Von der Bitscheri zur Stockeri Suon


Published by laponia41 Pro , 11 May 2011, 10h04.

Region: World » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike:10 May 2011
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS 
Time: 4:00
Height gain: 250 m 820 ft.
Height loss: 500 m 1640 ft.
Route:10 km
Access to start point:cff logo Geimen
Access to end point:cff logo Brig

Ich wollte es besser machen als bidi35 auf seiner Bitscheri-Suonen Rundwanderung. Ich hatte nämlich die Karte nicht vergessen (dafür die Wasserflasche). Also konnte ich in Geimen genau nach Plan starten und stand bald einmal auf dem guten Hüterweg der Unteren Bitscheri. Zügig ging's weiter bis zum nun schon weltbekannten Aquädukt. Und hier begannen meine Probleme. Der Hüterweg führte nicht weiter, die Suone floss durch Weiden und Heuwiesen, Zäune noch und noch waren zu überwinden. Es waren nicht alpintechnische Probleme, es war schlicht und einfach meine Erziehung, die mich blockierte. Von meinen Eltern hatte ich doch gelernt, dass man keine Heuwiesen "vertschalpet", keine Zäune beschädigt, keine Bauern verärgert, Verbotstafeln beachtet (Wiesen betreten und Campieren verboten).

Campieren wollte ich ja eigentlich nicht, aber ich machte bald einmal von der Trämel-Wiese mit den prächtigen Stockweiden einen Rückzieher zum "eingesperrten See". Da wäre ich liebend gerne ans Ufer gegangen. Aber eben: in der Schweiz ist gelegentlich auch die Natur käuflich. Vom Dörfchen Bitschji aus folgte ich dann einem Pfad, der mich zur Oberen Bitscheri und weiter bis in einen markanten Graben führte. Dort kehrte ich um, weil ich auch noch der Stockeri einen Besuch abstatten wollte.

Nach kurzer Rast bei der seltsamen Kapelle oberhalb Bitschji wanderte ich auf dem an einigen Stellen ausgesetzten Hüterpfad bis zu einem engen Durchlass. Hier verlor ich die Obere und stand plötzlich ungewollt wieder auf der Unteren Bitscheri. Verärgert und vorallem wie die Natur an Wassermangel leidend stieg ich zurück nach Geimen, um dort im Restaurant Geimerheim meinen Durst zu löschen. Wiederum Misserfolg: das Restaurant hatte Ruhetag. Im Dörfchen Geimen hatte es zum Glück einen laufenden Brunnen. Meine Geister erwachten wieder.

Die Stockeri Suon war dann das Erfolgserlebnis des Tages. Ich fand sie problemlos, sie führte viel Wasser, sie verschaffte mir neue Ausblicke, unter anderem hinüber zur Bitscheri. Bitscheri, dachte ich, du kannst mich nicht - ich komme wieder! Im Weiler Unners Moos plauderte ich mit einem Einheimischen, der sich sehr für meine Kamera interessierte. Auf seinen Rat verliess ich den Wanderweg, verirrte mich beinahe ein drittes Mal, fand aber schlussendlich auf einem schönen historischen Weg hinunter nach Naters und hinüber zum Bahnhof Brig.

Vielleicht kommt ja das nächste Mal  bidi35 mit und zeigt mir, wo's lang geht....


Links zum Inventar:
Obere Bitscheri

Untere Bitscheri
Stockeri

Hike partners: laponia41

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Comments (5)


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bidi35 Pro says: Irrfahrten gehören halt dazu...
Sent 11 May 2011, 11h07
...wenn man auf Suonenpirsch geht!!! Macht doch die Sache erst recht spannend.

Hätte ich bei meinem Besuch nicht Einheimische angetroffen, die mich über die Gegend aufgeklärt haben, hätte ich mich sicher auch verirrt.

Ich komme das nächste Mal gerne mit.
Du denkst an die Karte und ich an die Flasche. Dann kann ja nichts mehr schief gehen!!

Übrigens...das Rest. Geimerheim ist schon seit ein paar Jahren geschlossen.

LG Heinz

laponia41 Pro says: RE: Irrfahrten gehören halt dazu...
Sent 11 May 2011, 19h16
Das mit dem Restaurant Geimerheim habe ich mir nach genauer Betrachtung auch gedacht. Heute geschlossen bezieht sich auf vorgestern, heute, morgen usw.
Aber das mit der Karte. Ich bringe sicher eine gute Karte mit, und du......

LG Peter

bidi35 Pro says: RE: Irrfahrten gehören halt dazu...
Sent 11 May 2011, 21h23
...ich bringe natürlich eine gute Flasche mit, da ja das Geimerheim geschlossen ist!!

LG Heinz

muscat says: Das Bitscheri-Dilemma
Sent 11 May 2011, 21h10
Danke für den schönen Bericht, der mich darüber hinweg tröstet, dass ich im Moment leider kaum Zeit habe, um ins Wallis zu fahren. Wenn ichs mir so überlege, dann würde ich lieber ohne Karte wandern als ohne Wasser. Aber am liebsten mit beidem.

Interessantes Problem, der fehlende Hüterweg an der unteren Bitscheri. Ich kam von unten herauf, und ich habs so in Erinnerung, dass es im unteren Teil der Suone einen Hüterweg hat, der sich dann verliert im Plateau bei Trämel unterhalb der Steilstufe. Die weglose Steilstufe kann man auf einem Fahrsträsschen umgehen, und dann kommt der berühmte Aquaedukt. Auch dort hat es tatsächlich keinen Hüterweg. Für mich war die Überquerung der Wiesen kein Problem, weil ich im Februar dort war. Doch ich kann mir gut vorstellen, dass man im Mai saftige Wiesen vertrampeln müsste, wenn man immer der Suone folgen will. Da ich euch mit dem Bitscheri-Virus infiziert habe, fühle ich mich bis zu einem gewissen Grad verantwortlich für dieses Dilemma. Mir kommt eigentlich nur eine Lösung in den Sinn: Dann hingehen, wenn die Wiesen gemäht sind, also im Herbst / Winter / Vorfrühling.

bidi35 Pro says: RE: Das Bitscheri-Dilemma
Sent 11 May 2011, 21h41
Bei meiner Begehung ging mir ja exakt vor diesen Wiesen der Akku aus, deshalb konnte ich den letzten Teil nicht dokumentieren.

Ein Wanderweg umgeht die Wiesen bis zum erwähnten Fahrsträsschen. Dann kommt man zum Aquädukt. Nur ist natürlich nichts angeschrieben, und die Wegweiser fehlen ohnehin.

Kann mir vorstellen, dass man bei der gegenwärtigen Vegetation diesen Trampelweg gar nicht sieht.

LG Heinz


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