zweiter Tag des Suonen-Ausfluges: die Wyssa und Stigwasser ab Mund


Publiziert von Felix Pro , 25. Oktober 2010 um 17:40. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:23 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 350 m
Abstieg: 350 m
Strecke:Mund, Tähischinu - Zienzhischinu - Wyssa - P. 1344 - Schöpfe - P. 1344 - Stigwasser - Mund, Tähischinu
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW von Eggerberg via Naters nach Mund
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mund - Birgisch - Autoverlad Lötschberg
Kartennummer:1289

Nach einer frostigen Nacht in Eggerberg brachen wir im Verlauf des noch bedeckten Samstagmorgens auf und steuerten den oberen Dorfteil von Mund an (nicht ohne in Naters uns mit frischem Brot eingedeckt zu haben - in Eggerberg gibt es keinen Dorfladen mehr ...). Am markanten Mundstei vorbei, bereits hier machten uns zahlreiche der Schwarznasen-Schafe die Aufwartung - gerade die Jungen sind äusserst niedlich; ich konnte mich kaum von ihnen trennen ... gelangten wir auf einem kleinen hübschen WW zur Grossmatte. Galt es ja, die spannend beschriebene Wyssa zu beschreiten; oberhalb von Mund, an hübsch aus alten Walliser Häusern eingerichteten Feriendomizilen vorbei, gelangten wir bald an den Stolleneingang - dieser ist mit einem WW-Zeichen versehen (und lässt spielend grössere Autos passieren). Wir folgen jedoch der hier nicht mehr bewässerten Suone; anfangs bei verhangenem Himmel und entsprechend wenig ausdrucksstarken Farben. Hingegen nimmt die Spannung rasch zu: der teils sehr schmale Hüterweg ist echt abenteuerlich - oft mit Stollen eingerichtet, um dem "Normalwanderer" die abschüssigsten Passagen zu ersparen. Ein herrliches Gehen diesem genialen, beeindruckenden Wasserlauf nach; wir staunen immer wieder, wie vor Jahrhunderten die Suone in den Berg gelegt - oder daran angehängt worden ist - châpeau!
Anfänglich lieferte uns einzig das kleine Schild "Wässerwasser Gredetsch" einen Hinweis auf die bekannte Suone - unterwegs jedoch ist sie mit Tafeln und zahlreichen Namensschildchen der einzelnen Abschnitte ausgestattet.
An vielen luftigen und spannenden Suonenabschnitten vorbei stossen wir auch zur "berühmten" Reparatur-Stelle der Community - luftig der Tief- und Ausblick von der Felskante aus, wo der Kännel mit dem Wasserrad an den Felsen montiert ist! Bald einmal scheint der Talboden weniger tiefer, die Abzweigung bei P. 1344, wo die Obersta Richtung Birgsich beginnt, ist deutlich erkennbar - und nur noch wenige Meter fehlen, bis wir auf den Mundbach treffen und etwas oberhalb der Wasserfassung unsere Mittagsrast einschalten. Währendderer dann auch der Himmel aufklart und stets mehr Blau sich zeigt. Derart, dass der Eisfall auf der W-Seite, der Lärchenhang unterhalb des Innre Mattgrats und v.a. der Blick zum Talschluss gegen das Nesthorn immer prächtiger wird!

Zwei einheimische junge Jäger passierend (fuhren mit ihrem Geländewagen durch den Stollen, um die beiden Jagdhunde kurz Gassi gehen zu lassen - und kannten sich nicht besonders gut mit den verschiedenen Suonen-Wegen aus ...) nehmen wir bei der Brücke bei P. 1344 die eher unscheinbare, Wasser führende Suone Stigwasser um wieder nach Mund zu gelangen. Gemütlich das "Auslaufen", diesem gemächlich dahin sprudelnden Bächlein entlang - und wieder treffen wir oberhalb des hübschen Dörfchens auf vierbeinige Schönheiten: die auffälligen Schwarzhals-Ziegen sind eine Augenweide - insbesonders die kunstvoll geschwungenen langen Hörner des Clan-Chefs.

Da in Mund selbst kein Restaurant zum obligaten Schlusstrunk offensteht, fahren wir bis nach Birgisch, wo wir auf der Sonnenterrasse, bei entsprechendem Wetter unseren zweitägigen Wallis-Suonen-Aufenthalt beenden. Doch: wir kommen wieder auf Suonen-Tour!

Abschliessend sei hervorgehoben, dass gerberj auf seiner Webseite auch bereits die Neuerungen im Suonen-Buch beschreibt! http://www.suone.ch

Tourengänger: Ursula, Felix


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Kommentare (4)


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muscat hat gesagt: Die Wyssa
Gesendet am 25. Oktober 2010 um 20:56
Ja, die Wyssa ist eine der tollsten Suonen. Nervenkitzel pur, und immer wieder neue optische Perspektiven.

Was ich im Gredetschtal auch faszinierend finde, ist, wie viele Suonen es dort früher gab. Nur schon zwischen der Wyssa und dem Stigwasser gab es vier andere Suonen (von oben nach unten):
- die Kienzleri
- die Niwa
- Das Steiwasser
- Das Mittelwasser
Am Südhang oberhalb Mund existieren die Niwa, Steiwasser und Mittelwasser immer noch fröhlich, sie beziehen ihr Wasser von der Wyssa. Doch im Gredetschtal sind sie am Verfallen. Es ist ein bisschen meine Obsession, die Überreste zu suchen. Es gibt einen waghalsigen Typen, der der verfallenen Niwa entlang gekraxelt ist und sogar Fotos gemacht hat: Niwa Scheint eher eine gefährliche Unternehmung zu sein!

Felix Pro hat gesagt: RE:Die Wyssa
Gesendet am 26. Oktober 2010 um 13:25
Danke für deine "Obsession" - da kann man profitieren, muscat!

lg Felix

monigau hat gesagt:
Gesendet am 26. Oktober 2010 um 19:36
Hallo Felix,
mit großem Interesse habe die Berichte von euren spannenden Suonen Wanderungen gelesen. So eine Tour schwebt mir schon lange vor, denn im Wallis bin ich ausgesprochen gerne.
lg
Monika

Felix Pro hat gesagt: RE: Wallis ...
Gesendet am 27. Oktober 2010 um 12:37
Ciao Monika

Wir fahren bereits morgen wieder ins Wallis - und gehen 2 Tage neuen Suonen nach ... freuen uns auf nächste spannende Wanderungen entlang dieser tollen "Einrichtungen"!

lg Felix


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