Vom Thunersee auf den Güggisgrat


Publiziert von laponia41 Pro , 1. November 2010 um 09:03.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Berner Voralpen
Tour Datum:28 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:10 km Aufstieg
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Merligen
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Beatenberg

Merligen - Beatenberg
Für ein Knie, das beim Abstieg sehr schmerzt, ist die Wanderung von Merligen nach Beatenberg ideal. Die 600 Höhenmeter stärken die Muskulatur und erhalten die Kondition, für den Abstieg stehen Standseilbahn oder Postauto zur Auswahl. Von der Bushaltestelle in Merligen folgen wir ein kurzes Stück dem Grönbach, und auf dem leicht ansteigenden Pilgerweg geht es weiter zur Fischbalme, wo der steilere Weg nach Beatenberg abzweigt. Schon recht hoch über dem Thunersee überqueren wir die Standseilbahn Beatenbucht - Beatenberg und rasten am Aussichtspunkt "Obere Leui". Der Name hat nichts mit Löwen zu tun. "Löie" ist ein berndeutscher Ausdruck für Rasten, und auf der Oberen Leui haben in früheren Jahrhunderten die Träger ihre schweren Lasten abgestellt und Kraft gesammelt für den restlichen Aufstieg. Bald danach verlässt man den Wald, auf einer steilen Treppe entlang der Standseilbahn steigt man zur Bergstation.

Beatenberg soll das längste Dorf Europas sein. Da das Knie meiner Frau heute überhaupt nicht schmerzt, testen wir dies sogleich. Lang ist es tatsächlich, für die "Battenberger" nicht nur vorteilhaft. Ich hätte allerdings einen besseren Slogan: Beatenberg, das Dorf mit der schönsten Aussicht. Aber eben: mit solchen Aussagen tritt man nur in Fettnäpfchen.

Beatenberg - Burgfeldstand - Beatenberg
Auf der Heimfahrt blicke ich von Leissigen hinüber zum Burgfeldstand. Zwar liegt dort Schnee, Schneeschuhe scheinen aber nicht notwendig. Der Entschluss ist gefasst: Morgen steige ich von Beatenberg hinauf aufs Niederhorn und weiter zum Burgfeldstand.

Vom längsten Dorf Europas führen natürlich mehrere Wege auf den Güggisgrat. Ich wähle die direkteste Route östlich der Umlaufbahn über Bode bei Pt. 1365. Von hier gewinnt man auf Treppenstufen sehr schnell an Höhe. Eigentlich hatte ich angenommen, die Bahn fahre Ende Oktober nicht mehr. Dem war nicht so, was mich aber weiter nicht störte.

Zügig geht's dann vom Vorsass hinauf aufs Niederhorn, dem Güggisgrat entlang zu Pt. 1927, wo der Bärenpfad beginnt oder endet. Lust, ihn zu begehen, kommt gar nicht auf. Die Nordwesthänge des Justistal sind schneebedeckt und liegen vollständig im Schatten. Nun verlasse ich die letzten Touristen und stapfe auf guter Spur die Schneefelder hinauf zum Burgfeldstand, dem höchsten Punkt des Güggisgrates. Ja, das stimmt! Das Gemmenalphorn ist nämlich genau 1.7 Meter niedriger.

An diesem prächtigen Herbsttag ist die Aussicht einfach phänomenal! Ich versuche gar nicht episch zu umschreiben, was aus den Fotos ersichtlich ist. Nur in einem Punkt bin ich leicht enttäuscht. Wegen den Steinböcken habe ich extra das 18 - 200 mm - Zoom angesetzt. Weit und breit zeigt sich keiner, und für eine T6-Verfolgungsjagd in den steilen Justistal-Flanken fehlt mir doch der Mut. Also begebe ich mich auf den Abstieg nach Beatenberg. Zu Hause erwartet mich nämlich die Steingeiss mit dem lädierten Knie.

Tourengänger: laponia41


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