Zufrittjoch (3172m)


Publiziert von bergchaot , 7. Juni 2007 um 19:44.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 4 August 2005
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Aufstieg: 1270 m
Abstieg: 1270 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Meran nach Lana, dort in's Ultental abbiegen Richtung St. Pankraz. Am Ende des Tals in St. Gertraud Richtung Weißbrunnsee, dort parken.
Kartennummer:Kompass Wanderkarte 72

In den östlichen Ausläufern der Ortlergruppe gibt es einige interessante 3000er, die außerdem den Vorteil haben, dass das Gebiet noch nicht allzu sehr überlaufen ist.

Diese Tour ist eigentlich als Tagestour zu lang, aber ich hatte im Hotel Halbpension gebucht und wollte natürlich zum Abendessen wieder zurück sein. Mit dem Auto geht's bis ans Ende des Ultentals nach St. Gertraud, von dort auf einer recht schmalen Straße bis zum Weißbrunnsee (nix für Oberklasse-Limousinen, mein Subaru Impreza kommt gerade so durch).

Am Stausee wird das Auto abgestellt und dann gehts auf den 2488m hohen Grünsee. Früher hatte ich bis zum Grünsee etwas mehr als 4 Stunden gebraucht, heute schaffe ich's unter 2 Stunden, wenn ich flott unterwegs bin. Eigentlich wollte ich ja zur Hinteren Eggenspitze, aber der Weißbrunn-Gletscher hat inzwischen üble Spalten, so dass ein Alleingang hier nicht mehr unbedingt angesagt ist.
Ich hatte gehofft, auf der Höchster Hütte am Grünsee jemanden zu finden, aber da wollte an diesem Tag keiner auf die Eggenspitze; dann also Plan B, die Zufrittspitze.

Nach einiger Zeit wir der Hang etwas steiler und mein "Lieblingsgelände" beginnt: eine gigantische Geröllhalde. Zunächst mit Brocken von der Größe eines Fußballs, weiter oben mit Blöcken bis zur Größe eines Kleinwages. Es ist eine endlose Plackerei und zwischendrin tauchen immer wieder blank vereiste Altschneefelder auf (zum Glück hatte ich Leichtsteigeisen mit).

Und dann vermasselt mir doch das Wetter die Tour: plötzlich ein Fönsturm, und bei hellstem Sonnenschein tobt plötzlich der Wind nur so durch die Berge. Am Zufrittjoch bei 3172m ist es schon richtig unangenehm, und der Sturm wird immer stärker. Der Gipel der Zufrittspitze ist nur noch 260m entfernt, das Gipfelkreuz ist zum Greifen nah.

Doch soll ich einen ungesicherten Grat (einige Stellen II) besteigen, wenn Winde mit 80-100km/h darüber hinwegfegen? Fast zwei lange Stunden sitze ich da und versuche, mir eine Entscheidung abzuringen: entweder sitze ich heute abend bei ein paar Gläsern Rotwein und lasse es mir gut gehen, oder ich werde ins Krankenhaus nach Bozen geflogen, weil es mich von Grat geweht hat...

Nachdem ich mich für den Rotwein entschieden habe, steige ich ab. Und fast hätte es doch noch mit dem Ausflug nach Bozen geklappt: einer der Blöcke rutscht plötzlich weg und katapultiert mich 3m tiefer zwischen die Felsen. Neben einigen Abschürfungen habe ich mir dabei auch mein Bein zerschnitten, wobei es schlimmer aussieht als es wirklich ist. Aber die Wanderer drunten im Tal kann man gut damit schocken, und das war die Sache dann doch wert.

Eine andere Variante (ohne Gipfel) führt vom Grünsee nach links in Richtung Vordere Eggenspitze und zurück zum Weißbrunn-See, eine schöne und ausgedehnte Wanderung, bei der man selten jemanden begegnet und die man auch im Herbst noch machen kann, wenn dort oben schon etwas Schnee liegt.

Da ich damals auf einem Künstlertripp war, habe ich nur Schwarzweiß-Bilder von der Tour.

Tourengänger: bergchaot

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Kommentare (2)


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Taka hat gesagt:
Gesendet am 8. Juni 2007 um 12:59
"Da ich damals auf einem Künstlertripp war, habe ich nur Schwarzweiß-Bilder von der Tour."

*ROFL* :->

Gruss
Taka

ossi hat gesagt: :)
Gesendet am 9. Juni 2007 um 01:06
Amüsant geschrieben. Zum Glück hat es für den Ausflug nach Bozen nicht gereicht.


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