Scherenspitzen – Gams-chopf: Once more!


Publiziert von Delta Pro , 20. Oktober 2010 um 07:18.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:10 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Alpstein 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1020 m

Einer der absoluten Höhepunkte des Alpsteins: Die Scherenspitzen-Traverse an einem traumhaften Herbsttag
 
Vor gut zwei Jahren durfte ich dieses Juwel des Alpsteins – die Traverse der Scherenspitzen zum Gams-chopf – für mich entdecken. Damals war es noch ein weisses Blatt auf der Hikr-Landkarte. In der Zwischenzeit hat es schon eine Vielzahl von Beschreibungen dazu gegeben. Nach wie vor sind aber vorwiegend Hikrs im Gebiet unterwegs, d.h. zwei Drittel der Einträge auf dem Scherenspitz und gar 100% auf dem Gams-chopf (im Jahr 2010). Sogar die Trittspuren im Gras der „Vorhikrs“ sind zu erkennen (marmotta und dani_ waren erst zwei Tage vor uns auf dem Gams-chopf). Die Tour entspricht genau meiner letzten Begehung, weshalb ich hier eine abgekürzte Beschreibung liefere. Zusammen mit Maveric ging ich heute alle Routen mit Seilsicherung. Absichern im alpinen Gelände macht Spass und bietet etwas mehr Sicherheit, ist aber wegen der moderaten Schwierigkeiten nicht unbedingt erforderlich. Wir kletterten alle Routen wieder ab, was schneller ist als komplizierte Abseilmanöver. Auch diesmal nahmen wir den Scherenspitz Ostgipfel mit. Ein genialer Zacken, der scheinbar bis jetzt von allen anderen Hikrs gemieden wurde. Persönlich erachte ich den Ostgipfel als den heikelsten Aufstieg (grasig, moosig), auch wenn die technischen Kletter-Schwierigkeiten etwas tiefer liegen.
 
Von Laui zügig hinauf nach Schrenit, wo uns schon die warme Herbstsonne entgegenlacht. Weiter durch Gras und am Schluss eine erdige Rinne in den Sattel zwischen Schwarz-chopf und Scherenspitzen. Die ersten beiden Zacken umgeht man südseitig und klettert dann durch einen Kamin (II) in die „Hochebene“ zwischen den bizarren Felstürmen. Abstecher auf den Scherenturm (II-III, guter Fels! Bohrhaken). Weiter auf den Scherenspitz Westgipfel (II+, guter Fels, einige lockere Blöcke, alpine Absicherung). Querung nordseitig unter den Scherenspitzen durch und durch die NE-Flanke und am Schluss über den Grat auf den Scherenspitz Ostgipfel (ausgesetztes T6, II). Erst wenn man sich an den Abstieg macht, wird einem die Steilheit des Geländes so richtig bewusst! Einfache Kraxelei im unteren Teil des W-Grates zum Gams-chopf. Eine kaminartige Steilstufe (H am Einstieg) erklettert man zuerst rechts aufwärts, dann links auf Felsleisten querend (1H, II-III). Diesmal wählte ich von hier weg das rechte Couloir, das erstaunlich gemütlich direkt am Felsenfenster vorbei auf den oberen Gratteil führt. Eine Stufe in schlechtem Fels gilt es noch zu erklimmen (II). Den Aufschwung des Vorgipfels traversiert man links unter den Felsen, steigt etwas hoch und kann dann einfach in die Scharte vor dem Hauptgipfel queren. Abstieg auf „meiner“ Normalroute durch die Ostflanke.

Tourengänger: Delta, Maveric


Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»