Val Verzasca: Der Monte Zucchero – Von Brione nach Sonogno


Publiziert von Seeger Pro , 16. Oktober 2010 um 14:18.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:14 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Monte Zucchero   Gruppo Poncione Piancascia   Gruppo Pizzo delle Pecore 
Zeitbedarf: 2 Tage 12:00
Aufstieg: 2240 m
Abstieg: 2080 m
Strecke:1. Tag : Brione (Verzasca) 756m - Capanna d’Alpe Osura 1418m, 2. Tag: Capanna d’Alpe Osura - Rifugio Sambucco 1895m – Bocchetta di Mügaia 2518m – Monte Zucchero 2735m – Bocchetta di Mügaia 2518m – Alpe Mügaia, Corte di Cima 1987m – Cortign 1526m – Püscen Negro 1343m – Sonogno 918m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto: Von Tenero ins Val Verzasca bis Sonogno, Parkplatz mit Gebühr Fr. 5.00 pro Tag. Anschliessend mit dem Postauto nach Brione. Öv.: Postautoverbindung von Locarno ins Val Verzasca bis Brione.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Ö.V.: Postauto ab Sonogno (letzter Kurs 18’32 Uhr) Auto: in Sonogno gestellt. Rückfahrt wie oben.
Unterkunftmöglichkeiten:Capanna d’Alpe d’Osura/ Rifugio Sambucco/ Rifugio Corte di Gemogna (www.capanneti.ch) , Hotel in Sonogno
Kartennummer:Maggia 1292, Pizzo Campo Tencia 1272

Lohnende, leichte Bergtour im Herzen des Sopra Ceneri. Zwei malerische, tiefeingeschnittene Täler, das Val d’Osola von Brione und das Val Redorta von Sonogno aus,  führen zur Bocchetta di Mügaia(T3)  – dem Ausgangspunkt zum Monte Zucchero. Von der Bocchetta di Mügaia sind es rund dreiviertel Stunden in leichter Kletterei zum Gipfel (T4). Alles wrw neu markiert und (ausnahmsweise) problemlos zu finden. Neue gelbe Wegweiser mit stark untertriebenen Zeitangaben!
1. Tag: Hüttenanmarsch von Brione zur Alpe d’Osula
In einer Nachmittagstour steigen wir von Brione zur Capanna d’Alpe Osura (T2)auf. Die untere Hälfte bis Arnased auf neuer Teerstrasse, oben auf alten Alpwegen durch noch bestossene Weiden. Ins Tal geflüchtete Verzascaziegen bedrängen uns so, dass wir in eine eingefriedete Privatterrasse eindringen müssen (und dann noch ein über den Zaun gesprungenes Tierchen ganz unsanft wieder hinaus spediert haben), um in Ruhe unser Menü 1 zu verzehren. Die Ziegen haben kapiert und verziehen sich hangwärts zu den Schafen. Alpenidyll. So erreichen wir nach drei Stunden die gut unterhaltene Selbstversorgerhütte Capanna d’Alpe Osula. Erste Überraschung: Die Hütte ist von der Vorgängerfamilie bestens geheizt. Zweite Überraschung: Es sind schon Besucher da: Eine Handvoll Esel weiden und tummeln sich um die Hütte herum. Zwischen diesen spalte ich vorsichtig das Holz, damit keines der Tiere etwas abbekommt. Hat auch geklappt. Neugierig lugen sie mir zu. Kochen. Einrichten. Und mitten im Nachtessen geht die Türe auf und ein Gast tritt ein. Eine sympathische Einzelgängerin. Angeregte Gespräche begleiten den Abend. Vielen Dank, Nicole!
  2. Tag: Capanna Alpe d’Osula – Monte Zucchero – Sonogno
Allzu gut haben wir geschlafen und sogar den Wecker überhört. Stress pur. Denn bis Sonogno sind es neun Stunden. Und der Zug…..warum nur konnte dies passieren? Ärgerpunkte, welche die ganze Tour zu einem Rennen gegen die Zeit machen. Frühstück. Ohne Gasherd und Thermosflasche ist man gezwungen einzufeuern. Noch mit aufgeschnalltem Rucksack habe ich den letzten Kaffee geschlürft. Und los geht’s, 1 ½ Stunden zu spät!
Doch der wunderschöne Aufstieg zur Capanna Sambucco lässt alles wieder vergessen. Wir tauchen in einen anregenden Aufstieg ein und erreichen bei Sonnenschein die etwas einfachere, aber dennoch saubere Hütte. Von hier besteht die Möglichkeit, über den Passo del Coco 2142m ins Val Cocco und somit nach Brontallo im Val Lavizzara hinunter zu wandern. Rast und Inspizieren der Hütte für spätere Verwendungsmöglichkeit. Schöner Ausblick ins Val d’Osula und zur Capanna d‘Alpe Osura hinunter, welche noch im Schatten liegt. Etwas steiler den Hang hinauf. Auf 2000m zweigt der Weg nach rechts gegen den Rasiva ab (siehe Tour http://www.hikr.org/tour/post25097.html). Wir steigen weiter im Zick-Zack-Kurs auf die Bocchetta di Mügaia. Hier Val d’Osula – grüezi Val Redorta! Weit unten ist Sonogno zu erkennen.
Ohne grosse Pause geht es weiter gegen N dem wrw-markierten Weg entlang des Grates zum Monte Zucchero. Zwei schwierigere Passagen sind nicht zu unterschätzen (T4), jedoch wenig exponiert. Über Geröllfelder ansteigend der Schluss-Spurt. Und da stehen wir auf „unserem“ Berg. Allein. 360°-Rundsicht bei sehr guten Sichtverhältnissen. Längere Mittagspause mit Menü 1 und Toggenburgerli. Ich quere noch 10 Minuten zum nördlichen Vorgipfel, wo ich den Einblick ins Val di Tome mit seinem idyllischen See geniesse.
Abstieg 1800m und rund 5 Stunden nach Sonogno: Zurück zur Bocchetta di Mügaia und ins Val Redorta hinab. Neue Wegzeichen. Heikle Stelle ob Corte di Cima (T4). Diese Alp hat Quellwasser, welches aus einem Plastikschlauch sprudelt. Wasservorräte auffüllen. Zuerst nach links ausholend In weit ausholenden Kurven den Hang hinunter nach Brüsöö. Und wieder – es scheint endlos – ineffizient und sogar mit kleinen Gegensteigungen nach Cortign, wo zwei massive Felsbrocken wenige Meter oberhalb der Hütten zum Stehen gekommen sind. Die Sonne verschwindet hinter den sich hoch aufbäumenden Bergen zur Rechten. Da ist ja schon Püscen Negro! Noch die letzten Höhenmeter bis zur Teerstrasse hinunter. Dann gemütlich das Val Redorta hinaus nach Sonogno.
Noch rechtzeitig erreichen wir das schmucke Dorf. Einkauf im Kiosk: Rosmarinbrot (sehr lecker) und Kastanienkonfitüre, Getränkproviant auf die Zugreise.
Wir konnten die Verspätung vom Morgen wieder wettmachen.
 

Tourengänger: Seeger


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