Klettern am Brüggler (1777m): Highway, Kleine Verschneidung, Dornröschen, Tante Ju...


Publiziert von Alpin_Rise Pro , 18. Juni 2007 um 15:36.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 2 April 2005
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: V (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Oberseegruppe 
Aufstieg: 750 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit PW bis zum gebührenpflichtigen PP im Schwändital. Dort auch ein e Zustiegsalternative mit ÖV: Luftseilbahn Niederurnen-Morgenholz und über Wäni an den Wandfuss queren (gemütliche 2h). Zurück mit Autostopp oder gleicher Weg.
Unterkunftmöglichkeiten:Alpincamping gleich beim PP. Einfacher Zeltplatz mit Toilette und fliessend Wasser. Ruhig und günstig.

Die Plattenklettereien in der silbergrauen Südwand des Brügglers sind weitherum bekannt. Aus guten Gründen:  Der Schrattenkalk ist von einwandfreier, griffiger Qualität, die Routenauswahl im 4-7. Grad riesig und es kann fast das ganze Jahr über geklettert werden. Darum verdient das Klettergebiet auch diesen ersten hikr-Bericht.

Plaisirklassiker am wohlbekannten Brüggler

Der Zustieg dauert knapp eine Stunde: Vom Parkplatz auf ca. 1200m im Schwändital erst dem Fahrsträsschen entlang, dann über Alpweiden und dem Waldrand entlang an den Wandfuss. 


Folgende Routen habe ich in an sieben verschiedenen Tagen in der Wand  geklettert:

Tante Ju, 5c+, 5 Sl: Diese Route hat besonders auf der ersten Länge einen anderen Chrarakter: steilere, teils ausgesetze alpin angehauchte Kletterei am linken Begrenzungspfeiler; Details im separaten Tourenbericht.

Kleine Verschneidung, 5a, 9 Sl: Klassische, einfachere Route in sehr schönem Fels, eindrückliche Routenführung. Klemmmaterial kann nützlich sein.

Highway, 5b 7 Sl: Abwechslungsreiche Tour an Wasserrillen mit sehr guter Absicherung und etwas gesuchtem Ausstieg.

Grüne Plattenwand 5a, 6 Sl: wider dem Namen eine der schöneren Routen in diesem Grad am Brüggler: Die zweite Seillänge besser nicht links den Borhaken und in den (kurzen) Runout in der grossen Wasserröhre (Friend!) unter der Legföhre hinauf, sondern rechts halten. Wunderbare 4. Seillänge, in der 5. nicht in die Nomis verleiten lassen, trotz dem hübschen Fünferplättli... 6. Sl kurz und einfach. Klemmaterial und Schlingen angenehm, keine Klettergartenroute!

Meister Franz, 5b, 7SL: schöne Route mit einem steileren Aufschwung zu Beginn der zweiten Seillänge, meiner Meinung nach 5b und nicht 5c+. A0 mit bereithängendem Strick möglich, dann ca. 5a. In der ersten, kurzen Seillänge ebenfalls eine kniffligere Stelle 5a, die restlichen SL sind meiner Ansicht nach im 4b/4c Bereich und nicht 5a wie im Topo angegeben. 6. Sl kurz und gut mit 5. zusammenzuhängen.

Dornröschen, 4c, 4 Sl: Eine der beliebtesten Routen am Brüggler, homogene, gemässigte Schwierigkeiten und verhältnissmässig kurz. (Fotos aus dieser Tour)

Knorrli, 4b, 4 SL: Eine Kreation von Marcel Dettling, typisch Brüggler, ähnlich wie Dornröschen aber kürzer und etwas leichter.

Rummelflucht, 4b, 3 SL: Im ruhigen rechten Wandteil eine lohnende, gut abgesicherte, kurze Klettertour, schöner Fels, mässige Schwierigkeiten. Abseilen am besten übers Winterplättli (1x 30m, 1x 25m und 1x 20m bzw. 1x 30m und 1x 45m, auch mit 70m Einfachseil möglich)

Knorrli, 4b, 4 SL:  eine Kreation von mde; nette, einfache Kurzroute im rechten Wandteil, vernünftig abgesichert. Abseilen übers Winerplättli.

Projekte gäbe es noch genug, bei ca. 40 Routen...


Empfehlenswert ist der schöne Fussabstieg mit Gipfelerlebnis (T4, 30min zurück zu den Einstiegen) . Der  Grataufstieg von den Ausstiegen bis zum Gipfel ist besonders von den östlichen Routen mit einem ausgesetzten Grataufschwung im 2. Grad nicht ganz trivial bzw. relativ lange, Seilsicherung für Ungeübte und gutes Schuhwerk angezeigt.
Abseilen ist ausser in den Routen der grossen, westlichen Plattenflucht und über das Winterplättli ganz am östlichen Rand kaum zu empfehlen: Intermezzos mit anderen Kletterern und Seilverklemmer in den vielen Wasserrillen & Legföhren sind nicht auszuschliessen.

Tipp: Der Brüggler ist vor allem in der Randsaison (Nov/Dez und März/April) lohnend, dann wenige Kletterer und angenehme Temperaturen. Im Sommer klettert man am besten nach 15 Uhr, dann scheint die Sonne nicht mehr frontal in die SO-Wand

Tourengänger: Alpin_Rise

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