Grattour aus dem Melchtal aufs Stanserhorn (1898m)


Publiziert von Bergamotte Pro , 9. Juni 2011 um 22:40.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum: 4 Juni 2011
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Stanserhornkette   CH-NW   CH-OW 
Zeitbedarf: 6:45
Aufstieg: 2150 m
Abstieg: 1070 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Sarnen, PAG bis St. Niklausen Eistlibach
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Stanserhornbahn, cff logo Stans
Kartennummer:1170 / 1190

Das Stanserhorn steht eigentlich schon lange auf meiner Pendenzenliste. Aber als Einzelprojekt vermochte mich der beliebte Aussichtsberg nie wirklich zu begeistern. Als krönender Abschluss einer langen und einsamen Gratwanderung gelangt der Stanser Hausberg dann doch zur verdienten Aufmerksamkeit.

"Ich nehme an, es handelt sich um ein Versehen", meint der Chauffeur, als wir in St. Niklausen Eistlibach (P. 798) um Auslass begehren. Tatsächlich verirren sich wohl nur ein paar vereinzelte Gratwanderer an diesen Ort. Gleich bei der Busstation zweigt rechterhand ein unmarkierter Weg gen Süden ab. Diesem folgen wir einige Minuten, um dann links in einen ebenfalls unmarkierten Trampfelpfad abzubiegen. Steil und einsam geht's auf matschigem Untergrund in die Höhe.  Beim Wegkreuz in der Nähe von Turren beginnt die Markierung, welche auf der ganzen Tour jedoch relativ spärlich gesetzt ist. Regelmässig geniessen wir herrliche Ausblicke auf den Gebirgskranz um Melchtal.

Ab Unter Lachen (1131m) folgen wir kurz der Forststrasse bis zur Gabelung auf etwa 1440müM. Hier biegen wir links auf eine zweite (hässliche) Forststrasse ab, welche uns durch den Lachenwald  zur Schluchiegg bringt, dem Grat auf den Chrüzibodmer. Gemäss LK ist der Grat zumindest im oberen Teil begehbar, wir ziehen jedoch über Ober Lachen (1685m) aufs Lachengrätli, wo sich erstmals das Panorama ins Engelberger Tal öffnet. Wer mag, kann vom Pässchen in wenigen Minuten noch das Storegghorn besuchen. Einem Waldpfad folgend stehen wir 15 Minuten später auf dem Chrüzibödmer (2024m). Vor uns öffnet sich eine karge, wilde und einsame Landschaft und die Zivilisation scheint meilenweit entfernt.

Hier beginnt der lange Gratmarsch Richtung Stanserhorn, welcher genau auf der Grenze Ob-/Nidwalden verläuft. Wir überschreiten den Schluchigrat und durchsteigen die Senke bei der Wagenleis (2055m), dank Stahlseil völlig problemlos. Kurz nach der Kraxelei stehen wir auf dem Schluchberg (2106m), dem höchsten Punkt des Tages. Der Abstieg über einen schwachen Pfad im Schiffergestein ist etwas mühsam. Bei P. 2003 verlasse ich den Wanderweg und überschreite den Schingrat, teilweise etwas ausgesetzt. Der direkte Abstieg zu P. 2017 über einen Felsabsatz erscheint mir zu heikel und ich umgehe ihn östlich über Steilplanggen (mühsam, T4).

Auf dem Plateau des Gräfimattstand (2050m) kommt kein Gipfelgefühl auf, schon eher auf dem benachbarten Gräfimattnollen (2035m). Die folgende Gratpassage auf die Schellenflue ist zweifellos ein Höhepunkt dieser Tour. Ab hier geht's nun immer leicht bergab und die karge Landschaft weicht unberührten Nadelwäldern. Den tiefsten Punkt erreiche ich (nun alleine) beim Ächerli (1398m), wo mich als Dessert nochmals 500HM aufs Stanserhorn (1898m) erwarten. Dieses erreich ich über den bestens markierten Weg durch die Chrinnen. Auf dem Gipfel verhindert leider Nebel das ganz grosse Panorama, doch die Höhepunkte dieser Tour liegen ohnehin in der einsamen Gratpassage zwischen Lachengrätli und Ächerli.

Tour mit Tobias


Tourengänger: Bergamotte

Galerie


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