Gonzen über Follaplatten und Gletschergrube


Publiziert von GingerAle , 6. November 2010 um 23:18.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 6 November 2010
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG 

Zumindest von seiner Südseite wirkt der Gonzen wie ein Monument, welches ich schon über Jahre durch alle Jahreszeiten bewundere, aber dass er auch noch so richtig abenteuerliche Pfade über Platten, unter Klemmblöcken, in Gletschergruben und über Gemsweiden bereithält, habe ich erst über Hikr erfahren!
Diese speziellen Pfade sind perfekt von Delta, Alpin_Rise und Dani beschrieben und wir, Tourengänger Pius, der sich als Pathfinder gemeldet hatte und ich, hatten keinen einzigen Verhauer.
Wir sind vom Schloss über die Kapelle Erzbild zum Cholplatz aufgestiegen. Die Kapelle wurde zu Ehren der 14 Nothelfer errichtet, ist Gebetsstätte der Knappen des Eisenbergwerks Gonzen,  ist immer geöffnet, und natürlich gehört es dazu, dass man die Glocke läutet.
Die Erze des Gonzens liegen grösstenteils mehrere hundert Meter unter der Erdoberfläche, im Gebiet des Gonzenkopfs gerät aber der Erzhorizont an die Oberfläche, deshalb befinden sich die älteren Gruben auch im oberen Teil des Berges, teilweise wurde das Erz auch im Tagbau abgebaut. Die gewonnen Erze wurden um 1900 mit Schlitten durch den steilen Wald bis zum Erzbild und von auf Wagen zu den Verhüttungsöfen ins Tal gebracht.
Das Erz findet sich etwa in einer Schicht von 2m Mächtigkeit, die mitten in die 400m mächtigen Kalkschichten eingelagert ist,  dieser sogenannte Erzhorizont erstreckt sich über eine Fläche von 3Km2 und wurde über etwa 90 Kilometer Stollen und Galerien abgebaut.

Beim Cholplatzschild nehmen wir den Weg Richtung Westen und gelangen zu den Follaplatten. Es herrschen ausgezeichnete Verhältnisse, das Gras ist trocken, die Wegspuren sind gut sichtbar, es sind heute auch einige Kletterer unterwegs. Wir steigen über Gras und Platten Richtung Bäume und geraten dann auf eine kleine Rippe,  über die wir bequem nach oben steigen und gelangen dann etwas oberhalb des Biwakplatzes bereits in die Rinne, welche uns zum Klemmblock führt. Unterm Klemmblock durch (Fixseile) und von dort geht's gleich etwas nach Südosten Richtung Legföhren ( siehe Foto), ums Eck rum und der einfachste Einsteig zur Gletschergrube ist nicht zu verfehlen. Der vordere Teil der Grube ist gut lichtdurchflutet, dann geht's so richtig in die Höhle rein, es liegt noch etwas fester Altschnee, über den man aber problemlos nach unten gelangt, dort kann man noch etwas Höhlenfeeling reinziehen und oxydierende Erze bewundern kann. Von der Gletschergrube steigen ein paar Meter auf und queren dann mit ganz leichtem Höhenverlust direkt zur Scharte. Dann traversiert man eine Gras- und Kiesrinne hinauf zu einer Rippe, die man auf der andern Seite gleich wieder Richtung Gonzenwand absteigt, nicht zu verfehlen, es befindet sich dort ziemlich viel Totholz. Durch den Follawald steigen wir weiter Richtung Einsattelung zwischen Gonzen und Tschuggen.
Wir entscheiden uns, als Tagesgipfel noch den Gonzen mitzunehmen, wie immer nach Schnee eine ziemlich schmierige und blurbige Angelegenheit, mais ça vaut quand même le détour. Abstieg durch die Lawinenverbauungen über die Leiter und Erzbild ( natürlich lassen wir die Glocken über die gelungene Tour nochmals läuten) nach Sargans.
Besten Dank an Pius

Im Anschluss an die Bilder der heutigen Tour, habe ich noch ein paar weitere Gonzenbilder hinzugefügt

Tourengänger: GingerAle


Galerie


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