Saletti, Sagettis! Oder: Von Seewis nach Schuders by very fair means


Publiziert von Polder , 11. Oktober 2010 um 10:02.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum: 8 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 2150 m
Abstieg: 1700 m
Strecke:Seewis - Cholplatz - Munt - Luderer Egg - Sassauna - Pfäwi - Sagettis - Girenspitz - Schuders
Unterkunftmöglichkeiten:Schuders: Pension Gaisschära und neu Berggasthaus Post

Ein sehr fairer Zustieg nach Schuders, wo wir ein verlängertes, nebelfreies Herbstwochenende inmitten herbstlich entflammter Buchen und Bergahorne verbrachten - fair auch dahingehend, weil ihn meine Frau sonntags in umgekehrter Richtung als Ausstieg nutzen konnte :-).
Von Seewis zuerst gut 100 Hm hinab ins romantische Tobel und auf der anderen Seite hinauf auf den schönen Rücken von Munt (der etwas gar weit ausholende, auf der Karte nicht durchgehend eingezeichnete markierte Wanderweg lässt sich etwas mühsam direkt abkürzen). Auf 1400 m.ü.M. abrupter Wechsel von der Idylle bunter Laubwaldränder, grüner Mähwiesen und braungebrannter Schober in die Kuhalpzone, die kaum ein herbstlich farbiger Hauch zu berühren vermag: Graugrüne, ausgezehrte Trampelweiden und ewig(gleich)grüne Tannen, die auf dem Luderer Egg dann aber wieder (über-)kompensiert werden durch flammend rote Heidel- und Rauschbeerfelder! Ohne Probleme (T3) über den Westgrat auf den Gleitschirmgipfel der Sassauna, wo die unmarkierte Alpinwanderzone (endlich) beginnt. Bis ins Fadeuer Fürggli ein hübsches Auf und Ab über diverse benamste (Pfäwi und die Sagettis) und unbenamste Erhebungen und etliche ausgesetzte Schrofen, oft auf Wegspuren, im Norden mit dem Kopf fast an den Wänden des Rätikons, im Süden dafür mit umso freierem Blick in die bergige Weite. Kaum ein T5, meist T3-T4+ und dadurch, dass der Grat fast überall leicht verlassen werden könnte, auch nicht wirklich ernsthaft. Dennoch eine hübsche Sache in einer Gegend, die sonst eher im Winter zu begeistern vermag, aber schneelos weniger ins alpiwanderische Beuteschema passt. Der (im Führer nicht mal beschriebene!) schmale Westgrat auf den Girenspitz ist die logische Fortsetzung, die der Sache das Krönlein aufsetzt. Zuoberst läuft der Grat ein eine sehr steile, aber gut gestufte, 20m hohe Steilstufe aus, die im Abstieg etwas abschrecken dürfte (T4+). Der S-Grat vom Höchstelli runter ist dann nie und nimmer T5, sondern T4-. Optisch umrahmt  von der Abendsonne und akustisch vom Geröhre brünstiger Hirsche schliesslich der Abstieg über den langen Rücken zum wunderschönen Maiensäss und hinunter nach Schuders, das auch im Herbst ein wahres Idyll ist!

Tourengänger: Polder



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