Wägitaler Überschreitung


Publiziert von 3614adrian , 8. Juli 2007 um 14:56.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum: 1 Juli 2007
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SZ   Etzel-Aubrig-Kette   Zürcher Hausberge   Oberseegruppe   CH-GL   Östliche Sihltaler Alpen 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 5000 m
Abstieg: 5000 m
Strecke:40km
Kartennummer:1153

In einem Tag über 20 Berge im Wägital geklettert, 40km abgestrampelt und 5000Hm überwunden!
Dies ist die grosse Wägitaler Überschreitung. Start um 17.15 Uhr. Es folgt eine schöne Abendstimmung, Sonnenuntergang, lange Vollmondnacht, hübsches Morgenrot, Sonnenaufgang, sengende Sonne und schwüle Temperaturen. 15 Minuten nach Schluss beginnt ein kräftiger Gewitterregen.

Route
Wägitalersee-Chöpfenberg-Tierberg- Bockmattli- Schiberg-Plattenberg-Brünnelistock-Rossalpelispitz- Zindlenspitz-Lachenstock- Redertengrat-Redertenstock-Mutteristock-Ochsenchopf-Wannenstöckli- Wannengrat-Gantspitz-Turner-Diethelm-Chli Mutzenstein-Rosenhöchi-Nüssen-Gross Aubrig-
Wägitalersee

Hintergrund
Laut einem Bericht von Jakob Schuler, Lachen wurde diese Tour erstmals 1958 durchgeführt und dokumentiert (Christian Hauser, Leo Hüppin).
Der Eintrag von Delta auf http://www.romankoch.ch/alpinismus/monstertouren.htm hat mich initial auf die Idee gebracht, diese Tour  zu wiederholen.
Genügend Flüssigkeit und Kalorien, gute Bergschuhe, Kenntnis der Routen und vorallem die richtige Motivation machen so eine Tour möglich. Etwas Kondition braucht es sicher, doch das meiste ist Kopfsache.

P.S.: Jakob Schuler vom SAC Zindlenspitz, Begeher der Rundtour im Jahr 1990, hat zum 50-jährigen Jubiläum der ersten Umrundung eine sehr lesenswerte "Geschichte  der Wägitaler Überschreitung" verfasst, wo alle sieben nachgewiesenen Rundtouren zusammengestellt sind.  
Klick fürs pdf in Text und Bild
Klick für eine schematische Zusammenstellung

 

