Leilachspitze (2247m)


Publiziert von steinziege , 3. November 2010 um 00:45.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum: 9 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 1465 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:An der Touristeninformation in Tannheim parken (gebührenpflichtig), gleich am Kreisel nebenan fährt in gutem Takt der Bus zum Vilsalpsee.
Unterkunftmöglichkeiten:Landsberger Hütte
Kartennummer:"Allgäuer Alpen" 1:50000, Bayerisches Landesvermessungsamt

Nach einem verregneten September endlich "Goldener Oktober" - und endlich mal eine Tour, die ich nicht wetterhalber absagen musste!

Gegen 10 Uhr mit dem Bus hinauf zum Vilsalpsee und mit der Karawane zur Landsberger Hütte, das Ziel des kommenden Tages (Rauhhorn-Gaishorn-Überschreitung) immer vor Augen.
Dort kurz eingecheckt (die Hütte war brummvoll) und Touren abgesprochen - Kurt wollte unbedingt den neuen Klettersteig zur Lachenspitze ausprobieren, ungeachtet des zu erwartenden Andrangs, Bettina wollte gern zu Mittag essen und zog deshalb mit dem größten Teil der Truppe die Runde über die Hüttenmugel vor, Daniela wollte mitkommen auf die Leilachspitze.

Unterwegs entschlossen wir beide uns, die Lachenspitze (2126) "mitzunehmen", wo wir prompt auf den Rest der Belegschaft trafen (nur Kurt war - Stau? - noch nicht oben angekommen), es war überhaupt recht voll dort oben.
Das änderte sich fundamental beim Weiterweg, wo höchstens stündlich mal 2-3 Menschen uns entgegenkamen.
Sehr hübsche lange Querung erst zu einer Scharte, wo von Norden eine direkte Variante vom Weg 421 hinaufkommt, weiter mit fantastischer Felsszenerie südlich unter den Krotten- bzw. Luchsköpfen (die man laut AV-Führer im 1. Grad bekraxeln kann, wofür wir aber zu spät dran waren) vorbei auf eine Grasschulter hinauf und wieder hinunter in einen Sattel. Von diesem über einen eher gemütlichen kleinen Grat zum Fuß des Gipfelaufbaus der Leilachspitze.

Bis hier war alles harmlos gewesen, aber jetzt ging es in die bekannte, schon länger sichtbare Bröselrinne, die zur Leilachspitze hinaufführt. Alle, die uns begegnet waren, hatten bezüglich dieser Rinne bedenklich das Gesicht verzogen...
Nun gut, man braucht Trittsicherheit, sollte schon ein paar Mal im Geröll unterwegs gewesen sein und sorgfältig und in Ruhe da hinaufsteigen, dann geht das besser, als es von Weitem aussieht. Zwei kamen uns noch entgegen (durchs Birkental aufgestiegen) - mehr auf dem Hosenboden als auf den Füßen ;-), dann hatten wir den Berg für uns. Die "leichte Kletterei" oberhalb der Rinne beschränkte sich auf eine echte Kletterstelle ganz am Anfang (für kleine Personen II-, für andere I), der Rest ist Genusskraxeln, ein paar Meter bis zum Gipfel.

Die Aussicht da oben ist ein Traum, die ganzen Lechtaler, Tannheimer, Allgäuer; mittlerweile war es Spätnachmittag und die Beleuchtung wurde immer schöner.

Auch beim Abstieg bereitete die Rinne - bei entsprechender Vorsicht - keine Probleme. An der Scharte westlich der Krottenköpfe bogen wir nach Norden ab und gingen durchs Gappenfelder Notländ über den Rücken östlich der Lache zurück zur Hütte, deren Lichter bei der inzwischen eingebrochenen Dämmerung über die ganze Lachen-Mulde sichtbar waren.

Ein toller Berg, den ich schon lange im Sinn hatte.

Wenn man früher dran ist, ist für die Rinne ein Helm empfehlenswert, denn in der kann man selbst bei größter Vorsicht kaum herumsteigen, ohne das Gebrösel in Bewegung zu bringen.

Tourengänger: steinziege


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