das Geröll runter zu rutschen aber immer Richtung Dossenseeli, um dort auf den Bergweg vom Chindbettipass zu stossen. Für die 400 Höhenmeter brauchten wir 2 Stunden, ein duzend Fluch Wörter, einen gebrochenen Wanderstock und viel Glück. An Stelle von feinem Geröll landeten wir schnell im groben blockigen bis Felsigen Geröll welches zw. steil und instabil war. Das Ganze war ein riesiger Zick-Zack lauf. Die grossen Schneefelder waren zu steil um schön runter rutschen zu können. Alles in allem ein Abstieg durch ein riesiges mühsames und nicht ungefährliches Trümmerfeld. Zur Nachahmung nicht empfohlen. Oder zu mindestens unsere Routenwal…
Dauer: Tempo sehr gemütlich! Wir sind auch nicht mehr die jüngsten ((-: …
Engstligenalp- Engstligengrat 2Std,
Engstligengrat- Chindbettihorn 1Std
Chindbettihorn- Tierhörnli 1Std
Tierhörnli- Engstligenalp 3Std
Total 7Std.
Geht man etwas zügiger und steigt man vom Tierhörnli wieder ab bis zum Chindbettipass und von dort via Bergweg ab zur Engstligenalp, dann 5 bis 6 Std
Höhendifferenz: Mit allen auf und ab rund 1100Hm.
Varianten: Man könnte im Aufstieg an Stelle der Luftseilbahn via Bergweg T2 knapp 2Std, oder Klettersteig K2 knapp 3Std auf die Engstligenalp (600Hm).
Verhältnisse: Zur Abwechslung mal wieder ein Sommertag mit 30 Grad im Tal. Auch auf fast 3000m immer noch sehr angenehm. Man lasse sich nicht beirren durch meine warme Kleidung auf den Bildern… Die dient eher zum „Kratz und Schlag- Schutz“ in dem Geröll... Die Kleidung meines Begleiters war eher dem Wetter angepasst…
Foto: Sony DSC WX10, Bearbeitet im Photoshop CS5
Links: www.alpinbachi.ch
 

Tourengänger: alpinbachi


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Kommentare (6)


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Alpenorni Pro hat gesagt: Ein schönes Gipfelchen...
Gesendet am 5. August 2011 um 18:18
...stand auch noch so halb auf dem Tourenplan für diesen Sommer. Aber von solchen Top-Verhältnissen wie ihr sie hattet, konnten wir dieses Jahr leider nur träumen. Hätte man den Schnee , den es 2.Julihälfte oben hatte, auf eure Abstiegsroute gekippt, hättet ihr bequem absurfen können :-)

Gruß
Martin

alpinbachi hat gesagt: RE:Ein schönes Gipfelchen...
Gesendet am 9. August 2011 um 19:47
Hoi Martin, ja das Wetter hat sich von der besten Seite gezeigt während Eurem Urlaub… Schön, habt Ihr trotzdem zahlreiche Touren gemacht (-: LG Bachi

bidi35 hat gesagt: sehr schön dokumentiert...
Gesendet am 5. August 2011 um 18:28
...in Wort und Bild. Gratuliere.

Ich kenne das Tierhörnli nur vom Winter.

LG Heinz

alpinbachi hat gesagt: RE: sehr schön dokumentiert...
Gesendet am 9. August 2011 um 19:48
Danke (((-:
…Ist wohl auch eher ein Ski Berg, der Gipfel ist eine spannende Sache, aber das Geröll weniger… LG Bachi

Felix Pro hat gesagt: Tierhörnli ...
Gesendet am 7. August 2011 um 17:24
ein weiterer guter Tipp aus deiner grossen Ideenkiste - wunderbar; merk ich mir.

lg Felix

alpinbachi hat gesagt: RE:Tierhörnli ...
Gesendet am 9. August 2011 um 19:50
Merci, merci
Zum Glück gibt es so viele Berge, die Ideen können einem nicht ausgehen und dass schon nur im BEO, LG Bachi


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