Dreifaltigkeit und Bogartenfirst


Published by radivi Pro , 23 April 2011, 00h26.

Region: World » Switzerland » Appenzell
Date of the hike:22 April 2011
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AI 
Route:Brülisau - Sämtis - Dreifaltigkeit - Bogartenfirst - Mans - Brülisau
Maps:Säntis

Üblicherweise steht am Karfreitag eine Säntisabfahrt an, bei den diesjährigen Schneeverhältnissen musste allerdings umdisponiert werden. Ich beschloss, meinen letztjährigen Plan der Dreifaltigkeit zu Ende zu führen. Den östlichen Turm habe ich damals ohne Seil bestiegen (III), es war allerdings eine brüchige Angelegenheit. Den mittleren Turm habe ich via Ostgrat (V mit Seil) versucht, musste aber abbrechen.

Heute ging es zuerst vom Pfannenstiel via Plattenbödeli zur Alp Sämtis und von dort in die Bogartenlücke. Ich wählte den Zustieg von Brülisau, um dem Schneefeld nördlich der Bogartenlücke auszuweichen. Der erste Abschnitt des Marwees-Bergweges war dann allerdings auch schneebedeckt, und ich passierte ihn rechts im Steilgras, welches kurz nach der Schneeschmelze immer noch nach unten gerichtet und deshalb etwas rutschig ist. Dabei fand ich einen Teleskopstock. Weiter durchs Steilgras auf den Grat der westlichen Dreifaltigkeit und gleich auf den Gipfel.

Von der westlichen Dreifaltigkeit durch die Mulde auf den Sattel der mittleren Dreifaltigkeit. Ich war mir nicht sicher, ob ich diesen Turm von Westen (neue Route), Norden (eigentlich nur Abseilpiste), oder Osten (letztjährige Route) angehen sollte. Bei näherer Ansicht sah die nördliche Variante am einfachsten aus. Ich beschloss allerdings, mich zu sichern und schlug einen Haken ein; jedoch nicht ins Gestein, denn dieses ist von lausiger Qualität in dieser Region, sondern in den Boden. Der Aufstieg war durchwegs brüchig und erforderte einiges an Konzentration. Unterwegs habe ich einen Haken entdeckt, der aber höchstwahrscheinlich zum Abseilen gedacht ist; denn mit einem 50m Seil reicht es nicht vom Gipfel bis auf den Sattel. Ich brauchte diesen als Zwischensicherung und später noch einen Klemmkeil. Auf dem Gipfel gibt es ein Gipfelbuch. Der letzte Eintrag stammt von Urs und Stefan Ammann von 2009. Der vorletzte von 2002.

Ich seilte einmal zum Haken ab und von dort in den Sattel, insgesamt 35m - 40m. Weiter zurück zur Bogartenlücke und kurz aufs Mannli. Von dort auf dem von Alpin_Rise beschriebenen Durchschlupf, den ich mit T5 bewerte, auf den Gabelschutz und dort den Markierungen folgend auf den Bogartenfirst. Der Bogartenfirst war eine echte Entdeckung, fantastisches Panorama, einzigartige Stimmung auf dem Gabelschutz. Auf dem Abstieg sind mir zwei Wanderer entgegengekommen (der eine davon war lefpoenk auf seiner Tour). Da ich nach Mans wollte, dachte ich mir, ich steige direkt zum Jägersteig hinunter, etwas durch die Legföhren. Nun, dies war keine gute Idee. Erstens wurden die Legföhren dichter und dichter, zweitens stand ich dann plötzlich über einer Felswand. Ich konnte mich entweder wieder durch die Legföhren hochwühlen oder irgendwie abseilen. Bequemer war abseilen. Eine Legföhre musste als Umlenkung dienen. Zum Glück hatte ich ein Doppelseil dabei, denn ein 50m Seil wäre für die leicht überhängende Wand zu kurz gewesen. Vom Wandfuss dann nach einem weiteren 5m Abseilmanöver nach Mans. Die Alp Mans war dann die zweite Entdeckung dieser Wanderung, absolut malerisch. Eigentlich wollte ich über den Sigel durch die Zahme Gocht nach Brülisau. Aber nach einem Blick auf die Karte entschloss ich mich, den noch nie zuvor gegangenen Jägersteig (heisst auch so) von Mans nach Leugangen unter dem Sigel entlang zu nehmen. Zu Beginn spektakulär unter den Felsen, teilweise ist der Weg schwer zu finden. Mehrere Gams in nur 10m Entfernung in einem ziemlichen Karacho an mir vorbei hinuntergespurtet. Von Leugangen dann zum Pfannenstiel.

Der Nordzustieg zum Mittleren Dreifaltigkeitsturm war mir aus der Literatur nicht bekannt. Es ist aber mit Sicherheit der einfachste Weg auf den Turm. Ich bewerte ihn mit III. Die Hauptschwierigkeit ist das brüchige Gestein. Aus diesem Grund werde ich sobald auch nicht zur Dreifaltigkeit zurückkehren.

Hike partners: radivi

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