an Hexen und Pfaffen vorbei auf den Rinderstock 2464 m.ü.M.


Publiziert von Felix Pro , 17. Oktober 2010 um 17:03.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:15 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1500 m
Strecke:Chilcherbergen ("Ändi") - Hexensteig|Pfaffen - Uf den Bielen - P. 2235 - Rinderstock - Stich - Öfeli - Ronen - Obers Schwandi
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Luzern - Seelisbergtunnel - Erstfeld nach Silenen, LSB nach Chilcherbergen
Zufahrt zum Ankunftspunkt:LSB Ober Schwändi - Erstfeld, PTT Erstfeld - Silenen
Kartennummer:1192

Ganztägig eingenebelt bis auf ca. 2000 Meter: da liegt doch ein KS im Berg drin gerade richtig ... nun, noch schöner wär's gewesen, wenn wir beim Ausstieg des Hexensteiges an die Sonne gelangt wären! Doch lohnenswert alleweil - so originell eingerichtet ist dieser, m.E. noch nicht offiziell erfasste, publizierte Steig, auch wenn bereits der SAC Einsiedeln vor einigen Wochen eine FaBe-Tour dorthin absolviert hat - und der Steig bereits seit 2001 ein Buch besitzt ...

Der "Maschinist" und sein ihn auf dem Fuss folgender zutraulicher Kater heissen uns willkommen auf den Chilcherbergen, beim Hof Ändi. Die Bergstation der kleinen, offenen LSB ist sehr komfortabel ausgestattet: eine ganze Wohnküche mit gefülltem Kühlschrank und eine moderne WC-Anlage lassen keine Wünsche offen. Sogleich geht es dann recht steil aufwärts; doch "dank" des nebligen Umfelds kommt man nie ausserordentlich ins Schwitzen - hingegen wird es dann etwas schwieriger, die richtige Spur zum Einstieg zum Hexensteig zu finden. Dank LK und dem Hinweis von MaeNi (merçi!) gelangen wir jedoch rasch zum auffälligen Riss in der Pfaffen-Südflanke. Ein abschliessbares Eisentor zum Steig weist uns letztlich den Weg; vor der unmittelbar folgenden kurzen Tyrolienne (über ein abschüssiges, schuttiges "Kraterloch" hinweg) lesen wir die KS-Hinweise und ziehen uns entsprechend an. Nach dem Hinüberhangeln gelangt man auf ein kleines Felsabsätzchen - und danach über zahlreiche eingebaute Baumstämme und viele z.T. beinahe senkrecht führende Kletterpassagen höher und höher. Die Eisenbügel wirken sehr vertrauenserweckend, sind gelegentlich etwas hochtrittig angelegt. Stets spannend, da wieder eine Drehung, dort ein minimer Überhang, hier eine luftige Passage zum Felsbänkchen, geht es im Innern des Berges aufwärts. Gegen Schluss wartet zwischen Fels- und Baumstamm-Partien ein Kletterbaum - er erinnert an den ehemaligen Bärengraben in Bern ...
Der interessante Hexensteig endet knapp unterhalb des Gipfels, an einem idyllischen Plätzchen: Bank und Tisch, aufschlussreiches KS-Buch in malerischen "Vogelhäuschen" überraschen uns - nicht jedoch die Sonne ...

Im Nebel erst etwas abwärts, dann länger aufwärts über die Punkte 1803 und 1964 um die Riedersegg herum - hier gelangen wir nun endlich an die gleissende Sonne, ein immenses Nebelmeer zeigt sich - und gegen die Alp Seewli hin geniessen wir die fantastische Sicht auf den nebelfreien Teil Uris. Das Weglein verlassend, gewinnen wir die Krete Uf den Bielen, um einen Blick auf das Seewli zu werfen: herrlich klar, beinahe türkisfaben und malerisch, wie sich der Sattel Zinggen und Schwarz Stöckli darin spiegelt!
Weglos weiter, dann dem WW folgend bis auf ca. 2200 Meter Höhe. Hier suchen wir, unmittelbar den ostseitigen Felsen des Rinderstockes folgend, einen Aufstieg. Oberhalb des P. 2235 überwinden wir eine kleine Felsstufe unmittelbar vor Beginn der Wissen Platten und steigen auf steilem Gras- und Schuttgelände westnordwestlich höher, bis wir auf ungefähr 2380 Meter den weiss-blau-weiss markierten Aufstieg vom Stich herkommend erreichen. Einige gefrorene Neuschneereste und wenige felsige (Grat)-Abschnitte sind noch zu begehen, ehe wir den herrlich gelegenen Gipfel erreichen: die Rundsicht, übers Nebelmeer, ist top; angenehm warm dazu - und friedvoll lässt es sich verweilen auf dem Rinderstock!

So lange wie möglich zögern wir den Abstieg hinaus, nicht nur der Panoramen wegen - auch die Freude, wieder in den Nebel (der stetig ansteigt, sogar bis über Seewli) hinunter zu steigen, ist = 0 ... Über das Karstfeld der Wissen Platten - mit sehr eindrücklich tiefen Rissen - folgen wir den überdeutlichen Markierungen bis zum Stich. Dort nehmen wir den nun wieder weiss-rot-weiss markierten Weg hinab Richtung Bödmer (Bälmeten), wo wir eine letzte sonnige Pause einschalten. Glücklicherweise haben wir tolle Stimmungen erlebt, einerseits die Ambiance des Hexensteiges, anderseits den erfüllenden, sonnigen Auf- und Abstieg vom Rinderstock, so dass wir gelassen in den Nebel eindringen - mindestens ist er zwischenzeitlich aufgelockert, so dass sich auch hier (bspw. auf Öfeli und bei der Alp Ronen) gefreute Momente einstellen (auch wenn's von den Haaren tropft ...). Ursi weiss von der früheren Begehung her (via Zigerweg auf den Rinderstock), dass es eine Abkürzung gibt; wir wollen doch das offiziell letzte Bähnchen erreichen. Auf etwas 1330 Metern, bei einer kleinen Steinbank, zweigt eine deutliche Wegspur ins Tälchen des Plattenbaches ab (in der LK eingezeichnet). So können wir zügig die Abstiegsmeter hinter uns bringen und gelangen kurz vor 18 Uhr zur Bergstation. Hier wartet die bekannte alte Dame, mit ihrem ebenso bejahrten Hund bereits; sie bietet uns sogar an, in der geheizten "Stube" der Maschinistin auf die pünktliche Abfahrt zu warten!
Ein gegenseitiges freundliches Winken - und die steile Talfahrt beginnt ... toll war's!

Tourengänger: Ursula, Felix


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Kommentare (2)


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Sherpa hat gesagt: Tolle Sache
Gesendet am 18. Oktober 2010 um 07:51
Hallo Felix, toller Bericht und tolle Fotos. Sieht ziemlich interessant aus der Klettersteig.
Gruss Sherpa

MaeNi hat gesagt: Ein Bijou..
Gesendet am 18. Oktober 2010 um 08:39
...ist er, der Hexensteig! Zauberhaft und verhext zugleich!

Herzliche Grüsse
Marcel und Nicole


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