Schwarzhorn (2759 m) - lohnende Alternative zur Tiejer Flue


Publiziert von marmotta , 7. Februar 2011 um 00:35.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Schanfigg
Tour Datum: 6 Februar 2011
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1500 m
Strecke:Arosa - Stausee - Furggawald - Furggabödeli - Maienfelder Furgga - Innerberg - Tiejer Fürggli - Schwarzhorn - Tiejer Fürggli - P. 2404 - Tieja - Tschuggen - Tschugger Alp - Sunnenrüti - Litzirüti
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Arosa
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Litzirüti
Kartennummer:248 S Prättigau (1:50.000)

Die Gipfel rund um die Maienfelder Furgga (2436 m) sind -mit Ausnahme der Amselflue- auf Hikr noch ein unbeschriebenes Blatt. Für meine Begriffe völlig zu Unrecht, bieten sie doch abseits des Pistenrummels von Arosa Einsamkeit, Ruhe und rassige Skiabfahrten!
 
Eigentlich wäre heute die Tiejer Flue, mit 2781 m knapp der höchste Gipfel zwischen Schanfigg und Landwassertal, "fällig" gewesen: Strahlend schönes Wetter, sichere Verhältnisse und eine vorhandene (Fuss-)Aufstiegsspur luden geradezu zu einer Besteigung ein, das ganze verpackt in eine Skitour in herrlicher Einsamkeit und grandioser Landschaft – und vielleicht einer rassigen Abfahrt nach Norden in noch immer bestem Pulver. Doch die Umstände wollten es anders: Wegen einer Verkettung unglücklicher Umstände erschien meine Tourenbegleitung erst mit 1-stündiger Verspätung in Chur und laborierte zudem noch an einer hartnäckigen Erkältung. Eine Alternative musste her – und ward auch umgehend mit dem vom SAC-Skitourenführer als "lohnendes Ausweichziel zur Tiejer Flue" beschriebenen Schwarzhorn (2759 m) gefunden.
 
Wer mit öV anreist, hat erst einmal einen 15-minütigen Fussmarsch durch Arosa zu absolvieren, bevor die Tourenski bei P. 1691 am Beginn einer auch als Schlittelpiste genutzten Strasse für eine erste Abfahrt zum Stausee (1606 m) angeschnallt werden können. Der anschliessende Aufstieg durch den Furggawald und die weite, einsame Ebene zwischen Furggahorn und Amselflue ist landschaftlich sehr schön, die Sonne wärmte bereits ordentlich.
 
Kurz vor dem Tiejer Fürggli (2663 m) begegneten wir den beiden einzigen Tourengängern an diesem traumhaften Tag, die jedoch kurz darauf in Richtung des Sattels zwischen Furggahorn und Tiejer Flue abbogen. Der windexponierte Westkamm hinauf zum Schwarzhorn (2759 m, der nicht kotierte Wintergipfel ist mutmasslich 2-3 m niedriger) war ziemlich abgeblasen und dementsprechend pickelhart und stellenweise auch eisig – es ging mit etwas Kraft- bzw. Kanteneinsatz gerade noch ohne Harscheisen. Oben eine prächtige Rundumsicht auf unzählige Bündner Gipfel, nur die etwas höhere Tiejer Flue verstellt den Blick nach Westen etwas.
 
Die Abfahrt vom Schwarzhorn war –wie erwartet- kein Genuss. Was dann folgte, schon eher: Nach Nordosten zieht ein steiles Tälchen (ca. 35 ° auf 150 Hm) in zwei Stufen hinunter in den Geländeboden südlich der Mederger Flue. Aufgrund der Exposition erhält die Abfahrt um diese Jahreszeit praktisch keine Sonneneinstrahlung, dementsprechend pulvrig ist der Schnee hier noch, wenngleich hier und da auch schon mit einem leichten Deckel. Natürlich kann man nicht erwarten, dass nach 2 Wochen Schönwetter ohne nennenswerten Neuschnee noch "first lines" in den Hang gezogen werden können…;-)
 
Nach Überschreitung des Geländeübergangs nördlich von P. 2404 wird die Sache etwas unappetitlicher: die rechte (südliche) Seite der hier steil hinunterziehenden Rinne weist einen unangenehmen Harschdeckel auf – um sturzfrei durchzukommen, sind einige akrobatische Einlagen nötig. Danach schöner Auslauf in die sonnendurchflute Ebene der alten Walser Maisäss-Siedlung Tieja (2011 m). Die Abfahrt bis zu den Hütten (schöner Rastplatz) müssen wir allerdings mit einem kurzen, aber schweisstreibenden Gegenanstieg (ohne Felle) von 30 Hm "bezahlen". Danach geht´s dafür wieder umso rassiger in schönstem Pulver über die Tschugger Alp hinunter, bis uns die enge und stellenweise etwas ruppige Waldabfahrt bis zum Beginn des Ziehwegs bei P. 1803 etwas ausbremst. Über den Ziehweg bzw. in freiem Gelände abkürzend geht´s mit den Skis noch bis Sunnenrüti (P. 1451) – 2 x müssen aktuell die Skis kurz einige Meter über aperen Waldboden getragen werden.
 
Von Sunnenrüti der Strasse entlang in flotten 20 min zur RhB-Station cff logo Litzirüti – der Fahrplan kennt keine Gnade…:-)        

Tourengänger: marmotta, enomis


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