Bergwerkskopf(2728m), ein wunderschöner Lechtaler


Publiziert von ADI , 22. Oktober 2010 um 15:30.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Lechtaler Alpen
Tour Datum:11 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: WS - Gut fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m
Strecke:B171-Alfutzalm-Vorderstarkalm-Hinterstarkboden-Steinseehütte-Steinsee-Gipfel Bergwerkskopf
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Anfahrt über die B 171 mit dem PKW, dann über die Forststrasse hoch zur Alfutzalm(1261m); weiter mit Bike, bzw. zu Fuß zur Steinseehütte(2069m)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bike+Hike
Unterkunftmöglichkeiten:Steinseehütte(2069m); hatte aber schon zu um diese Zeit
Kartennummer:Kompass Nr. 24 Lechtaler Alpen 1 : 50000

Der Berwerkskopf ist ein Berg genau nach meinem Geschmack: alpin, nicht leicht erreichbar, mühsam im Zustieg, nicht ganz leicht ersteiglich und megaeinsam.
Lange stand er schon auf meiner Wunschliste, nun ist die Tour auch schon Geschichte.

Höchste Zeit war es außerdem für einen Tourenbericht über diesen schönen Lechtaler Berg, denn im Internet kann man nicht viel brauchbares über diese Tour finden.

Also:  Auffahrt mit dem PKW von der B 171 kommend über die steile, aber recht ordentliche Forststrasse hoch zur Alfutzalm auf 1261m. Mit einem tiefergelegten Ferrari wär's wohl nicht ganz so leicht hochzukommen, ein normaler PKW hat hier keine Probleme.

Gut, daß wir nicht mit dem MTB hochorgeln müssen, denn diese 500 Extra-HM hätten uns zeitlich wie konditionell ganz schön zugesetzt....
Also, relativ entspannter Beginn der Tour nach der Alfutzalm. Doch gleich geht es zur Sache, denn die weiterführende Straße ist eher ein blockiger Karrenweg.
Sausteil und auf weite Strecken mit groben Blockwerk bedeckt geht's mühsam hoch zur Vorderstarkalm.
Die Bikes werden zu 90% geschoben, zum Fahren ist es meist viel zu steil.
Dennoch macht es Sinn die Bikes hochzuschleppen, kann man doch nach der Tour das meiste relaxed abrollen. Bzw. relaxed runterschieben, denn es ist oft so steil, daß ich mein MTB bergab manchmal geschoben habe, sonst hätte es mich auf die Schnauze gehaut....Profis rollen logischerweise ab.

Aber alles der Reihe nach. Bald nach der Vorderstarkalm steilt die Piste übel auf, daher werden die Bikes geparkt und es geht zu Fuß weiter.
Über den Weg 625 geht's hoch zur Steinseehütte, welche leider noch im Schatten liegt.

Weiter nach Osten auf dem schönen Wanderweg zum wunderbar gelegenen Steinsee; obligatorischer Fotostop.

Danach geht es ran an den übel steilen, geröllübersäten, hartgefrorenen, widerspenstigen und gar nicht lustigen Westhang, der uns von unserer Aufstiegs-Westrampe trennt. Sogar die großen Felsblöcke sind mit Rauhreif überzogen, was das höherkommen nicht gerade einfacher macht.
Plötzlich flucht Hans vor sich hin: er hat einen sehr großen Felsblock ins Rutschen gebracht und konnte gerade noch reflexartig zur Seite springen....
Wenn der ihm auf den Fuß gefallen wäre...adios Berwerker! Der Block verabschiedet sich polternd nach Westen runter!
Bald aber ist die Rampe erreicht und wir steigen nach Süden auf um den Berg zu umrunden. Zahlreiche Steinmänner garantieren uns die Richtigkeit unseres Aufstiegs.

Ein sandiges Band führt uns an den Bergkörper ran und dann zu unserer Überraschung: rote Punkte!
Mit Markierung ist es kinderleicht, links hoch geht's im unteren IIer-Bereich hoch zu einer kleinen Unterbrechungsscharte.
Bald darauf folgt die erste IIIer-Stelle linkerhand. Es ist eine leicht luftige Wandstelle, jedoch gutgriffig. Rechts runter gähnt allerdings eine Steinschlagschlucht, runterfallen also etwas ungünstig!
Oben steckt ein rostiger, alter Haken mit 2 Schlingen(Foto), es kann also hier gesichert werden.

