Feldkirch - Vaduz, oben drüber


Publiziert von dani_ , 20. März 2011 um 16:05.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Rätikon
Tour Datum: 2 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: FL   A   A-V 
Zeitbedarf: 12:45
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m
Strecke:Feldkirch - Tisner Skihütte - Mittlere Schwester - Grosse Schwester - Garsellikopf - Kuegrat - Fürstensteig - Gaflei - Wildschloss - Schloss Vaduz - Vaduz
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Feldkirch, Bahnhof
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Vaduz, Post

Bei Feldkirch-Vaduz denkt man nicht unbedingt zuerst an Bergwandern. Die Distanz wird für gewöhnlich mit dem Auto via Schaanwald über eine vielbefahrene Strasse oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus oder Bahn/Bus) bezwungen. Dritte und wohl schönste Möglichkeit ist, über den Kamm zu gehen, der sich vom Vorderälpele (AT) bis zum Alpspitz (FL) erstreckt.

Feldkirch - Vorderälpele

Morgens bin ich mit dem Bus nach Feldkirch Bahnhof gefahren und von dort aus Richtung Vorderälpele gestartet. Der Wanderweg ist vom Bahnhof aus gelb-weiss markiert. Allerdings sind die Markierungen in der Feldkircher Innenstadt teils schwer zu finden. Ausserdem gibt es parallele Wanderwege mit Querverbindungen, was verwirrend sein kann. Am Landeskonservatorium vorbei zum Reichenfeld (Altes Hallenbad). Nähe Reichenfeld gibt es im Berg ein unterirdisches Gangsystem. Die Tür dazu habe ich ungeplant entdeckt und mir, neugierig wie ich bin, die Kellergänge und -räume angesehen. Da ich noch viel vorhatte, habe ich die Besichtigung aber dann abgebrochen und bin hoch nach Stadtschrofen und Mariagrün.

Von Mariagrün gibt es zwei Varianten, zum Vorderälpele zu kommen: Entweder über Letze und durch den Tisner Wald oder über Fellengatter und den Geissweg. Ich habe die erstere Variante gewählt. Es sind beides recht steile Anstieg, wobei ich den Geissweg noch etwas bissiger als den durch den Tisner Wald in Erinnerung habe.

Vorderälpele - Sarojasattel

Hat man das Vorderälple erreicht, wird die Tour deutlich flacher. Zum Sarojasattel kann man entweder den Wanderweg (grösstenteils Forststrasse) nehmen oder auf dem Kamm gehen. Über den Kamm bringt mehr Abenteuer, ist dafür auch etwas schwieriger. Bei p. 1473 bin ich von der Forststrasse auf den Kamm gewechselt. Es gibt Wegspuren und man ist auf der Grenze Österreich-Liechtenstein unterwegs. Zuerst geht es lauschig durch den Wald, dann schwingen sich die Wegspuren steiler zum Frastanzersand auf. Von dort flach weiter zur Sarojahöhe und zur Sattelspitze (Sattelköpfle). Anschliessend Abstieg zum Sarojasattel. Hier gäbe es die Möglichkeit, die Tour über Gafadurahütte und Planken abzubrechen.

Sarojasattel - Drei Schwestern

Bei dem tollen Wetter war mir überhaupt nicht nach Abbruch zumute, daher habe ich mich an den steileren Aufstieg zu den Drei Schwestern gemacht. Der Wanderweg führt auf die Grosse Schwester. Vor der Grossen Schwester habe ich vom Wanderweg aus einen Abstecher auf die Mittlere Schwester gemacht (Grad II Klettern). Dieser Abstecher ist nicht notwendig, daher habe ich das Klettern II nicht in die Schwierigkeitsbewertung der Tour einfliessen lassen. Es könnte sonst ein verzerrtes Bild der Tourschwierigkeit entstehen.

Drei Schwestern - Gafleisattel

Da ich es von Feldkirch bis Letze langsam angehen habe lassen und einige Schlenker gegangen bin, war es auf der Grossen Schwester bereits spät. Daher bin ich schnell über Garsellikopf und Kuegrat zum Gafleisattel, ich wollte Gaflei noch bei Tageslicht erreichen. Beim Hinablaufen auf dem Wanderweg vom Kuegrat, habe ich die Gafleispitz rechts liegen gelassen (Die kann man mit einem kleinen Abstecher vom Wanderweg noch einfach mitnehmen). Als ich das nahe Gafleisattel gemerkt habe, wollte ich aus Zeitgründen aber nicht mehr zurückgehen.

Gafleisattel - Gaflei

Über den Fürstensteig, einen der schönsten Wanderwege Liechtensteins, nach Gaflei. Der Weg schlängelt sich durch raue Gesteinsformationen. Es gibt Tiefblicke ins Liechtensteiner Rheintal und Weitblicke in die Schweizer Berge. Vor Gaflei führte der Wanderweg noch über eine Wiese mit einigen zutraulichen Eseln. Als ich sie streichelte, sind sie mir zu zutraulich geworden. Da ist mir dann gleich eingefallen, dass ich eh schnell absteigen wollte, und ich habe darauf geachtet, dass ich als einziger durch das Gatter die Weide verliess und selbiges gut schloss.

Statt über den Fürstensteig zu gehen, kann man vom Gafleisattel auch dem Kamm folgen, zur Alpspitz gehen und von dort nach Gaflei absteigen.

Gaflei - Vaduz

Absteig über Wildschloss und Schloss Vaduz nach Vaduz. Das Wildschloss ist eine Ruine, die mit Informationstafeln und metallenen Zustiegen touristisch erschlossen ist. Dort habe ich noch meine Auf-Treppengeländer-Rutschfähigkeiten entscheidend verbessert, was mir Spass gemacht hat.

Das Schloss Vaduz finde ich auch immer wieder eindrücklich. Schade, dass man nicht schauen kann, wie es sich drinnen so lebt.

Der gerade im Städtle Vaduz aufgebaute Jahrmarkt mit Fahrgeschäften, lauter Musik und Neonleuchten war ein Kontrast zur gerade stundenlang erlebten herrlichen Natur. Da habe ich mich gefreut, als gleich der Bus kam.

08:55     Feldkirch Bahnhof
16:00     Grosse Schwester
21:35     Vaduz Städtle

Dies ist eine tolle Tour, lang, viele Ausblicke und nicht so schwierig. Sie kann sehr gut mit öV gemacht werden. Auch Abschnitte und Varianten sind möglich, zB gibt es zwischen Kuegrat und Gafleispitz einen Abstieg nach Schaan. Zudem ist es unproblematisch, von Gaflei statt nach Vaduz nach Schaan abzusteigen. Dies ist mit öV evtl günstiger, weil Schaan der zentrale Busknoten im Liechtenstein ist und dort auch der grösste Bahnhof Liechtensteins liegt.

Tourengänger: dani_


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