Schwarzhorn ( 3201m,Turtmanntal ) - inklusive Abstieg mit Hundi


Publiziert von Alpenorni Pro , 23. Oktober 2010 um 00:12.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:23 Juli 2008
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Gruben/Meiden im Turtmanntal.
Unterkunftmöglichkeiten:Rustikal : Indianertipis bei Gruben.

Eins der vielen Schwarzhörner dieser Welt liegt in der Augstbordregion. Von ihm aus hat man einen exzellenten Blick auf das andere Extrem : denn das Schaustück der Gipfelsicht bildet das berühmteste Weisshorn der Alpen, kurz: DAS Weisshorn, und das macht von dieser Seite aus seinem Namen wirklich alle Ehre. Was für ein riesiger weißer Berg ! Was für enorme Dimensionen !
Das Schwarzhorn also kann man vom Mattertal oder vom Turtmanntal aus besteigen. Gudrun und ich hatten uns 2008 für ein paar Tage und Nächte in einem der Tipis einquartiert, die gleich rechts hinter Gruben im Turtmanntal aufgebaut sind, direkt an der Turtmänna. Diese stehen jederzeit offen, Kontaktaufnahme s. 1.Foto. Wir hatten während unserer Tage dort ein Tipi ganz für uns allein.
Innen ausgestattet mit Lattenrosten, Matratzen und Decken, sollte man Kochgerätschaften und alles weitere selber dabei haben, Wasser direkt am Bach ( inklusive Wasseramsel ), Einkaufsmöglichkeiten ev. sehr beschränkt ( der Dorfladen hatte 2008 geschlossen !), dafür frische Luft rund um die Uhr und direkt im Schoße der Natur gelegen. Rustikal (kalte Nächte) aber auch sehr romantisch - und: billig dazu...!
Von da aus kann man frühmorgens direkt losmarschieren, man folgt dem ausgeschilderten Wanderweg bis auf den Augstbordpass ( 2897m ). Dort wendet man sich nach Norden und besteigt das Schwarzhorn ( 3201m ) über den gutmütigen Blockgrat, immer nahe entlang der teils wenig ausgeprägten Gratkante.
Eine im Grunde genommen einfache Tour, die dem ambitionierten Wanderer empfohlen werden kann.
Neben dem Weisshorn hat man auch einen tollen Blick rundum und nach Norden zu den Berner Alpen.
Famos !
Unser Abstieg gestaltete sich dann allerdings etwas anders als angedacht :

Während unserer Gipfelrast hörten wir plötzlich Stimmen und eindeutig ein Hundewimmern und -winseln, gemischt mit leisem Bimmeln und Klingeln.
Wie sich herausstellte, bekamen wir Besuch von anderen Tourengängern, denen sich ein ihnen völlig unbekannter Hund angeschlossen hatte - er sei ihnen von weit unten aus dem Turtmanntal gefolgt, hätte von einem Abstieg über den Augstbordpass ins Mattertal gerade noch abgehalten werden können, und nun, da sie ihn nicht loswerden konnten, und auch gar nicht wüssten, wie und wohin mit dem Kerlchen,  machte er kurz unter dem Gipfel offenbar schlapp und wusste nicht weiter !
Wir tauschten den Logenplatz mit den Bergkollegen und trafen dann 50m unter dem Gipfel auf den klingelnden Ausreisser - denn er trug ein kleines Glöckchen um den Hals, das beständig seinen Aufenthaltsort durch feine Klingeltöne bekanntgab.
Sofort schloss er sich uns nun an, an einigen Stellen mussten wir ihn auf den Arm nehmen und ein paar Meter tragen, denn hier und da scheute er zurück und wirkte doch etwas verschüchtert ob der Abgründe und hohen Felsstufen.
Ursprünglich wollten wir über einen Nebenast des Südgrats (Grüobgrat) direkt absteigend aufs Turtmanntal zuhalten, doch dort stießen wir alsbald auf zwar spannendes, aber wenig hundefreundliches Terrain, und so verließen wir diesen Gratast und stiegen durch seine südliche steile Flanke ins Grüobtälli ab, keine ganz optimale Lösung, es hatte sogar eine kurze T4+-Stelle dabei - einen schrofigen Quergang, den der Vierbeiner mit Bravour meisterte - für ihn gelten andere Schwierigkeitsskalen !
Kurz und gut : Wir haben es mit unserem drolligen Tourengast bis ins Tal geschafft. Die aufregendste Situation ergab sich, als wir an einigen Kühen vorbeigehen mussten. Das gefiel ihm überhaupt nicht, er blieb zurück und traute sich nicht. Doch kurz darauf hörten wir ihn in eiligem Tempo durchs Unterholz heranbimmeln, er hatte hier einen kleinen Umweg eingeschlagen...
Als das Tal näher rückte, wurde er ganz aufgeregt, und ohne sich zu verabschieden, entschwand er in den Gruben`schen Gassen.
Des Rätsels Lösung kam ganz unverhofft ein paar Tage später auf einer nahegelegenen Alm : Wen sahen wir da ? Ja, da hockte er, unversehrt, aber etwas mitgenommen. Was für eine Freude ! Der Besitzer kam hinzu und so konnten wir ihm, der schon in großer Sorge den halben Berg abgesucht hatte, erzählen, wo sein Schutzbefohlener sich herumgetrieben hatte - fast einen 3000er hatte er bestiegen !
( Im Dorf Gruben hatte man ihn nach dem Abstieg erkannt und seinem Herrchen dann übergeben können )
Zur Strafe für sein eigenmächtiges Verschwinden musste er nun allerdings einige Tage den Hof hüten, und schaute uns noch lange nach, so kam es uns jedenfalls vor, als wir weiter bergwärts stiegen - ob er wohl ahnte, dass wir ihm womöglich das Leben gerettet hatten ?...





Tourengänger: Alpenorni


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Kommentare (1)


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BaumannEdu hat gesagt:
Gesendet am 24. Oktober 2010 um 13:31
Schön.
Parallele:
Euer Hund.
Unsere Loulou (http://www.hikr.org/tour/post27934.html).


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