Das Hübschorn habe ich auf der Skitour auf das Simplon-Breithorn entdeckt. Seine Lage und seine Grate haben mich fasziniert und ich mochte kaum warten, bis eine Sommerbegehung möglich war.
Eigentlich sah ich vom Breithorngipfel aus den Südgrat und auf den Fotos habe ich mir den auch ausgiebig studiert. Im SAC Führer findet sich aber keine Route und zu gerne hätte ich mal da etwas gewerkelt. Aber mein jüngster Sohn meinte, einen Berg mit diesem Namen möchte er auch besteigen und so haben wir gemeinsam das Abenteuer auf normalen Wegen in Angriff genommen.
Ich nehme es vorneweg: Das Hübschhorn mag hübsch aussehen, aber ich weiss nun auch, warum es selten besucht wird. Der Berg ist ein Schutt, Geröll- und Blockhaufen und mühsam zu bezwingen. Wir haben die Route 202 aus dem SAC Führer für den Aufstieg gewählt und sind uns nicht reuig. Eindeutig die interessantere und anspruchsvollere Route. Im Abstieg wählten wir zuerst den Westgrat und sind dann etwa in der Mitte gegen den Pt. 2508m und weiter direkt hinunter zu den Grasflächen abgestiegen.
Auf der ganzen Route fanden wir nur spärliche Wegspuren, in der Route 202 sind am Anfang noch alte, verblichene blaue Markierungen vorhanden, ab der Höhe von 2'500m dann keine mehr. Ab dieser Höhe wähnt man sich wirklich in einer Nordwand und der Aufstieg ist in einer breiten Rinne sehr steil, meist auf Schutt und Blöcken. Der Ausstieg ist lange nicht sichtbar und mehr als einmal kamen uns Zweifel über unsere Routenführung. Aber der Blick in die Karte gab uns Ruhe und Orientierung. Das Bild im SAC Führer ist übrigens sehr genau und praktisch. Ich befürchtete ob dem losen Berg Steinschlag, aber es blieb alles ruhig und offenbar ist nicht damit zu rechnen. Kurz vor dem Ausstieg wird die Routenführung dann leichter, aber insgesamt braucht es eine gute Spürnase für den richtigen Weg.
Ab Pt. 3'055m führt ein Firnfeld fast bis zum Gipfel. Die letzten Meter sind dann wieder im bekannten losen Schutt- und Blockgewirr. Grosser Steinmann auf dem Gipfel. Der Gipfel hat zwei Erhebungen, etwa 30m voneinander entfernt.
Die ganze westliche Seite des Hübschhorns ist ein einziger Schutt- und vor allem Blockhang. Der Abstieg ist sehr mühsam und zeitraubend. Es hat etliche Steinmänner und im oberen Teil blaue Markierungen, diese sind dann unter 2'500m nicht mehr vorhanden. Der Abstieg erfodert auch wieder guten Orientierungssinn und viel Geduld. Allerdings bergen die Blöcke auch viele Geheimnisse. Wir haben eine Maus aufgestöbert und konnten sie über viele Meter beobachten und verfolgen. Auch ein aufgescheuchter Hase hat uns in der Panik sozusagen umrundet, bevor er das Weite suchte.
Das Wetter war nicht so gnädig mit uns, aber das wussten wir. Der Blick nach Süden blieb uns vergönnt, aber dafür hat um so mehr das Bietschhorn wieder mal lange und aufmunternd herübergezwinkert.........Ausserdem ist der Bergfrühling auf dem Simplonpass im vollen Gange und die Blumenpracht wirklich sehr, sehr schön!
Wegen der eher etwas schwierigen Orientierung, der Steilheit und dem Firnfeld taxiere ich T5.















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