Corn Suvretta 3072 m - kleiner Nachbar des Piz Julier


Publiziert von Ivo66 Pro , 12. Februar 2011 um 15:52.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:12 Februar 2011
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 860 m
Abstieg: 860 m
Strecke:Alp Güglia - Valletta dal Güglia - Fuorcla Chamuotsch - Südostgrat - Corn Suvretta
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Alp Güglia: Liegt an der Julierpassstrasse auf der Engadiner Seite, wenig unterhalb der Passhöhe. Wenige Parkplätze an der Strasse vorhanden.
Kartennummer:S 1:50'000 Julierpass

Der Corn Suvretta steht im wahrsten Sinne im Schatten des mächtigen Piz Julier (3380 m). Dies bekamen wir zu spüren, mussten wir doch den grössten Teil des Aufstiegs im Schatten bewältigen, ehe die Sonne endlich hinter dem Piz Julier auftauchte. Der Corn Suvretta braucht sich aber - entgegen den Angaben im SAC-Clubführer - in keiner Weise hinter seinen wohl zum Teil grösseren Nachbarn verstecken, denn auch er bietet nebst einer prächtigen Skitour auch ein überwältigendes Gipfelpanorama.

Wir wählten die Route von der Fuorcla Chamuotsch über den Südostgrat, was der Tour einen Hauch an alpinistischer Herausforderung verleiht. Möglich wäre bei den heutigen Verhältnissen auch der direkte Anstieg durch die steile Südwestflanke, was den Vorteil der Abfahrt vom Gipfel mit sich bringt. Leider taugen unsere Harscheisen nicht für solches Gelände, wie wir etwas konsterniert feststellen mussten, als wir andere Tourengänger beobachteten, die mit offensichtlich besserem Material ausgerüstet waren.

Die Tour auf den Corn Suvretta kann als sehr abwechslungsreich bezeichnet werden; ständig wechselt die Szenerie. Ein langes Flachstück im Valletta dal Güglia bildet auch bei der Abfahrt kein Hindernis, da es doch ganz leicht abfällt. Besonders eindrücklich ist natürlich der nahe gelegene Piz Julier, der den Skitourengänger auf fast der ganzen Route begleitet und dann bei der Abfahrt in einem ganz anderen Licht erscheint. Was gibt es Schöneres, als in einer solch herrlichen Bergwelt unterwegs zu sein.

Aufstieg Alp Güglia - Fuorcla Chamuotsch (WS-)

Gleich gegenüber dem kleinen Parkplatz an der Julierpassstrasse montierten wir die Skier und stiegen westlich des Bachs auf. Interessanterweise ist in der Skitourenkarte der Aufstieg auf der anderen Seite eingetragen, was aber meines Erachtens beschwerlicher ist. Wir hielten uns an die Angaben im SAC-Skitourenführer und die Dominanz der Aufstiegsspuren.

In einem weiten Bogen links ausholend stiegen wir über den ersten steilen Aufschwung auf und gelangten bald in eine lange Ebene. Die Spur folgte weiter links um den mächtigen Felsklotz Il Nes herum, wo es bald in östlicher Richtung gegen die Fuorcla Chamuotsch hinaufging. Etwas nordwestlich der Fuorcla, vor einem Felsaufschwung im Grat, richteten wir das Skidepot ein.

Schlussaufsteig über den Südostgrat zum Gipfel (WS+)

Wir fanden eine gute Trittspur vor, die die felsigen Aufschwünge meist umging. Vorsicht war dennoch geboten, war doch die Spur zeitweise noch etwas eisig und ein Ausrutschen wäre auf dem zum Teil etwas ausgesetzten Grat mehr als unangenehm gewesen. Sogar etwas hochalpin mutete eine kurze Passage über ein Schneegrätchen an. Wir waren froh, die Skistöcke nicht beim Skidepot gelassen zu haben. Vor allem beim Abstieg verliehen sie uns einiges an Sicherheit.

Im oberen Teil wandelt sich der Grat in einen Gratrücken und verliert an Steilheit. Problemloser Schlussaufstieg auf den Gipfel.

Abfahrt / Verhältnisse

Wir fuhren von der Fuorcla Chamuotsch entlang der Aufstiegsroute. Im oberen Teil fanden wir zum Teil skipistenähnliche Verhältnisse vor, zum Teil aber auch noch Bruchharsch und schwer zu fahrenden Sulzschnee.

Gegen unten wurden die Verhältnisse zusehends mühsamer mit noch etwas angefrorenem, schwerem und körnigem Schnee; vielleicht sind wir etwas zu früh oben losgefahren und die Sonne hätte das prächtige Weiss noch etwas mehr aufgesulzt.

Harscheisen sind zur Zeit auf Touren dieses Charakters unerlässlich.

Tourengänger: Ivo66, Lena

Galerie


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