Dent d'Oche (2'222m): Ost-West-Überschreitung


Publiziert von Paet , 11. Mai 2011 um 13:15.

Region: Welt » Frankreich » Haute-Savoie » Massif du Chablais
Tour Datum: 7 Mai 2011
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: F 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto bis le Fétiuère
Unterkunftmöglichkeiten:Ref. de la Dent d'Oche

Genau in der Verlängerung meiner Wohnstrasse gelegen, thront der Dent d'Oche über dem Lac Léman. Schnell hat sich das Projekt, einmal vom Gipfel aus in die andere Richtung zu blicken, bei mir festgesetzt. Eine erste Gelegenheit zur Besteigung bot sich bereits vor zwei Wochen, an Ostern. Die Idee war - zusammen mit Sake, Zaissmo und Chrigae - von le Fétiuère zum Chalet d'Oche, dann weiter zum Ref. de la Dent d'Oche und hoch zum Gipfel aufzusteigen. Von da - bei trockenen Verhältnissen - über den Ostgrat in den Sattel zwischen Dent d'Oche und Roc du Chateau d'Oche und über das Chalet d'Oche zurück nach le Fétiuère. Der Aufstieg lief problemlos, doch die Verhältnisse waren dann leider doch nicht ideal für eine Überschreitung. Und auch das Panorama hielt sich in Grenzen - die Wolken/Nebel liessen keinen Blick auf den Genfersee zu. Trotzdem eine super Tour, mit  Herden von Steinböcken (s. Bilder) und toller Kraxelei. Das hat Lust auf mehr gemacht...

Und mehr gab's heute. Mit Chrigae bin ich zum zweiten Mal in zwei Wochen Richtung Trossy aufgebrochen (per Auto, ÖV Möglichkeiten halten sich in Grenzen. ID/Pass nicht vergessen). Diesmal sollte es eine Überschreitung von Ost nach West werden. Los ging die Tour, wie beim ersten Mal, von le Fétiuère hoch zum Chalet d'Oche. Von da weiter in den Sattel zwischen Chateau d'Oche und dem Dent d'Oche. Kurz vor dem Sattel biegt links der "offizielle" Weg zum Gipfel ab. Wir steigen jedoch weiter hoch, bis wir im Sattel stehen und eine Herde männlicher Steinböcke, mit ihren imposanten Hörnern, beobachten können. Von hier aus halten wir uns ziemlich konsequent an den Grat. Einige Wegspuren sind vorhanden, Markierungen fehlen. Die erste - und einzige - Schlüsselstelle überklettern wir nicht direkt, sondern steigen ca. 5-10m durch eine sehr steile Grasflanke ab (Foto). Bei feuchten Verhältnissen wäre die Stelle hier ein absolutes no-go. Ausrutscher wären vorprogrammiert und fatal. Nach einer kurzen Traverse geht's  weiter durch ein steiles Grascouloir zurück auf den Grat. Eine zweite ausgesetzte Stelle folgt kurz bevor unsere Gratvariante den normalen Weg trifft. Will man sich weiter an den Grat halten, muss hier ein Schritt (ca. 1m) über eine tiefe Spalte gemacht werden. Wem das Mühe bereitet, der kann hier auch links ausweichen und etwas früher auf den Normalweg treffen. Die letzten Meter unterscheiden sich nicht zwischen Gratvariante und Weg. Kurz vor dem Gipfel sind Ketten installiert, die bei einer kurzen Querung der Nordseite helfen können. Auf dem Gipfel bietet sich einem dann ein atemberaubendes Panorama (welches wir bei unserer ersten Besteigung leider nicht geniessen konnten). Quasi der gesamte Lac Léman lässt sich von hier aus überblicken - eine super Aussicht bei bestem Wetter. Bei den angenehmen Temperaturen verweilen wir erstmal längere Zeit auf dem Gipfel, bevor wir uns an den  - nach unserer ersten Besteigung schon bekannten - Abstieg machen. Vom Gipfel geht's zum Refuge de la Dent d'Oche und runter zum Chalet d'Oche. Der Weg ist zu jederzeit gut markiert und Stellen, an denen man die Hände zu Hilfe nehmen muss, sind mit Ketten gesichert. Kaum mehr als T4. Trotzdem: der Weg ist viel begangen, die Felsen deswegen ziemlich abgespeckt und wären bei Regen wohl sehr rutschig. Also auch der Westaufstieg ist bei Regen nicht ratsam. Nach einer weiteren ausgedehnten Pause inmitten zahlreicher Orchideen (kurz vor dem Chalet d'Oche) geht's zügig zurück zum Auto.

Tourengänger: Paet, zaissmo, sake, Chrigae


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Kommentare (1)


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ABoehlen Pro hat gesagt:
Gesendet am 11. Mai 2011 um 15:26
Danke für den ersten Bericht zur Dent d'Oche und die schönen Bilder! Der Gipfel ist mir bestens bekannt - allerdings nur aus der Ferne, da er von vielen Punkten in der Region Bern zu sehen ist, wenn es die Bedingungen zulassen.

Gruess
Adrian


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