Kletterwoche in Sardinien


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 26. April 2011 um 14:19.

Region: Welt » Italien » Sardinien
Tour Datum:16 April 2011
Klettern Schwierigkeit: 7a (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 8 Tage
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Graz - Venedig - Livorno - Moby-Lines-Fähre - Olbia - Dorgali - Cala Gonone
Unterkunftmöglichkeiten:Camping Cala Gonone; wild campieren sollte man in Sardinien besser nicht, Wohnmobile aber auch kleinere Busse werden abseits der Campingplätze nicht geduldet. Es ist aber möglich in den Buchten zu biwakieren, der Platz sollte aber vom Meer nicht einsehbar sein! Aufgrund der überhängenden Felsen ist meist kein Zelt erforderlich.

Die Climb & Fun (Naturfreunde - Kletterwoche) 2011 fand heuer in Cala Gonone auf Sardinien statt. Wie schon im letzten Jahr erfolgte die Anreise mit Reisebus und Fähre, mit dabei waren heuer 36 Teilnehmer. Diesmal war auch das Wetter gut, nur am Freitag verregnete es uns den Klettertag, ansonsten war es immer sonnig!

Samstag: Anreise von Mürzzuschlag bzw. Graz über Venedig nach Livorno, weiter mit Moby-Lines-Fähre.

Sonntag: Fahrt von Olbia nach Cala Gonone (ca. 1,5h) wo wir um ca. 9h am Campingplatz Cala Gonone ankamen und mit dem Aufbau der Zelte und dem Beziehen der Bungalows starteten. Nach einer kurzen Mittagspause machten wir unseren ersten Kletterausflug in die Gebiete Budinetto und Placche die Flintstones. Beide Gebiete liegen unmittelbar nebeneinander, die Flintstoneplatte am Nachmittag allerdings im Schatten. Die meisten Touren liegen im Bereich von 3a bis 5c und sind meist sehr gut abgesichert. Im Sektor Placche di Flintstones gibt es eine besonders lohnende Tour, die "Yabadabadou", 35m, 5c, bei der man die ersten 10m in einem Tropflochstreifen klettert.

Montag: Ausflug ins Klettergebiet Cala Fuili ,welches über eine (derzeit gesperrte) Straße in ca. 1h Fußmarsch erreicht wird. Bei geöffneter Straße hat man ca. 15 min Zustieg. Es gibt in diesem Gebiet zahlreiche Sektoren mit mehr als 100 Touren. Am Anfang besuchten wir den oberen Teil des Sektors Spiaggia West wo es einige leichte Touren gibt. Diese liegen im Berich von 5a und sind knapp aber teilweise mit alten BH abgesichert, es dominiert henkelige Plattenkletterei. Danach gingen wir in den unteren Teil des Sektors wo die Touren deutlich steiler sind. Hier ist die Bewertung nicht immer nachvollziehbar. Die meisten Touren sind etwas schwerer als ihre Bewertung. Alle Touren in diesem Bereich sind ausgesprochen lohnend!

Dienstag: Fahrt zum Capo Testa ganz im Norden Sardiniens (ca. 3h). Die kleine Halbinsel liegt zwar in einer Clean-Climb-Area, trotzdem gibt es einen kleinen Klettergarten mit wunderschönen Touren. Leider ist aber die Anreise nicht ganz einfach da die Halbinsel für Busse und Wohnmobile gesperrt ist, es gibt aber eine große Busstation von wo man mit dem Taxi (siehe Aushang im Wartehäuschen) nach Capo Testa kommt. Es gibt mehrere wunderschöne Buchten mit weiteren Felsen, hier braucht man aber Friends und Keile. Baden kann man aber nicht, es gibt Quallen! Wir kletterten dann die Tour Fluttuazioni (6a+) die über einzigartige Wellen hianuf führt und eine der schönsten Touren in Sardinien ist. Danach bin ich noch die Bozzolo (7a) geklettert die über überhängende Risse und eine extrem glatte Platte führt.

Mittwoch: Mit dem Ausflugsboot (8€/Pers) fahren wir in die Bucht Cala Luna. Der nördliche Sektor ist starkt überhängend und bietet fotogene Kletterei an großen Griffen. Der südliche Sektor ist ca. 75m hoch und hier sind die Felsen extrem rau! Für die Mehrseillängentour "Fessura Degli Spilli" (5c) sind Friends (und evtl. Keile) nützlich da die Hakenabstände bis zu 10m betragen. Wenn man diese Tour macht sollte man unbedingt über die obere Kante hinaussteigen und in 5 min zu einem herrlichen Aussichtspunkt gehen! Die Tour "Satori" führt von einem extrem scharfen Minigriff zum anderen und ist ein Muss!

Donnerstag: Am Vormittag gehen wir zum Klettergebiet Margheddie, das in gut 70min erreicht wird. Im Sektor Nomadi gibt es Kalkplatten von einzigartiger Qualität und Schönheit. Die Touren liegen zwischen 5b und 6a und sind etwas weit aber ansonsten perfekt abgesichert. Auch die Aussicht aufs Meer ist sehr schön! Mittlerweise gibt es hier auch schon etwas mehr Routen als im Kletterführer. Am Nachmittag besuchten wir dann die Höhle von Biddiriscottai wo es viele Überhänge mit Sintern gibt. Leider sind viele Routen sehr abgeschmiert und auch die Absicherung ist nicht immer gut (wie ein Hakenbruch eines anderen Kletterers zeigte). Die Touren Heinz, Guardia e ladri und Il Bimbi sind sehr schön und bieten Kletterei an Auflegern mit Gleichgewichtsproblemen.

Freitag: Leider regnet es und wir besuchen die Grotte von Ispinigoli wo es in den zweitgrößten Tropfstein der Welt gibt (38m hoch und 2m Durchmesser). Danach fuhren wir noch nach Arbatax um dort den Felsen Scogli Rossi zu besuchen. Dabei handelt es sich um eine rote Felssäule die direkt am Meer steht. Es gibt dort zwar keine Kletterrouten, der Fels ist aber fest und am Gipfel gibt es einige Haken (evtl. mit Friends verbessern), dann könnte man auch Topropen. Der Anstieg erfolgt durch das Loch und in leichter Kletterei (3).

Samstag: Es regnet noch immer und wir besuchen Olbia bevor es mit der Fähre zurück geht.

Sonntag: Heimfahrt

KLETTERFÜHRER: Pietra di Luna (Umfasst die ganze Insel) und evtl. weitere Führer aus den Shops in Cala Gonone.

KARTEN: Es gibt einige Karten die allerdings einen sehr kleinen Maßstab haben, ich habe eine alte digitale IGN-Karte von ganz Sardinien verwendet die sehr gut ist! Weiters noch die GoogleMaps und ein Satellitenbild, alle Bezugsquellen (im Format .ecw für Touratech) bitte per Mail erfragen!

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Tourengänger: Matthias Pilz

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