Lägern Plus


Publiziert von Baeremanni Pro , 15. Juli 2011 um 11:00.

Region: Welt » Schweiz » Aargau
Tour Datum:11 Juli 2011
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-ZH   CH-AG 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 968 m
Abstieg: 854 m
Strecke:Dielsdorf - Regensberg - Lägern - Baden - Gebenstorf
Zufahrt zum Ausgangspunkt:öV nach Dielsdorf (S-Bahn Zürich)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Postauto nach Brugg und weiter per Bahn
Kartennummer:215 T Baden

Es sah ganz danach aus, als dass der Montag der einzige schöne Wandertag der Woche sein werde. Im Hinterstübchen geisterte schon lange die Lägernüberschreitung herum. Also los nach Zürich und weiter nach Dielsdorf. Da ich zuhinterst im Zug sass, fuhr mir den auch der Bus nach Regensburg vor der Nase ab. Weiter nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Der Aufstieg entlang des Rebberges führte mich geradewegs vor das Tor des oberen Teils des Städtchens. Fotosujets noch und noch.
Nach einem kurzen Abstieg in den unteren Teils der Siedlung nun wieder aufwärts. Kurz über Asphalt dann auf Wanderwege in den Wald. Weiter auf Forstwegen bis zur Hochwacht. Kurz vorher die grosse Radarkuppel der Luftverkehrsüberwachung Skyguide.  Die Beiz ist noch geschlossen, so gibt es einen Halt mit Verpflegung aus dem Rucksack. Dazu die schöne Aussicht von der für mich neuen Aussichtsterrasse beim Triangulationspunkt.
So jetzt geht es richtig los. Erst auf Wanderwegen, so T2, bald aber auf typischen Wegen an der Lägern. Nämlich auf den „Köpfen“ der steil aufgerichteten und abgebrochenen Juraschichten. Teilweise recht schmal und eine gute Balance ist gefragt, aber es macht so richtig spass. Beim Burghorn ist der höchste Punkt des eigentlichen Grates erreicht. Wiederum eine prächtige Aussicht. Weiter hinunter in den Lägernsattel. Bei P.802 kann man den nun heiklen Gratabschnitt an der Nordflanke umgehen, ich bleibe aber auf der etwas schwierigeren Route und komme problemlos zum Schartenfels. Dieses Schloss ist gar nicht so alt wie es scheint, sondern wurde 1894  wohl als Ausflugspunkt für die Badegäste gebaut.
Nach einem verdienten Schluck weiter hinunter zum Landvogteischloss und der Holzbrücke über die Limmat. Steil die Halde (Unterer Teil der Altstadt) hinauf in den alten Stadtkern von Baden.
Ich habe den grössten Teil meiner Jugendjahre in Baden verbracht. Da es erst Mittag ist entschliesse ich mich noch die Burgruine Stein wieder einmal zu besuchen. Steil und sehr heiss geht es hinauf. Und was treffe ich da oben? Gegen 200 Wanderer, organisiert von der AZ (Aargauer Zeitung). So rasch als möglich fort von hier!
Da bin ich nun schon wieder hoch über der Stadt Baden, also entschliesse ich mich für „Back to the Rootes“.  Auf der Allmend finde ich von der 1947 genossenschaftlich erbauten „Lägernsiedlung“ nur noch einen Teil. Am Platz der ersten zwei  Wohnblöcke entstehen schon wieder neue Häuser. Das Haus „Allmendstrasse 33A“ steht noch und ist auch bewohnt. Hier war ich zuhause bis 1956. Dann bauten meine Eltern an der Hägelerstrasse 50 ein Haus. So wanderte ich durch das Quartier bis auch dorthin. Aber keine bekannten Namen mehr. Nun stach mich der Hafer und es interessierte mich, ob wohl die Bunker in der Region des Punktes 486 noch stehen? Flott durch den Wald und siehe da, die Betonklötze stehen noch. Freilich teilweise ziemlich überwuchert durch Jungwald. Und so eindrucksvoll sind diese „militärischen Anlagen“ (damals noch fotografieren verboten!) auch nicht mehr. Die Stahltüren sind zugeschweisst und es gibt keine Möglichkeit zu einer Innenbesichtigung.
Auf „altbekannten Wegen“ geht es nun weiter bis zum Gebenstofer Horn. Die Aussicht über den Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat ist wie einst eindrücklich. Nun folgt noch der Abstieg hinunter nach Gebenstorf. Da es nun drückend heiss wird, verzichte ich darauf weiter bis Brugg zu tippeln und geniesse bis zur Abfahrt des Autobusses nochmals Muttermilch.
Damit ist meine heutige Wanderung am Ende angelangt. Es war interessant, wieder mal in der alten Heimat herum zu schauen. Den Lägerngrat habe ich einst unzählige Male begangen, aber heute zum ersten Mal von Ost nach West. So ist der Weg, vor allem der Abstieg zum Schartenfels über den Grat etwas ruppiger als im Aufstieg, aber wie erwähnt kann dieser problemlos umgangen werden.

Tourengänger: Baeremanni

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Kommentare (2)


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bidi35 hat gesagt: schön geschildert und bebildert
Gesendet am 15. Juli 2011 um 12:50
Ja, manchmal zieht es halt einen in die alte Heimat.

Bin ja auch im Aargau aufgewachsen (Staufen), und meine Gotte/Götti wohnten in Wettingen. Meine Besuche damals noch mit Dampfloki von Lenzburg via Baden-Oberstadt.

LG Heinz

fuemm63 Pro hat gesagt: Schöner Bericht
Gesendet am 16. Juli 2011 um 11:28
über "meinen" Hausberg - in "Zürcher" West-Ost-Richtung stellt sich die Lägern ganz anders dar als in "Badener" Ost-West-Richtung, versuchte ich letztes Jahr unter dem Titel "Die zwei Gesichter der Lägern" zu dokumentieren ;-)
LG fuemm63


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