Weiter dann über Stellen II und I zur zweiten IIIer-Stelle. Es ist eigentlich "nur" eine glatt-geneigte Platte mit ganz brauchbaren, kleinen Griffen links an der Felswand. Nach rechts runter hat es aber gut Luft!

Ist man da drüber, dan hat man es auch schon geschafft. Um das Eck rum und über ein paar IIer-Stellen geht es nach links hoch auf den einsamen Gipfel.

Jetzt kann man die schöne Aussicht und die Ruhe genießen und das Bierchen zischen. Das GB ist von 1997, es hat noch viel Platz darin, erst wenige Seiten sind beschrieben.

Ich bin dann noch schell rüber zum etwas niedrigeren Westgipfel(II, leicht lufig) um ein paar Fotos zu machen.

Runter geht es auf der selben Route, der Westhang ist runter ein Klax, die Steinschlaggefahr jedoch in diesem Bereich auch im Abstieg nicht ohne. Vorsicht!

Linkerhand vom See zieht ein kleinen Steig wieder runter zur Hütte, unten hilft das Bike....alles in allem: eine ***** Klassetour!  Muß man als Lechtaler-Fan einfach gemacht haben. Das brüchige Gestein erfordert rauf wie runter sehr vorsichtiges Gehen.

Der Berg wurde von Ludwig Purtscheller im Jahre 1886 ersterstiegen.
A so a wuider Hundling.....

Übrigens: der Berg wird auch bei besten Verhältnissen als Winterziel(Skitour) angesteuert; oben dann nicht über die Platte, sondern über die Südrinne

Tourengänger: ADI


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Kommentare (7)


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Grimpeur hat gesagt: BWK
Gesendet am 9. September 2014 um 23:05
hab die Tour am So auf den BWK gemacht, allerdings von Boden aus. War danach noch auf der Dremel, so war es eine ingesamt tagesfüllende fordernde Unternehmung.

ADI hat gesagt: RE:BWK
Gesendet am 11. September 2014 um 09:47
dann hoscht aber a ***** Kondi!
Gratulation!

Grimpeur hat gesagt: RE:BWK
Gesendet am 17. September 2014 um 20:57
haja bissl den innere schwynehund überwinden könnt i scho immer guad

Schmiger hat gesagt: Absicherung Platte
Gesendet am 1. Juli 2015 um 10:23
Hallo ADI,

ich peile für das Wochenende den Bergwerkskopf an, hatte gesehen das ihr Fixseil gelegt habt auf den Bildern... wie gut sind denn vor der Platte die Möglichkeiten einen vernünftigen Stand mit Schlingen etc. aufzubauen? Bzw. gibt es beim queren der Platte an der kleingriffigen Wand auch evtl. Raum für nen mobiles Sicherungsgerät? Würde sonst auf Nummer sicher das eine oder andere einpacken fürs lange Wochenende auf der Steinseehütte ;-)

Gruß Micha

ADI hat gesagt: RE:Absicherung Platte
Gesendet am 15. Juli 2015 um 12:05
Sorry, Micha...ich checke leider nur alle 14 Tage meine Mails.
Nehme an, Du hast die Tour schon gemacht....
Wenn nicht:

Oberhalb der Platte, die Du im Aufstieg problemlos seilfrei gehen kannst, kannst Du an diversen Felsköpferln eine Schlinge legen.
Dann kannst den Abstieg sicher und entspannt genießen....
Sollte kein Problem sein.
Berichte mal, wie es gelaufen ist....


VLG!


ADI

Schmiger hat gesagt: RE:Absicherung Platte
Gesendet am 15. Juli 2015 um 12:09
Hey ADI,

kein Problem. Ich war an dem Wochenende zwar an der Steinseehütte, hatte auch entsprechend Equipment dabei, aber freitags hat es beim Starkregen die Straße zur Alfuzalpe mit ner Mure versehen, durfte den ganzen Zustieg von Zams aus dem Kieswerk machen, war am Tag dazwischen noch Dremel-, Parzinn-, Steinkarspitze & ein paar der Türme dazwischen, und hatte bei der Hitze wenig Lust noch am Sonntag den Westhang raufzuhecheln... aber dann eben beim nächsten Mal den Bergwerkskopf, und werde dann auch dazu berichten ;-)

Gruß Micha

ADI hat gesagt: RE:Absicherung Platte
Gesendet am 22. Juli 2015 um 11:03
hast völlig Recht, Micha....im Herbscht, wenns kühler is...is ja a schee.....

Beste Grüße,

ADI


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