Einsamkeit, Zeitdruck und Gummfluh


Publiziert von babu , 11. Oktober 2010 um 15:57.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Saanenland
Tour Datum: 8 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VD 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:Bodenvorschess - Gour de Comborsin - Col de la Videman - Gummfluh - Trittlisattel - Wild Boden - Bodenvorschess
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Strasse Richtung Chalberhöni ist immer noch gesperrt. Umfahrung über Vorderes Eggli
Kartennummer:1265

Die Gummfluh beeindruckt bereits aus der Ferne. Steile Felswände brechen beinahe überall ab und nur die Südseite scheint einigermassen ohne Schwierigkeiten durchsteigbar zu sein.

Die Nord-Süd-Überschreitung wird als T6 taxiert. Grund genug für uns diesmal ein Seil mitzunehmen. Beim diesjährigen Mättenberg-Projekt wären wir über diesen Jocker nicht unglücklich gewesen. Die Wanderung bis zum Pointe de Tso y Both führt durch eine einsame und wunderschöne Gegend. Auf der Ebene Les Praz drängt sich bei mir der Gedanke an Schneeschuhe auf. Eine ideale Gegend um im tiefen Schnee Spuren zu setzen. Schade nur ist gleich hinter dem Kamm der Chalberhöni-Lift zu finden. Auf dem Col de la Videman sind die Herausforderungen des heutigen Tages noch nicht zu erkennen. Der Gipfel präsentiert sich jedoch unnahbar und auch der Nachbar (Ptes de Sur Combe) geizt nicht mit herber Schönheit.

Wir folgen dem Grat, umrunden den Pte de la Videman, und stehen kurz danach vor der Abbruchstelle. Aha, hier geht's nun runter und ein paar Meter weiter gilt es die Rampe bis zum Nordostgrat zu erklimmen. Der Tiefblick ist eindrücklich und wir packen vorsorglich das Seil aus. Ein 50m-Seil würde zum Abseilen bis zum Sattel passen, für uns reicht's nicht ganz.

Die Rampe bietet interessante und anregende Kletterei. Es sind sogar Bohrhaken für die Seilsicherung vorhanden (5 Express sollten reichen). Sobald der Sattel erreicht ist, wird der Blick frei zum Ptes de Sur Combe. Weiter gehts kraxelnd den Grat hinauf bis der Gipfel der Gummfluh ins Blickfeld rückt. Hat man die kleine Geröllmulde erreicht hat, sind die Schwierigkeiten vorbei. Jetzt steht nichts mehr im Wege...;-).

Der südseitige Abstieg fordert nochmals etwas Konzentration, es gilt zwei bis drei Passagen abzuklettern. Eigentlich wollten wir noch den Brecaca und Le Biolet anpirschen, die Zeit jedoch erlaubt es uns nicht. Deshalb gehts jetzt Richtung Trittlisattel (sehr schöne Wanderung!) und durch die Hohle Gasse... Bei Punkt 1'643 steigen wir vom Grat ab und erreichen in Kürze wieder das Auto.

Eine abwechslungsreiche  und empfehlenswerte Tour!

Tourengänger: BaumannEdu, babu


Galerie


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