Vergangenheitsbewältigung light


Publiziert von Berglurch , 4. Juli 2011 um 10:50.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Rätikon
Tour Datum: 3 Juli 2011
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   A   A-V 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 700 m
Abstieg: 1700 m
Strecke:Mannheimer Hütte - Panüelerkopf - Salarüelkopf - Schesaplana - Totalp - Lünersee Talstation
Zufahrt zum Ankunftspunkt:PostBus ab Lünerseebahn Talstation

Die Schesaplana ist einer der am leichtesten erreichbaren Berge des Rätikons und wird entsprechend of bestiegen. Dies liegt sicher an der Tatsache, dass von drei Seiten gut gesicherte Steige eine Gipfelerlebnis ermöglichen, zum anderen auch an der Lünerseebahn, die die Wanderer von Brand aus in den alpinen Talschluss des Brandnertals bringt. Ausserdem sind im Gebiet um die Schesplana gleich mehrer AV Hütten als Stützpunkte zu empfehlen, namentlich Douglass-, Totalp-, Schesaplana- und Mannheimerhütte.

So war es dann nicht weiter verwunderlich, dass meine Eltern, als sie mich als Kind das erste Mal in die Berge mit"schleiften", keinen Gipfel im heimischen Allgäu für diese Premiere auserkoren, sondern die relativ weite Anreise ins Rätikon in Kauf nahmen. Nach einer übernachtung in der Totalphütte erreichten wir damals auch problemlos den Gipfel der Schesaplana. Nur der Abstieg geriet zu einem persönlichen Fiasko für mich. Wir wählten zunächst den Südwandsteig, der mich damals wahnsinnig ausgestzt dünkte. Nun ja, ich hatte Angst, traute mich keinen Schritter weiter, zwang meine Eltern zur Umkehr und hatte forthin furchtbare Angst vor der Höhe. Ca 15 Jahre ging ich nicht wieder in die Berge. Erst spät,  Mitte zwanzig war es dann wieder so weit und Berglurch traute sich wieder auf Bergwanderungen.

Heute, einige Jährchen sind vergangen, wollten wir nach einer gemütlichen Nacht und einem leckeren Frühstück auf der Mannnheimer Hütte, den Abstieg etwas erweitern - und dennoch keine allzu grossen Sprünge machen - und gingen über die Normalwege auf die drei höchsten Gipfel des Rätikons und stiegen zum Lünersee ab.


Von der Mannheimer Hütte kann der Panüeler Kopf (2859) in einer knappen Stunde über einen markierten Steig (T3+) erreicht werden. über den schwach ausgeprägten, blockigen Grat kann - mit eindrücklichen westseitigen Tiefblicken der mit einem Steinmann markierte Gipfel des Salaruelkopfes erreicht werden. Diesen verlässt man ostseitig, um sich auf Trittspuren die flachste Stelle der schuttigen Südostflanke zu suche, bis man kurz vor dem Schaflochsattel auf den Liechtensteiner Höhenweg trifft. Hier hart unter den Felsen des Schafkopfes entlang am oberen Ende des schwindenden Brandner Gletschers entlang bis man wieder auf den Normalweg der Schesaplana trifft (Schesaplanasattel). Von hier über die kiesige Flanke leicht zum Gipfel der Schesaplana, wo man nie allein ist.
Im Abstieg versuchten wir uns kurz am Grat zum Felsenkopf, brachen dies aber bald ab, da man leicht Steinschlag auf den in der Flanke verlaufenden Wanderweg auslösen kann. So stiegen wir auf dem Normalweg (T3) zur Totalphütte ab, von wo man auch erkennen kann, dass ein ostseitiger Abstieg vom Nachbargipfel des Felsenkopfes (Zirmenkopf) heikel werden könnte. Von der Totalp auf dem Wanderweg (T2) zum Lünersee, an diesem entlang zur Douglasshütte und über den Bösen Tritt (T3-) zur Talstation der Bahn. Ab Schattenlagant dann Mitfahrgelegenheit (Vielen Dank!) ins Tal bis Bürs.

Gemütliche Tour mit Hubert!

Tourengänger: Berglurch


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Kommentare (2)


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Kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 4. Juli 2011 um 18:40
> Nun ja, ich hatte Angst, traute mich keinen Schritter weiter, zwang meine Eltern zur Umkehr und hatte forthin furchtbare Angst vor der Höhe. Ca 15 Jahre ging ich nicht wieder in die Berge.

da hast du aber glück gehabt.

bei mir verlief es leider genau umgekehrt, als kind und jugendlicher hatte ich nie angst vor der höhe. erst als ich dann vor ca. 10 jahren wieder mit dem bergwandern anfing, stellte sich das mulmige gefühl ein. seither bin ich mehr oder weniger erfolgreich dabei, dagegen anzukämpfen.

Kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 4. Juli 2011 um 18:40
> Nun ja, ich hatte Angst, traute mich keinen Schritter weiter, zwang meine Eltern zur Umkehr und hatte forthin furchtbare Angst vor der Höhe. Ca 15 Jahre ging ich nicht wieder in die Berge.

da hast du aber glück gehabt.

bei mir verlief es leider genau umgekehrt, als kind und jugendlicher hatte ich nie angst vor der höhe. erst als ich dann vor ca. 10 jahren wieder mit dem bergwandern anfing, stellte sich das mulmige gefühl ein. seither bin ich mehr oder weniger erfolgreich dabei, dagegen anzukämpfen.


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