Hasenstöck 2720m, Ruchstock 2814m, Laucherenstock 2639m und 3 Weitere Gipfel


Publiziert von Sputnik Pro , 2. August 2007 um 07:29.

Region: Welt » Schweiz » Nidwalden
Tour Datum: 1 August 2007
Wandern Schwierigkeit: T6+ - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Ruch- und Walenstockgruppe   CH-NW   CH-UR   CH-OW 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 1600 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit der S-Bahn vom Luzern nach Wolfenschiessen, dann mit dem Postauto nach Oberrickenbach. Von dort mit der Luftseilbahn auf die Bannalp zur Chrüzhütte.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:analog Zufahrt zum Ausgangspunkt, nur anstelle zur Chrüzhütte mit der Luftseilbahn zum Bannalpsee.
Unterkunftmöglichkeiten:Berggasthaus Urnerstaffel mit Massenlager (112 Plätze). Ausser im November immer offen. Telefon 041 628 15 75.
Kartennummer:LKS Nr. 1191 1:25000 Engelberg

DER GEHEIMTIP FÜR SEHR ANSPRUCHVOLLES "GEBIRGSWANDERN" IN DER ZENTRALSCHWEIZ.

Meine NW-Gipfel Nummer 11 bis 16 und meine OW-Gipfel Nummer 21 bis 23.

Münggenstöckli (NW; 2279m): Der kleinste Gipfel der ansprochsvollen Gipfelsammelaktion ist auch der harmloseste von allen besuchten Gipfeln. Gipfel ist hier vielleicht etwas übertrieben, es handelt sich eher um eine grosse Felsinsel in den Geröllhängen der Hasenstöck-Westflanke. Vom Berggasthaus Urnerstafel steigt man weglos über die Weiden Hungerloch und Chalberplätz parallel zum Geröllfeld Schwarzgraben auf (T3). Auf etwa 2200m erkennt man dann, dass das Munggenstöckli aus drei Gipfeln besteht die durch tiefe Scharten getrennt sin. Die beiden unteren Gipfel bestehen aus Fels, der Obere (Hauptgipfel) ist hauptsächlich ein Grashügel. Von Südern her erreichten wir so über mässig steile, wenig  felsdurchsetzte Grasflanken den Hauptgipfel (T4).

Hasenstöck (NW/UR; 2720m):  Der Hasenstöck wird von den Einheimischen Bannalper-Turm genannt obwohl er eigentlich nicht wie ein Turm aussieht! Er ist durch den Ruchstock-Nordsattel (zirka 2675m) vom Ruchstock getrennt und ist ein typischer Felsberg. Vom Münggenstöckli quert man in SSW-Richtung leicht ansteigend ein Geröllfeld bis man auf einen Rücken kommt (T3), auf diesem Rücken geht es nun geradewegs hinauf bis man auf etwa 2520m auf grössere Felsen stösst. Jetzt quert kurz ein weiteres (kleineres) Geröllfeld in SSW-Richtung um dann über gutgriffige, plattige Felsen (T4-5/ Fels I) parellel zur Ruchstock-Nordwand zu kraxeln. Ab 2600m bis in den Sattel führt der Aufstieg dann über Schutt und sandartige Böden (T3-4). Vom Sattel geht es zum Schluss über Kalkplatten schnell auf den und problemlos auf den Hasenstöck (T3). Übrigens gibt es weiter östlich einen Hasenstock (2729m) auf der Grenze OW/UR - man sollte diese Gipfel nicht verwechseln!

Ruchstock (NW/UR; 2814m): Vom Hasenstöck gelangt man schnell wieder zurück in den Ruchstock-Nordsattel. Über den untern deutlich ausgeprägten Nordgrat klettert man geradewegs in herrlich, gutgriffigem Fels hinauf (T5+ / Fels I+). Wenn sich der Grat verliert bleibt man sich im Fels und steigt gegen rechts auf (T4; links ist eine Geröllhalde). So erreicht man bald mühelos die Gipfelhochebene vom Ruchstock - und durch diese Geröllwüste gehts zum Schluss auf den höchsten Punkt mit einem Steinmann. Den von uns gewälten Abstieg durch die Westflanke und den "Trichter" im den Schlittchuechenpass (P.2520m) ist vor Allem im Trichter sehr steinschlägrig! Besser man wälhlt diese Route nur für den Aufstieg wenn nimand ober einem ist! Abstieg: vom Gipfel steigt man über Geröll und Karst westwärts ab (T4) zum P.2666m wo man einen schönen Einblick in den Trichter hat. Der Trichter wird gegen unten immer steiler und extram viel schutt liegt darin! Vom am P.2666m geht man wieder etwas zurück und quert den oberen Teil des Trichters absteigend nach Norden bis fast an dessen Rand (T5+). Anschlissend geht es zuerst steiler direkt hinunter (T5+/ Fels I) und dann wieder sehr steil in SW-Richtung bis über eine Felsstufe. Die etwa 5m hohe Felsstufe muss abgeklettert werden (T6 / Fels eine Stelle II), am besten geht dies in Richtung der überhängenden Felswand über einem. Unter der Wand gelangt man scliesslich in den einfach zum Schlittchuechenpass (T4). Der Schlittchuechenpass ist aber nicht zu verwechseln mit den Schlittchuechenfirn auf der Ostseite des Ruchstocks, beide sind auf der Karte nur als Schlittchuechen bezeichnet!

