Gitschen 2513m.ü.M. - Überschreitung


Publiziert von budget5 , 13. Oktober 2010 um 17:46.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 8 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:Gietisflue - Hinter Wang - Alp Oberberg - Ostflanke - Gitschen - Firnboden - Musenalp
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PKW von Isenthal Richtung Musenalp, vorher bei Gietisflue Seilbahn parkieren.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit PKW durch von Isenthal richtung Kleinthal, Musenalp
Unterkunftmöglichkeiten:Musenalp

Der Gitschen lässt keinen Alpinwanderer kalt. Seine majestätische Form lockt automatisch relativ viele Berggänger an. Ganz anders im Herbst...
 
Da ich auf Grunde meiner Maturaarbeit noch einige Zentralschweizergipfel besuchen wollte (sollte), war der Gitschen natürlich fast unverzichtbar. Um ca. 8.30 hatten wir die Fahrt mit der Seilbahn auf die Alp Gietisflue bereits hinter uns. Der felsige Gitschen sah weit entfernt aus, trotzdem starteten wir motiviert in Richtung Alp Oberberg auf markiertem Wanderweg.
 
Bei Hinter Wang gönnten wir uns eine erste kurze Pause und genossen das prachtvolle Nebelmeer. Arme Hunde, die heute unter dieser grauen Suppe arbeiten müssen.  Ferien sind doch was tolles...;-)
Der Weg zur Alp Oberberg ist unspektakulär und bald vollbracht. Hier zweigt die Route links ab, wo die Blau-Weissen Markierungen jegliche Zweifel vergessen lässt. Im Ernst, der Weg auf den Gitschen (besonders gegen Schluss) ist so gut markiert, dass selbst ein Blinder auf den Gipfel finden würde.
 
Nach weiteren Aufstieghöhenmetern querten wir die Ostflanke. Bei ein oder zwei Stellen ist ein wenig Vorsicht geboten, geht aber im grossen und ganzen gut. Nach der Querung geht’s nochmals richtig steil bergauf, weiterhin gut markiert, bis man den Grat erreicht. Diesem folgt man zur kurzen Kletterstelle unter dem Gipfel. Diese ist zwar mit einem Stahlseil entschärft, jedoch ist dieses 1. nur oben befestigt und bei der anschließenden Querung wenig hilfreich, sowie 2. mit Klebeband geflickt, was nicht heisst, dass man sich nicht daran schneiden kann (durch das Klebeband hindurch). Also lieber genau kontrollieren, wo man seine Hände hinsetzt. 
 
Letzte Schritte, letzte Atemzüge und schon steht man auf dem höchsten Punkt des Gitschen.
Eine Fantastische Aussicht lässt die Anstrengungen des Aufstiegs nichtig werden. Fast eine ganze Stunde verbleiben wir auf dem Gipfel und geniessen die warmen Sonnenstrahlen (T-Shirt Temperaturen auf 2500m.ü.M. im Oktober). 
 
Irgendwann machen wir uns trotzdem an den Abstieg nach Musenalp. Dieser führt über ein schmales Grätli, dessen Kletterstelle aber ebenfalls gesichert ist. Über Schneefelder und viel Gestein lässt man viele Höhenmeter hinter sich liegen und erreicht nach etwa 1.5h die Weggabelung zum Uri-Rotstock. Nach dem Überqueren des Wasserfalls (Siehe mein Uri-Rotstock Bericht) erreichten wir bald die Musenalp, von wo aus wir mit der Bahn ins Tal fuhren. 1/4h später hatten wir unser Auto an der Talstation der Gietisflue-Bahn erreicht.
 
Eine phänomenale Alpinwanderung mit grossartigen Ausblicken, die ich nicht missen möchte. Auf jeden Fall empfehlenswert, vor allem auch bei guten Verhältnissen im Herbst, wenn man mehr oder weniger alleine Unterwegs ist.

Tourengänger: budget5


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Kommentare (2)


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TomClancy hat gesagt: Maturaarbeit?
Gesendet am 13. Oktober 2010 um 18:13
Hoi Matthias!

Einmal mehr eine tolle Tour von Dir, Kompliment! Was mich nun aber beschäftigt ist der Inhalt Deiner Maturaarbeit! Welchen Super-Einfall hast Du gehabt, dass Du für diese Arbeit in die Berge gehen "musst"? Mein Junior hockt jedenfalls eifrig am PC, damit er am Montag seine Arbeit abgeben kann und ich muss alleine auf Tour gehen!

Wenn Deine Arbeit so gut ausfällt wie Deine Berichte, müssen sich Deine Mitschüler warm anziehen!

Gruss

TC

budget5 hat gesagt: RE:Maturaarbeit?
Gesendet am 13. Oktober 2010 um 18:23
Salü Tom,

Danke für dein Lob. Nun, ich versuche ein Buch zu schreiben über die schönsten Touren in der Zentralschweiz, natürlich nur selbstbegangene. Dabei will ich v.a. auch weniger bekannte Gipfel berücksichtigen wie z.B. das gestern bestiegene Vordere Gärstenhorn, wo man im Internet sehr wenig findet.

Das Buch sollte weniger wie ein SAC Führer, sondern detailreich und vor allem auch mit grossen und schönen Fotos geschmückt sein. Dazu natürlich ein bisschen persönlicher, mit Geschichten aus eigener Erfahrung und nicht nur mit Routen und Schwierigkeitsgraden.

Fertig muss es aber erst im April sein. Jetzt kommt noch der Winter, wo ich ein paar Schneeschuh und Skitouren machen werde...hoffen wir auf gute Verhältnisse.

Gruss Matthias


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