Via Bärenpfad aufs Gemmenalphorn


Publiziert von Mel , 6. November 2010 um 13:15.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Berner Voralpen
Tour Datum: 5 November 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:Grönhütte-Püfel-Bärenpfad-Burgfeldstand-Gemmenalphorn-Oberberg-Grönhütte (16 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Thun via Sigriswil auf gebührenpflichtiger Strasse (CHF 5.-) Richtung Beatenberg bis zum Parkplatz Grönhütte
Kartennummer:1208

Die Begehung des Bärenpfad steht schön länger auf meiner Wunschliste. Inspiriert nicht zu letzt auch durch die vielen tollen Berichte hier auf hikr. Das es noch dieses Jahr klappen würde, hätte ich bis gestern nicht für möglich gehalten. Die schönen Herbsttage der vergangenen Woche lassen uns aber zu einer Inspizion vor Ort ins Justistal fahren. Alternativen hätte man dort ja schliesslich genug.

Wir parkieren bei der Grönhütte und marschieren ein Stück der Fahrstrasse entlang ins Tal hoch. Beim "Püfel" überquert man eine Brücke und kurz vor dem ersten Viehgatter sieht man rechts am Waldrand das Holzschild (vgl. Foto 2). Auf dem nun folgenden Waldpfad begleitet mich ein etwas mulmiges Gefühl, da das feuchte Laub mich immer wieder zu straucheln droht. In Gedanken sah ich uns schon, die Übung abbrechen und wieder umkehren.

Je höher wir jedoch gelangen, desto besser werden die Bodenverhältnisse. Offenbar war es früh morgens im Tal nebelig, hier oben scheint es aber trocken zu sein und mangels Bäume in den felsigen Partien sind wir auch das lästige Laub los. Bald stehen wir vor der ersten Leiter, der letzte Punkt wo eine einigermassen angenehme Rückkehr möglich wäre. Nach dem wir uns versichert haben, dass über uns keine Schneefelder in Sicht sind, entscheiden wir uns fürs Weitergehen.

Der Weg ist toll angelegt und sehr abwechslungsreich. Wir queren ein Schuttfeld, laufen auf dünnem, ausgesetzten Pfad, erklimmen Leitern, beobachten eine Steinbockfamilie und müssen schon auch mal die Hände zur Hilfe nehmen um einige felsige Stellen zu meistern. Ein paar heikle Stellen wurden durch Drahtseile oder die eben bereits genannten Leitern entschärft. Schön aber, dass nicht der ganze Weg völlig mit Eisen zugepflastert wurde.

Ich marschiere mittlerweile im T-Shirt - wir schreiben notabene den 5. November - als uns im obersten Drittel, kurz nach dem wir das "Pfadbuch" signiert haben, der Winter doch noch einholt. Zum Glück sind die Schneefelder aber leicht zu passieren und der Weg im Schlussteil nicht mehr sehr heikel. Etwas anstrengend ist es jedoch schon, dafür ists jetzt gespurt :-)

Auf dem Güggisgrat angekommen, genehmigen wir uns zuerst mal ein Sandwich und reihen uns dann in der "Wanderautobahn" Richtung Burgfeldstand ein. Hat man diesen passiert, gehts dann wieder etwas interessanter und einsamer weiter aufs Gemmenalphorn. Abermals haben wir Schnee unter den Füssen und die südkoreanische Touristin mit den weissen Turnschuhen ist wahrlich nicht zu beneiden. Aber auch sie treffen wir schliesslich auf dem Gipfel wieder. Gemeinsam geniessen wir die tolle Aussicht, die vom Säntis bis zum Mont Blanc reicht.

Der Abstieg Richtung Justistal erweist sich dann noch als ziemliche Knacknuss denn auch hier liegt stellenweise Schnee, der zwar viele Spuren hat, wohl aber gerade deswegen ziemlich vereist ist. Ein Ausrutscher an der falschen Stelle hätte fatale Folgen. Mit Stöcken bewaffnet kämpfen wir uns also langsam Schritt für Schritt runter und sind froh, als wir Oberberg erreichen. Von dort gehts über Kuhwiesen und später durch einen Waldweg runter ins Justistal. Just als wir im Tal ankommen, verabschiedet sich die Sonne hinter dem Sigriswiler Rothorn -  ja, wir haben halt Winterzeit und es ist bereits 17.00 Uhr. Die letzte Etappe der Fahrstrasse entlang zurück zur Grönhütte tappen wir im Dunkeln und als wir bei unserem Auto ankommen, bin ich schon ziemlich schläfrig. Folglich dauert es dann auch nicht lange, bis ich einnicke in und bereits von der nächsten Tour träume....

Tourengänger: Mel


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Kommentare (6)


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Baldy und Conny Pro hat gesagt: den Einstieg haben
Gesendet am 6. November 2010 um 15:00
wir gesucht und nicht gefunden. Hatten leider die Karte zu Hause vergessen. Erst auf dem Rückweg haben wir die blau gezeichnete Leiter auf dem Block gesehen.Dann halt nächstes Jahr
Gruss Angelo

Mel hat gesagt: RE:den Einstieg haben
Gesendet am 6. November 2010 um 15:03
zugegeben, das schild ist wirklich nicht gerade prominent platziert. wir habens aber zum glück trotzdem gerade auf anhieb gefunden. einfach nach der brücke immer gut rechts an den waldrand schauen ;-)
wünsche euch schon jetzt viel spass, diese tour lohnt sich wirklich!

alpinbachi hat gesagt:
Gesendet am 14. November 2010 um 12:36
Hey finde ich jeweils super, wenn im November noch solche Touren gemacht werden können! Gratuliere zum Mut, da hoch zu gehen trotz dem Schnee der oben lag.

Mel hat gesagt: RE:
Gesendet am 14. November 2010 um 22:16
hallo bachi! ja das war wirklich hammer, und erst noch im t-shirt!!! dieses wochenende wären wohl auch ein paar tolle touren dringelegen, doch leider hatte ich für einmal keine zeit, in die berge zu gehen... naja, der nächste (berg)frühling kommt dann bestimmt :-)

alpinbachi hat gesagt: RE:
Gesendet am 23. November 2010 um 10:08
I de letschte Wuche ha ig würklech päch gha mit frei und schönwetter, wär no es paarmau öpis drine gläge... naja, wenigschtens het das mit dr Guggihütte no klappet am letscht mügleche Tag... Itz haut chli düre süüche mit Scheeschuh u ufe Frühlig warte... (-:

Felix Pro hat gesagt: wirklich erstaunlich, um diese Jahreszeit ...
Gesendet am 10. Februar 2011 um 16:55
den Bärepfad hoch, noch bis zum Gemmenalphorn und dann wieder runter - und bei diesem Wetter!
Schön gemacht, Mel!

lg Felix


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