Leistchämme, Glattchamm


Publiziert von ossi , 10. Mai 2007 um 21:30.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:10 Mai 2007
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Churfirsten 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:Arvenbühl-Leistchämme-Glattchamm-Toggenburger Höhenweg-Arvenbühl
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Endstation der Busbetriebe AWA
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Anfangsstation der Busbetriebe AWA
Unterkunftmöglichkeiten:Amden
Kartennummer:1134

Anspruchsvolle Rundtour in einsamem Gelände. An den Schlüsselstellen war ich langsam, gespannt, konzentriert.....und zum Glück auch erfolgreich unterwegs: Der ist Tag gerettet! Übrigens habe ich diese Tour seit Jahren auf meinem Pendenzenberg liegen....endlich wieder mal eine Pendenz weniger.

Hinter und Mittler Leistchamm, Vorder Leistchamm: Vom Arvenbühl geht es auf markierten Pfaden auf den Hinter Leistchamm. Die meisten glauben, es gebe nur diesen Leistchamm ...doch weit gefehlt, denn das Beste folgt erst jetzt: Vom Hinter Leistchamm steigt man über gut gestuften Rasen mehr oder weniger geschickt ab, bis man zum Felssockel des Mittler Leistchamm queren kann. An dessen Nordwest-Seite steigt man über Fels und Gras (II) auf das Rasendach und dann einfach auf den Gipfel. Es lohnt sich alleweil, Griffe und Tritte vor der Belastung zu prüfen. Anschliessend bin ich über einige Schneefelder hinüber zum Vorder Leistchamm gequert. Es waren nirgends Spuren auszumachen. Ich war wohl der erste, der sich dieses Jahr durch dieses Gelände gewuselt hat. So steige ich -mit stolzgeschwellter Brust und dem erhabenen Stolz des heldenhaften Erstbegehers :)- dem Gipfel des Vorder Leistchamms entgegen.

Glattchamm: Drei Rinnen führen durch die Westwand des Glattchamms. Der beste Aufstieg führt durch die mittlere Rinne. Wer aus der Ferne nur zwei Rinnen erkennen kann, der wählt die südliche (rechte) Rinne. Ist man erstmal in dieses brüchige Ding eingestiegen (was um Gottes Willen hab ich hier nur verloren??), folgt auch schon die sehr steile Schlüsselstelle: brüchiger Fels und unzuverlässige Grasbüschel, als Krönung ein rostiger alter Haken. Nach der Schlüsselstelle (ca. 10m) geht es vergleichsweise einfach rechts (südlich) hoch auf das Dach des Glattchamms und zum Highlight der Tour:

Das Gipfelbuch: Ein gewisser Alpin Rise hat im August 06 ein Gipfelbuch hinterlegt. Seither haben sich ein gewisser Benno Allmann (8. Okt. 06), ein gewisser Delta (1.12.06) und ein gewisser ossi (10. Mai 07) eingetragen: fürwahr ein häufig frequentertierter Gipfel! Dieses Buch wird wohl auch in hundert Jahren noch dort oben liegen. Es ist übrigens noch prima erhalten und freut sich auf Einträge.

Nach vorsichtigem Abstieg und einigen ausgerissenen Grasmutten bin ich dann auf den Toggenburger Höhenweg abgestiegen und beschwingten Herzens nach Arvenbühl zurückgewandert.

Tour im Alleingang


Tourengänger: ossi

Galerie


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Kommentare (6)


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Delta Pro hat gesagt:
Gesendet am 11. Mai 2007 um 07:24
Gratulation zu dieser schönen Tour - wirklich was vom Schönsten, das die Walenseeregion im T6-Bereich zu bieten hat.
Man müsste den Glattchamm evtl. aus Hikrchamm umbenennen. Die Besteigungs-Statistiken sprechen immerhin eine eindeutige Sprache. Ereilt das Früetobel wohl das gleiche Schicksal? Hikrtobel?
Gruss

ossi hat gesagt: RE:hikrchamm
Gesendet am 11. Mai 2007 um 09:48
Dieses Scherzchen ist mir auf dem Gipfel auch eingefallen. Man könnte ja die ganze Westflanke mit dem hikr-Logo einsprayen und eine Kollekte am Fuss des Couloirs befestigen;)

Delta Pro hat gesagt: RE:hikrchamm
Gesendet am 11. Mai 2007 um 09:50
... Dann werden die Kassen klingeln!!! ;-)

Alpin_Rise Pro hat gesagt: Meine Rede!
Gesendet am 11. Mai 2007 um 11:17
Glatt, all diese Ideen, die dieser Chamm generiert! Aber wer lehrt die Kollekte, Stani oder Anna?

Genau diese Tour (Leistchamm Überschreitung und Gipfelbuchkontrolle) wollte ich nächste Woche unternehmen... bist mir zuvorgekommen! Freut mich, dass das Buch noch zwäg ist.

Ein Foto des ominösen Culoirs hier.
Es ist wahrscheinlich der einfachste Aufstieg, obwohl die Westflanke noch einige eher haarsträubende Aufsteige zu bieten hätte. Eine möglichkeit ist auch der Nord"grat" - jedoch grossblockig-brüchig moosig - T7?
Wenn der Südgrat nicht brüchig wäre, wärs ne schöne Linie!

Fenek hat gesagt: Abenteuerlich
Gesendet am 12. Mai 2007 um 09:34
Ein spannender Bericht! Ich liebe es auch, den richtigen Durchschlupf im Gelände zu finden und dabei die ausgetretenen Pfade zu verlassen.
Aber: "Moos war sein letzter Griff, bevor er in die Tiefe pfiff."
Das soll uns nicht passieren! Viel Spass beim Entdecken.

ossi hat gesagt: RE:Abenteuerlich
Gesendet am 12. Mai 2007 um 13:37
Hoi Fenek

Danke für Deine poetischen Worte. Tatsächlich pfiff etwas in die Tiefe: Es war aber nicht ich, sondern einer dieser tollen Moosgriffe;) Viel Spass beim Wandern und pfeifen....


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