Laucherenstock (NW/OW; 2639m): Der Laucherenstock ist der schönste von allen besuchten Gipfeln. Vom Schlittchuechenpass gelangt man über Fels- und Geröllgelände in westlicher Richtung rasch unter die Laucheren-Nordwand (T3). Hier zieht ein breites Band quer unter der Nordwand durch. Wieter obern hat es ebenfalls ein (falsches) Band, dieses hört aber inmitten der Wand auf und kann nur kletternd erreicht werden. Im richtigen Band liegt oft Lawinenschnee, zur Zeit kann man aber die Schneeflächen problemlos umgehen. Man folgt also dem Band unter Nordwand nach Westen (T4) . In der Mitte unter der Wand muss man durch eine Rinne etwa 10m absteigen (T5 / Fels I) wo sich das Band dann fortsetzt. Man folgt ihm immer weiter unter der Felswand bis man über gutgriffigen Fels leicht (T5; Fels I-II) nach links oben klettern kann. Bald erkennt man blaue Markierungen - man folgt ihnen durch die Westflanke über griffige Kalkplatten bis zum Gipfel (T4). Für den Abstieg über den Westgrat gelangt man über Geröllflächen und einen breiten Rücken zum P.2575m (Westgipfel). Etwas unterhalb des Westgipfels beginnt der steile Abstieg über den Westgrat (T6+!; WS; Fels II). Man hält sich immer auf der Kante, ausser bei einem Steinmann steigt man durch eine Rinne ab. Der Grat ist sehr luftig, hat aber  stabile Griffe in tollem Kalkgestein und ist äusserst genussvoll zu Klettern.  Im Kanton Nidwalden gibt es übrigens einen "kleineren" Bruder des Laucherenstocks. Den 2005m hohen Berg habe ich ebenfalls besucht, siehe dazu: http://www.hikr.org/tour/post4378.html .

Laucherengrat (NW/OW; 2418m): Die Überschreitung des sehr ausgesetzte Laucherengrat hat, wie wir feststellen mussten, wirklich nichts mehr mit Bergwandern zu tun! Dem Aufstieg könnte man ein hypothetisches T7 geben, dem Abstieg sogar ein T7+! Nach dem Abstieg vom Laucherenstock in die Lücke steigt man über Gras bis zum Beginn des Ostgrates vom Laucherenstock. Es folgt nun die herrliche, sehr luftige Kletterei über feste grosse Platten bis kurz unter den Gipfel. Die Schwierigkeit ist WS, der Fels weist eine fast durchwegs eine Schwierigkeit von II auf. Auch wenn es sehr ausgesetzt ist, sollte man sich meist auf der Gratschneide halten. Die letzten Meter auf dem Grat zum Gipfel führen über schmale Grasflanken (T5). Den Abstieg über den steilen, super ausgesetzten und extrem brüchigen Westgrat in die Lücke Laucherengrat / Planggengrat könnte man auch als Kamikazegrat bezeichnen! Man sollte hier jeden Griff und Tritt doppelt testen... kein Wunder fand ich bei einer Literatursuche über den Grat keine Infos! Dieser Kamikazegrat sollte man eigentlich nur im Aufstieg benutzen -  sicherlich hat er ein WS+ wenn nicht sogar ZS-!

Planggengrat (NW/OW; 2397m): Für die Überschreitung Ost-West des viel kürzeren Planggengrat gilt ähnliches wie für den Laucherengrat, nur dass der ganze Laucherengrat extrem brüchig ist! Als "Extremwanderrute-T6" am Planggengrat kann man nur den Aufstieg von Westen aus einer kleinen Lücke bezeichnen, der Ostgrat hat auch hier nichts mit T6 zu tun (eher T6+!). Von der Lücke Laucherengrat / Planggengrat steigt man über steile Grasflanken bis zum felsigen Grataufschwung (T5) wo der kurze Ostgrat beginnt. Auf der brüchigen schmalen Gratschneide steigt man nun sehr ausgesetzt etwa 5m nach oben (WS / Fels II), danch folgt ein 20cm breites waagrechtes Stück mit extremem Tiefblick (T6)! Zum Schluss gelangt man über steiles Gras auf den kleinen Gipfel wo nur eine Person Platz hat! Auf der Westseite geht es brüchig zuerst einige Meter in brüchigem, grasdurchsetzten Gelände (T6; Fels I) hinab. Danach quert nördlich man unter dem Laucherenstock (T5) wieder in die Lücke Laucherengrat / Planggengrat. Der weitere Abstieg zum Bannalpsee ist nach der superschönen Tour eine Katastrophe: oben Karrfelder, in der Mitte mit Gras überwachsene Karrlöcher, unten steiles Grass mit lauter Kuhtrittlöcher! Naja, jetzt ist's egal, die Tour ist geschafft...

Fazit der Tour: Die Tour besser in umgekehrter Reihenfolge angehen und den Laucherengrat sowie den Planggengrat links liegen lassen (ausser man will alle NW-Gipfel wie ich sammeln).

Genaue Route: Chrüzhütte - Urnerstaffel - Hungerloch - Chalberplätz - P.2014m - Münggenstöckli - Ruchstock Nordsattel - Hasenstöck - Ruchstock Nordsattel - Ruchstock Nordgrat - Ruchstock - Ruchstock Westflanke und "Trichter" - Schlittchuechenpass - Querung unter Laucherenstock Nordseite über Band - Laucherenstock Westflanke - Laucherenstock - P.2575m - Laucherenstock Westgrat - Laucherengrat (Überschreitung) - Planggengrat (Überschreitung) - P.2215m - P.2073m - Oberfeldcharen - Unt. Mälchbsetzi - Urnerstafel - Grotzen - P.1628m - Station Bannalpsee.

Tourenbeschreibung von Dani: http://www.hikr.org/tour/post3786.html


Tourengänger: Sputnik, ironknee

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen

T6 II
1 Aug 07
Bannalper 6-Gipfel Tour · ironknee

Kommentar hinzufügen»