Bisse Neuf und Grossi von Varen im Herbst


Publiziert von laponia41 Pro , 21. Oktober 2010 um 10:37.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:19 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 780 m
Strecke:19 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Sierre
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Leuk

Natürlich sind diese Wasserleitungen schon mehrmals beschrieben worden. Jeder Gang bringt aber neue Beobachtungen. Diesmal ging es mir darum, möglichst bis zu den Schöpfen vorzudringen und diese zu dokumentieren.

Für den Anmarsch vom Bahnhof Sierre hinauf zur Bisse Neuf de Planige entschied ich mich für eine neue Variante. In unmittelbarer Nähe der Talstation der Montana-Standseilbahn führt eine steile Treppe hinauf in die Rebberge. Der Aufstieg nach Venthône war auf dieser Route sehr angenehm und führte mich nach einem kleinen Verschneider direkt hinauf auf die Bisse Neuf.

Einmal an der Bisse hat man ja keine Orientierungsprobleme mehr, einfach dem Wasser entlang, bis zum Bach, wo es herkommt. Nach einer guten Stunde erreichte ich den Fahrweg, der in die Raspille-Schlucht führt und hinüber leitet zur Grossi von Varen. Diesmal wollte ich es wissen und folgte auf einem schmalem Pfad der Bisse Neuf waldaufwärts. Unmittelbar stand ich dann auf einem Aussichtspunkt hoch über der Schlucht und hatte Zweifel, ob der sprudelnde Bach wirklich zur Raspille führe. Ich kehrte um, wohl zu früh, denn das Kartenstudium zu Hause zeigte dann, dass ich doch auf dem richtigen Weg war. Ein Grund, nächstes Jahr nochmals zu kommen!

Beim Überqueren des Raspille-Grabens kommt man bei einer kleinen Waldkapelle vorbei. Diese ist der Sainte Marguerithe, der Bissen-Schutzheiligen gewidmet. Die Raspille markiert aber auch die Sprachgrenze. Die Flurnamen östlich der Raspille lassen aber nicht vermuten, dass man da deutsch spricht: Golyri, Tschampedi, Tschachtela, Tschangerang, Groggrü, Praderotschi, Wilawi, Taschonieren..... Vielleicht hat ja Eugen eine Erklärung für diese merkwürdige Sprache.

Mehr Erfolg hatte ich dann bei der Schöpfe der Grossi von Varen. Weil die Raspille da so wenig Wasser führte, konnte ich mich in sonst überspültem Gelände weit vorwagen. Siehe Fotos!

Auch die Grossi von Varen führte sehr wenig Wasser. Nach einigen Kilometern mehrten sich die Stellen, wo das Wasser versickerte, und am Ende blieben nur noch einige Pfützen und nasser Sand. Zum Bewässern blieb da nichts übrig. Dieses wenige Wasser ist jedoch für den Vegetationsgürtel sehr wertvoll.

Im Abstieg nach Varen kam ich auf die Idee, die Dala-Schlucht auf der Hauptstrasse zu überqueren. Von der Brücke hinab zur Dala sind es ca. 170 Höhenmeter. Die Aussicht ist entsprechend eindrücklich. Für einen Eisenbahnfan ist es natürlich eine Verpflichtung, so lange auszuharren, bis unten in der Schlucht ein Zug über die Eisenbahnbrücke braust. Schade, dass dem IR eine kontrastarme graue Lokomotive vorgespannt war. Schon wieder ein Grund, nochmals zu kommen.....

Tourengänger: laponia41


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Kommentare (2)


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muscat hat gesagt: Tschangerang
Gesendet am 21. Oktober 2010 um 20:30
Flurnamen finde ich auch etwas Faszinierendes, und Tschangerang ist mein Favorit. Ich bin kein Sprachwissenschaftler und heisse nicht Eugen, aber masse mir dennoch eine Hypothese an: Vermutlich sind solche Flurnamen eine Mischung aus Französisch und Deutsch. Es fällt auf, dass viele Flurnamen bei der Sprachgrenze mit der Silbe Tscha beginnen (Tscharasina, Tschachtela usw), während westlich der Raspille viele Namen mit Tsa beginnen (Tsapouige, Tsaramelly usw), wobei der in vielen Unterwalliser Flurnamen vorkommende Laut «ts» eine Patois-Abwandlung des französischen Lautes «ch» sein könnte. Aber das ist nur eine Vermutung von mir.

laponia41 Pro hat gesagt: RE:Tschangerang
Gesendet am 22. Oktober 2010 um 08:30
Ich habe mir unterwegs ähnliche Überlegungen angestellt. Sprachgrenzen sind ja ohnehin sehr interessant. Ein Beispiel: Oberlauf der Moldau, rechts Deutschland, links Tschechien. In jeder Beziehung zwei Welten. Bei uns fliessen Sprache und Kultur ineinander, ganz besonders am "Tagwoll-Bonjour-Graben".


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