Mein zweiter 4000er - Weissmies Überschreitung via Südgrat


Published by Steinadler Pro , 17 July 2011, 22h41.

Region: World » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike:16 July 2011
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Mountaineering grading: PD
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS 
Time: 1 days
Height gain: 2344 m 7688 ft.
Height loss: 913 m 2995 ft.
Route:Saas Almagell - Almagellerhütte - Weissmies - Hohsaas
Access to start point:Ab Visp Bus bis Saas Grund, Ab dort Bus bis Saas Almagell
Access to end point:Bergbahnen Hohsaas
Accommodation:Almagellerhütte SAC Weissmies Hütte SAC
Maps:1329 Saas 1:25000

Nach meiner gescheiterten Dufourspitzen-Tour (Link), habe ich es endlich wieder einmal in den Angriff genommen und habe erfolgreich meinen zweiten 4000er bestiegen.

Es ist Freitag Nachmittag und ich sitze im Zug nach Saas-Almagell wo ich mich mit meinem Tourenpartner Gabriel treffe. Gemeinsam steigen wir dem gut markierten Wanderweg entlang um nach einer guten Stunde auf der Almagelleralp eine kurze Trinkpause einzulegen. (Weg gemäss Wegweiser: 2h wir waren wohl etwas übermotiviert). Von der Almagelleralp gelangt man in weiteren 2h in die gleichnamige SAC Hütte.

Da es bereits 20 Uhr ist als wir in der Hütte eintreffen haben wir das reguläre Nachtessen verpasst, doch der Hüttenwart hat uns ein stärkendes Mal warm gestellt und so können wir uns für den morgigen Weissmiesaufstieg stärken. Schnell noch die Steigeisen angepasst den Rucksack neu gepackt und ab ins Bett.

Der Wecker klingelt früh... Zu früh für meinen Geschmack. Aber liegen zu bleiben würde ein verschmähtes Bergabenteuer bedeuten. Frühstücken, Gepäck schnappen, die richtigen Schuhe finden und um 4.30 loslaufen. Die ersten Sonnenstrahlen färben die gewaltigen Gewittertürme die wir vom Zwischbergenpass aus in naher Ferne sehen in hellrote imposante Fetzen.

Langsam steigen wir dem bereits blockigen Grat entlang bis wir zu den ersten Schneefeldern gelangen. Um etwas Zeit zu sparen entscheiden wir uns den ersten Teil des Grates über den unteren Teil des Schneefeldes abzukürzen. Nachdem wir so einiges an Höhe gewonnen haben zweigen wir zum Grat ab, verstauen die Steigeisen im Rucksack und beginnen mit der Blockkletterei. Meter um Meter erklettern wir uns den Gipfel, es ist höchste Konzentration und Aufmerksamkeit gefragt. Um nicht der Gefahr eines Absturzes zu unterlaufen oder gar einen Steinschlag auszulösen prüfen wir jeden Griff auf Festigkeit. Trotz der steigenden Steilheit ist die Kletterei nicht allzu schwer. Dennoch sollte man den Südgrat nicht unterschätzen, eine in den Fels gebaute Gedenktafel erinnert uns an weniger glückliche Tage. Die Luft wird immer dünner die Bewegungen anstrengender, der letzte grosse Aufschwung ist geschafft und wir erreichen Pt. 3972 eine Art Vorgipfel.
 

Für das letzte Stück Schneegrat montieren wir erneut die Steigeisen, verdrücken etwas schnelle Energie und bewundern bereits hier die Atemberaubende Aussicht. Wenige Minuten und eine letzte Felskraxelei später und zwei überglückliche Alpinisten stehen auf dem Weissmiesgipfel.
 

Nach ausgelassenem Gipfelsieg, mit freundschaftlichem Händeschütteln der Mitbesteiger dieses Tages verlassen wir mit Hochgefühlen den Gipfel. Trotz Euphorie und Gefühlsachterbahn müssen wir vorsichtig sein. Der Abstieg ist Steil, die klaffenden Spalten tief. Ein falscher Schritt, eine kurze Unaufmerksamkeit können fatale Folgen haben. Schon einige Bergsteiger sind wegen nachlassender Konzentration und Kräften nach bereits bestiegenem Gipfel abgestürzt. Das Glück ist auf unser Seite und wir bahnen uns unseren Weg entlang der tiefen Spur durch das Gletscherlabyrinth des Triftgletschers.
 

Auf dem Hohsaas besiegeln wir unseren Gipfelsieg mit einem kühlen Bier und erinnern uns noch einmal an all die schönen Einzelheiten dieser Tour. Jede Besteigung eines 4000er ist für mich ein einzigartiges Erlebnis und Abenteuer...


Hike partners: Steinadler

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Comments (1)


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Sent 18 July 2011, 15h59
Nice report, and congrats on your climb!


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