Kronberg 1663 m - von Urnäsch auf Umwegen...


Publiziert von Ivo66 Pro , 23. Oktober 2010 um 20:17.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:23 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein   CH-AR 
Zeitbedarf: 4:45
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m
Strecke:Urnäsch - Unter Lauftegg - Tannen-Lauftegg - Herrendürren - Hölzli - Grossbalmen - Kleinbetten - Kronberg - Scheidegg - Löchli - Jakobsbad
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Jakobsbad
Kartennummer:1:25'000 - Blätter: Säntis, Nesslau, Degersheim

Der Kronberg ist der nördlichen Alpsteinkette mit dem Säntis vorgelagert. Imposant ist der Blick zu dieser Kette und über das Appenzeller Hügelland bis zum Bodensee. Unzählige Routen führen auf diesen beliebten Ausflugsberg; heute wählten wir einen - zum Teil etwas wider Willen - zumindest abschnittsweise selten begangenen Zustieg. Dies, weil wir irgendwo nach Urnäsch eine Abzweigung verpasst haben müssen, welche direkter auf den Bergkamm der Lauftegg hinaufgeführt hatte. Das Missgeschick geschah, weil ich den Kartenausschnitt (LK Degersheim, 1:25'000) nicht mit mir führte und mich ganz auf die Wegmarkierungen und Wegweiser verliess. Das Beispiel heute zeigte auf, dass Wegmarkierungen und Wegweiser einem zwar sagen, dass man auf irgendeiner offiziellen Route unterwegs ist, aber eben nicht mehr...

Als kleines Highlight konnten wir ein kleines Erfolgserlebnis für uns verbuchen: Ein stolzer Rehbock kreuzte auf der Flucht vor Jägern unseren Weg in ziemlicher Panik. Uns gelang es in der Folge, den etwas überforderten Jagdhund so lange abzulenken, bis das wunderschöne Wildtier längst über alle Berge fliehen konnte :-).

Ab einer Höhe von ca. 1200 m lag heute noch Schnee - in den höheren Regionen lag stellenweise vielleicht 20 cm von der weissen Pracht. Die Tour war dennoch gut zu begehen, auch wenn einige zuvor niedergegangenen Schneerutsche in der Traverse zwischen Herrendürren und Kleinbetten ein kleines Mass an Vorsicht bedurften. Zumeist fand sich eine gute Spur von Vorgängern. Dass man selbst an einem zu Beginn so trostlosen Tag auf dem Kronberg nie alleine unterwegs sein würde, erwies sich so als Glücksfall. Vielen Dank den Vorspurern!

Schliesslich ergab sich so eine echte Überschreitung des Kronbergs, da wir anschliessend via Scheidegg nach Jakobsbad abstiegen und dort mit der Appenzeller Bahn nach Urnäsch zurückfuhren. Der Erwerb der Fahrkarte in erster Klasse für Lena zum stolzen Preis von CHF 7.-- (Halbtax nicht dabeigehabt...) erwies sich als unnötiger Luxus, war doch das kleine Erstklassabteil prall gefüllt, weshalb wir es uns im leeren 2. Klasse-Wagen gemütlich machten :-).

Das angekündigte schöne Wetter stellte sich leider erst während dem Abstieg ein - das Alpsteinklima ist und bleibt unberechenbar und kann auch mit modernsten Techniken nie zuverlässig vorausgesagt werden.

Urnäsch - Tannen-Lauftegg (T2)

Vom Bahnhof Urnäsch geht man dem Wegweiser und den gelben Markierungen folgend abwärts und überquert den Fluss. Unmittelbar danach führt der Wanderweg (Wegweiser) nach rechts über Wiesen hinauf und ist bis auf weiteres bestens gelb markiert. Bei dem Bauernhof P. 923 m begingen wir den Fehler und folgten dem Strässchen nach links weiter anstatt auf dem in der Landkarte (die ich nicht dabei hatte...) eingezeichneten Weg gerade hoch zu gehen. Der Wegweiser, wenn es denn hier einen hatte, war sehr gut versteckt... Ich wunderte mich in der Folge ob der Wegführung (es fanden sich zwar immer noch gelbe Markierungen), doch gewannen wir wenig an Höhe und die Route führte uns immer weiter nach Osten.

Schliesslich trafen wir auf einen weiteren Wegweiser, wobei einer davon Richtung Kronberg zeigte - in der Falllinie hangaufwärts einem Strässchen entlang. Plötzlich waren keine Markierungen mehr vorhanden und das Strässchen endete bei einer Hütte. Also kurzer Rückzug bis wir über einen Zaun einen Übergang entdeckten, wie dies im Appenzellerland auf Wanderwegen immer wieder der Fall ist. Der Nase nach folgten wir dort - wo das von unten heraufführende Strässchen nach rechts knickt - gerade hoch in einer Waldschneise und tatsächlich trafen wir beim Eingang in den Wald wieder auf alte gelbe Markierungen an den Bäumen. Der Pfad im Wald ist stellenweise erkennbar, teilweise aber auch nicht. Mit viel Spürsinn erkannten wir ab und zu wieder gelbe Markierungen an den Bäumen bis wir bei einem Jägerhochsitz auf ein Strässchen trafen. Diesem folgten wir nach rechts und nach einer Kurve trafen wir auf einen Wegweiser (P. 1160 m - Tannen-Lauftegg). Von hier aus ist die Route bis zum Gipfel des Kronbergs gut markiert.

Tannen-Lauftegg - Herrendürren - Kronberg (T2)

Man folgt dem Strässchen und richtet sich nach den gelben Markierungen. Die Route führt über einen Bergkamm, die Lauftegg, und führt nach den Hütten bei Herrendürren nach links in den Wald hinein. Der Pfad ist hier zum Teil schmal und bedarf eines gewissen Masses an Vorsicht, vor allem jetzt, wo viel Laub am Boden liegt. 

Kurz nach Grossbalmen überquert man den Bach auf einem Brücklein und folgt weiter talaufwärts. Ein Wegweiser zeigt bald nach links für den Schlussaufstieg zum Kronberg, vorbei an einem grösseren Bauernhaus. Dann ist der Gipfel in Sichtweite.

Kronberg - Scheidegg - Jakobsbad (T2)

Um nicht den gleichen Weg benützen zu müssen, der im Abstieg nicht besonders angenehm zu begehen gewesen wäre, wählten wir die klassische Wanderung via Scheidegg hinunter nach Jakobsbad. Diese Route ist nicht zu verfehlen und braucht deshalb auch nicht beschrieben zu werden. Vom Hinweisschild "steiler Abstieg" kurz nach der Scheidegg lasse man sich nicht beeindrucken, denn steil ist etwas anderes...

Tourengänger: Ivo66, Lena


Galerie


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