Detaillierte Route

Uhrzeit

Ort Höhe Aufstieg Abstieg  
17.15 h Schrä (Parkplatz) 910     Mit Velo bis P. 923
  Scheidegg 1431     Rucksacke deponiert...
19.15 h Chöpfenberg 1896 T4 T4 Durch die Südflanke
21.00 h Tierberg 1989 T5-T6 T5 Weglos über steile Wiese, am Schluss links haltend und über felsdurchsetzte Wiese, dann wieder gerade hoch auf den Gipfel.
21.48 h Bockmattli 1932 T5 T3 Über schmalen Grat, eher T3-T4. Auf dem Gipfel beginnt es langsam zu dämmern. Von weitem seh ich die letzten Kletter absteigen.
22.25 h Furgge 1905     Ab jetzt mit Stirnlampe.
22.38 h Schiberg 2043 T3 T3 Kurzer Abstecher bei Mondaufgang auf den ersten Gipfel. Den Schiberg vom Beginn des Schneeschmelziweges zu überschreiten, 
  Furgge 1905     ist wahrscheinlich theoretisch möglich, habe dies beim Rekognostizieren als zu gefährlich beurteilt.
23.06 h Plattenberg 2082 T4 T4 Im Abstieg etwas mühsame Platten
0.26 h Brünnelistock 2133 T5 T4 Orientierung unten im Dunkeln etwas erschwert, nur teilweise Wegspuren. Am Schluss hübscher Grat mit etwas Klettern
0.57 h Rossalpelispitz 2075 T3 T3 Mittlerer Gipfel der klassischen Wägitaler Trilogie
1.38 h Zindlenspitz 2097 T3 T3 Sonst oft besucht, mitten in der Nacht einsam
  Lachenstock 2027 T4 T3 Unbemerkt, es folgt der endlos lange Grat zum Rederten
3.55 h Redertenstock 2292 II WS Direkt über den Grat, am Schluss ausgesetzt und zackig. Abstieg etwas heikel, zuerst eher rechts, dann links vom Grat
  Lücke 2235     Auffüllen der Wasservorräte mit vor einigen Wochen errichtetem Wasserdepot.
5.00 h Mutteristock 2294 II-III (Stelle IV) T3 Direkt über Ostgrat, anfangs in fast senkrechtem Riss(IV), dann einfacher, oben ausgesetzt, meist griffiger, solider Fels
6.15 h Ochsenchopf 2179 T6 T4 Direkt über wiesig, mosigen, ausgesetzten aber schönen Ostgrat. Abstieg markiert
7.35 h Wannestöckli 1988 T4 T3 Über NE-Grätchen.
7.50 h P1987 1987     Über Karrenfelder, nicht zu empfehlen, besser wäre über Oberalp, dort gibts auch Wasser.
8.50 h Schwialppass 1540      
9.33 h Ganthöchi 1824 T5-T6   Sehr steile Wiese hinauf, heiss
  Gantspitz 1970 T4 T5-T6 Physische Krise. Ansonsten einer der schönsten Abschnitte, jedoch durchwegs schmaler ausgesetzer Grat.
12.00 h Turner 2069 T4 T4 Nach längerer Pause ist die Krise überwunden
12.45 h Diethelm 2093 T4 T4 Die ersten Touristen angetroffen
14.20 h Chli Mutzenstein 1504 T4 T4 Hübscher, im Wald versteckter Gipfel mit provisorisch wirkender Leiter am felsigen Gipfelaufbau
15.00 h Rosenhöchi 1507     Langer, sumpfiger Weg.
  Nüssen 1529     Leider weit und breit kein Brunnen...
16.05 h Gross Aubrig 1695 T3 T3 Bei feuchtheissen Temperaturen und ausgehendem Wasser hinauf auf den letzten Gipfel. 
17.15 h Schrä (Parkplatz) 910     Geschafft!
          Insgesamt 20 Gipfel, 40 Km, 5000 Hm, 24h.

 

 


Tourengänger: 3614adrian

Galerie


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Kommentare (5)


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Delta Pro hat gesagt: Es ist vollbracht!
Gesendet am 9. Juli 2007 um 07:25
Herzliche Gratulation zu Deiner gewaltigen Leistung!
Die Wägital-Rundtour ist wiederholt - ich habe mich riesig gefreut!
Gruss Delta

Alpin_Rise Pro hat gesagt: Gratuliere!
Gesendet am 12. Juli 2007 um 00:23
Schon eine tolle Leistung, die Wäggitaler Überschreitung. Ich liebäugle auch mit diesem "Klassiker" der Voralpen...
Warst du alleine unterwegs? Respekt vor dem Ostgrat am Mutteri!

Fenek hat gesagt: sprachlos
Gesendet am 12. Juli 2007 um 09:35
ich bin sprachlos ob dieser Leistung. Muss wirklich auch eine Kopfsache sein, aber die entsprechenden Beine dazu brauchts ganz bestimmt.

von mir aus auch ein grosses Kompliment!

würd mich auch interessieren, warst du alleine!

3614adrian hat gesagt: RE:sprachlos
Gesendet am 12. Juli 2007 um 23:33
@Fenek und @Alpine_Rise:
Ja, ich war alleine unterwegs. Hab' vorher aber alle Teilstücke in Einzeletappen rekognostiziert. Zudem kenn ich momentan niemanden der sich für so eine Tour zu haben wäre.
Den Ostgrat am Mutteri habe ich mittlerweile dreimal bestiegen, bei der Wägitaler Überschreitung in der Morgendämmerung, so ganz allein war das aber schon ein bisschen mit einem mulmigen Gefühl verbunden. Seilsicherung wäre da ja eigentlich schon vernünftiger...

@Alpin_Rise:
wünsche dir viel Erfolg, falls du diese Tour in Angriff nimmst.

Delta Pro hat gesagt: RE:sprachlos
Gesendet am 13. Juli 2007 um 07:47
Es macht auf jeden Fall Sinn, solche grossen Dinger alleine zu reissen. Wie gesagt, Kopfsache. Wenn man nicht nur physisch, sondern auch psychisch am Anschlag ist, kann jede Störung des eigenen Rhythmus fatal sein und Reibereien sind vorprogrammiert.


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